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Fünf ausgerichtete Sparbüchsen mit Franken-Münzen – Symbol für die 5-Konten-Strategie der 3a-Staffelung

Säule 3a gestaf­felt bezie­hen: So sparst du fünf­stel­lig Steuern

Stand: September 2026 · Lesezeit: 11 Minuten

Wer die Säule 3a gestaffelt beziehen will, spart je nach Kanton und Guthaben fünfstellig an Steuern. Der Hebel ist simpel: Die Kapitalbezugssteuer ist progressiv, wirkt aber pro Bezugsjahr separat. Wer alles auf einmal auszahlen lässt, kommt in den höchsten Progressionsbereich. Wer über mehrere Jahre staffelt, bleibt in jedem einzelnen Jahr in einem tieferen Steuertarif. Ich zeige dir, wie die Staffelung funktioniert, wann du damit anfangen musst und welche Fallstricke die meisten übersehen.

Das Wichtigste in Kürze
  • Wer die Säule 3a gestaffelt beziehen will, spart je nach Kanton und Guthaben fünfstellig an Kapitalbezugssteuer – Progression wirkt pro Bezugsjahr separat.
  • Voraussetzung: Mehrere 3a-Konten parallel, weil ein Konto immer als Ganzes ausbezahlt werden muss. Üblich sind bis zu fünf Konten.
  • Zeitfenster: Frühestens 5 Jahre vor dem ordentlichen Rentenalter darf gestaffelt bezogen werden. Wer erst mit 60 anfängt, ist zu spät.
  • Ideal: Ab dem 40. Lebensjahr die Konten aufteilen und die künftigen Einzahlungen splitten – ältere Guthaben lassen sich nachträglich nicht mehr trennen.
Wenig Zeit?
3a-Staffelung ist Punkt 27 der Checkliste
Die restlichen 64 Punkte im Pensions-Check 65 decken alle acht Silos ab – von AHV bis Budget.

Warum die Säule 3a gestaffelt beziehen so viel Steuern spart

Die Kapitalbezugssteuer ist ein Sondersatz – separat vom übrigen Einkommen, meist deutlich tiefer als der ordentliche Tarif. Aber sie ist progressiv: Je grösser der Einzelbezug in einem Jahr, desto höher der Prozentsatz. Das gilt für Bundes-, Kantons- und Gemeindesteuer gleichermassen.

Ein Beispiel im Kanton Aargau: Ein Einmalbezug von 250'000 Franken kostet rund 22'000 Franken Steuer. Fünf Einzelbezüge von je 50'000 Franken (über fünf aufeinanderfolgende Jahre) kosten in Summe nur etwa 11'000 Franken. Die Ersparnis von 11'000 Franken ist reines Geld für dich – ohne Zusatzaufwand, ohne Risiko, ohne Marktentwicklung.

In Kantonen mit hohen Steuersätzen (BL, NE, GE, JU) ist die Ersparnis noch grösser. In Kantonen mit tiefen Steuersätzen (ZG, SZ, NW) ist der absolute Betrag kleiner, aber prozentual gleich.

Szenario Guthaben Steuer (Einmalbezug) Steuer (5 Tranchen) Ersparnis
Kleines Guthaben 100'000 ~5'000 ~3'500 ~1'500
Mittleres Guthaben 250'000 ~22'000 ~11'000 ~11'000
Grosses Guthaben 400'000 ~45'000 ~22'000 ~23'000
Sehr grosses Guthaben 600'000 ~75'000 ~36'000 ~39'000

Rechenbeispiel für mittleren Steuerkanton (z. B. AG/BL), inkl. Bundes-, Kantons- und Gemeindesteuer. Effektive Beträge stark kantonsabhängig – Zug/Schwyz deutlich tiefer, Neuenburg/Genf deutlich höher.

Wie funktioniert die 3a-Staffelung technisch?

Die Grundregel: Ein 3a-Konto muss immer als Ganzes ausbezahlt werden. Du kannst nicht «einen Teil» von einem Konto beziehen – entweder komplett oder gar nicht. Die einzige Möglichkeit zu staffeln: mehrere Konten führen.

Praktisch bedeutet das:

  1. Du eröffnest bei einem oder mehreren Anbietern (VIAC, finpension, frankly, klassische Bank) mehrere 3a-Konten – üblich sind bis zu fünf.
  2. Du verteilst die künftigen Einzahlungen auf diese Konten – entweder gleichmässig oder nach Strategie (z. B. drei mit hoher Aktienquote, zwei mit mehr Anleihen).
  3. Ab dem 60. Lebensjahr (bzw. spätestens 5 Jahre vor dem ordentlichen Rentenalter) beziehst du ein Konto pro Steuerjahr und staffelst die Auszahlung.
  4. Jeder Bezug wird separat besteuert – zum tiefen Sondersatz, aber ohne Kumulation.

Wichtig: Die 5-Konten-Grenze ist keine gesetzliche Vorgabe, sondern eine praktische Empfehlung vieler Steuerverwaltungen. Wer 10 Konten führt, riskiert, dass die Steuerverwaltung eine «steuerplanerische Umgehung» geltend macht und Konten zusammenrechnet.

Wann musst du mit der Staffelung anfangen?

Zwei Zeitfenster sind entscheidend:

Fenster 1: Konten aufteilen

Das musst du ab dem 40. Lebensjahr spätestens angehen. Warum so früh? Weil bestehende Guthaben nicht mehr getrennt werden können. Die Kontenteilung wirkt nur für künftige Einzahlungen – nicht rückwirkend für bereits eingezahltes Kapital.

Wer heute mit 55 nur ein 3a-Konto hat und noch 10 Jahre einzahlt, kann höchstens noch 4 zusätzliche Konten aufbauen – aber nur mit den nächsten 10 Jahres-Einzahlungen. Das alte Kapital (oft 2/3 des Gesamtguthabens) muss als ein Batzen bezogen werden.

Fenster 2: Staffel-Bezug

Der Bezug darf frühestens 5 Jahre vor dem ordentlichen Rentenalter starten – also mit 60 (Männer und Frauen ab 2028 einheitlich). Wer die Staffelung über 5 Bezugsjahre plant, muss also mit 60 anfangen, das erste Konto zu beziehen. Wer erst mit 63 startet, kann nur noch 2 Bezugsjahre nutzen (mit 63 und 64, plus je nach Regelung noch 65). Die Wirkung der Staffelung sinkt entsprechend.

Das ordentliche Rentenalter kann übrigens bis zu 5 Jahre aufgeschoben werden – wer das macht, verlängert sein 3a-Bezugsfenster entsprechend.

Die vier klassischen Bezugsgründe für die Säule 3a

Wichtig zu wissen: Die Säule 3a lässt sich nicht «einfach so» beziehen. Es gibt fünf zulässige Bezugsgründe:

  1. Erreichen des Rentenalters (oder frühestens 5 Jahre davor)
  2. Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit
  3. Kauf oder Amortisation von selbstbewohntem Wohneigentum (WEF-Vorbezug)
  4. Definitive Auswanderung aus der Schweiz
  5. Bezug einer vollen IV-Rente

Für die Staffelungs-Strategie relevant ist primär Grund 1 – die Pensionierung. Aber auch beim WEF-Vorbezug (Grund 3) kann die 3a-Staffelung wichtig sein: Wer für einen Immobilienkauf ein 3a-Konto komplett auflöst, sollte prüfen, welches Konto (und damit welches Steuerjahr) für den Bezug optimal ist.

Konten-Strategie: 3, 4 oder 5 Konten?

Drei Konten (Minimum-Strategie)

Für kleinere Guthaben (bis 100'000 Franken) reicht oft die Aufteilung auf drei Konten. Bezug in drei aufeinanderfolgenden Jahren, jeder Bezug in einem tiefen Steuersatz. Vorteil: Weniger administrativer Aufwand, gute Übersicht. Nachteil: Bei grösseren Guthaben bleibt Steueroptimierung liegen.

Vier bis fünf Konten (Standard-Strategie)

Für mittlere und grosse Guthaben (über 200'000 Franken) sind vier bis fünf Konten optimal. Bezug über vier bis fünf Steuerjahre. Vorteil: Maximale Steueroptimierung. Nachteil: Etwas mehr Konten-Management.

Kombiniert mit Aufschub

Wer bereit ist, die AHV oder den PK-Bezug aufzuschieben (bis zu 5 Jahre möglich), gewinnt zusätzliche Bezugsjahre. Beispiel: 3a-Staffelung von 60–64, dann Pensionierung mit 65. Oder: Aufschub bis 68, dann 3a-Staffelung von 60–64 plus PK-Bezug bei 68. Die Kombination erlaubt sehr feine Steueroptimierung.

Staffelung geklärt
Und die anderen 8 Silos?
Die Säule 3a ist ein Silo von neun. Der Pensions-Check 65 zeigt dir Fristen und Handlungen für alle.

Die häufigsten Fehler beim Säule 3a gestaffelt beziehen

  1. Zu spät anfangen mit der Aufteilung. Wer erst mit 55 zum ersten Mal Konten aufteilt, kann nur noch 10 Jahre Einzahlungen splitten. Der grössere Teil bleibt zusammen.
  2. Alle Konten beim gleichen Anbieter. Steuerlich ist das egal, aber bei einer Bankenkrise oder Anbieterproblemen ist Diversifikation sinnvoll. Zwei oder drei verschiedene Anbieter reichen.
  3. Nicht ausgeglichene Konten. Wer ein Konto mit 200'000 Franken und ein anderes mit 20'000 Franken hat, spart nicht optimal. Ideal: ähnliche Beträge pro Konto zum Bezugszeitpunkt.
  4. Bezug im selben Jahr wie PK-Bezug. Kapitalbezüge werden im selben Steuerjahr kumuliert – die Progression schnellt hoch. Wenn möglich, PK und 3a in verschiedene Jahre legen.
  5. Kanton nicht berücksichtigen. Wer im Bezugsjahr in einen steuergünstigen Kanton umzieht, kann massiv sparen. Aber: Der Wohnsitz muss echt sein (nicht nur pro forma).
  6. Bezugsanträge vergessen. Die 3a-Auszahlung erfolgt nicht automatisch – du musst sie jährlich beantragen. Wer den Antrag vergisst, verliert das Bezugsjahr nicht komplett, aber die Planung ist gestört.
  7. Kleinstsummen auf einem separaten Konto. Ein Konto mit unter 20'000 Franken lohnt den Verwaltungsaufwand kaum. Besser konsolidieren oder das Konto nicht führen.
Aus der Beratungspraxis

Eine Klientin, 62, kam mit einer 3a von 240'000 Franken auf einem einzigen Konto zu mir – aufgebaut über 25 Jahre bei der Hausbank. Ihr Plan: mit 64 alles auf einmal beziehen. Rechnung in ihrem Kanton (BL): rund 22'000 Franken Kapitalbezugssteuer. In fünf Tranchen à 48'000 Franken über fünf Jahre: rund 11'000 Franken. Differenz: 11'000 Franken geschenkt, wenn wir es früher aufgeteilt hätten.

Das Problem: Bestehende Guthaben lassen sich nicht mehr trennen. Sie musste den Einmalbezug hinnehmen. Deshalb sage ich in jeder Beratung mit Klienten unter 50: Öffne heute ein zweites, drittes 3a-Konto und verteile die neuen Einzahlungen darauf. In 15 Jahren wirst du dich freuen.

Neu ab 2026: Nachzahlungen in die Säule 3a

Ein wichtiger Punkt zur Aktualität: Seit dem 1. Januar 2026 ist es unter bestimmten Bedingungen möglich, versäumte 3a-Beiträge nachzuzahlen – für Beitragsjahre ab 2025 und rückwirkend bis zu 10 Jahre. Die genauen Regeln:

  • Nachzahlung ist nur möglich, wenn im Nachzahlungsjahr ein AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen erzielt wurde.
  • Nachzahlungen dürfen den ordentlichen Jahresmaximalbetrag im aktuellen Jahr nicht überschreiten.
  • Der ordentliche Beitrag muss im laufenden Jahr vollständig geleistet worden sein.
  • Die Nachzahlung ist im Nachzahlungsjahr steuerlich abziehbar.

Für die Staffelungs-Strategie eröffnet das interessante Möglichkeiten: Wer über mehrere Jahre Beitragslücken hatte (z. B. während Elternzeit oder Weiterbildung), kann diese nun füllen und gleichzeitig die Konten strukturieren. Details variieren – die konkrete Umsetzung bei deinem 3a-Anbieter prüfen.

Was die Staffelung nicht kann

Ein häufiges Missverständnis: Die Staffelung löst nicht das Problem eines zu grossen Guthabens. Wer 800'000 Franken 3a-Kapital angespart hat, kann durch Staffelung die Steuerlast senken – aber nicht auf null. Die Steuer bleibt substanziell.

Bei sehr grossen 3a-Guthaben lohnt sich zusätzlich zur Staffelung:

  • Bezug in einem steuergünstigen Kanton (echter Wohnsitzwechsel!)
  • Kombination mit PK-Bezug in einem anderen Jahr (keine Kumulation)
  • Nutzung von WEF-Vorbezug für Immobilien – bezieht 3a ohne Rentenaltererreichen und ohne separate Konten-Belastung

Für Detail-Strategien empfehle ich meinen ultimativen 3a-Guide für die Schweiz – dort gehe ich tiefer auf Anbieter-Vergleich, Anlagestrategien und Bezugs-Optionen ein.

Nach dem 3a-Bezug: Weiter investieren

Wer ausbezahlte 3a-Beträge weiter investieren will, braucht ein günstiges Depot – die 3a-Struktur ist abgebaut, aber die Anlage läuft weiter. Mein Broker-Partner Saxo Bank Schweiz vergibt aktuell CHF 500 Trading Credits (5 Monate gültig) für Neukunden.

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Ausgearbeitet von einem eidg. dipl. Finanzplanungsexperten. Aktualisierte Version 2026, mit Fristen und Vorlagen.

FAQ zum Säule 3a gestaffelt beziehen

Wie viele 3a-Konten darf ich haben?

Gesetzlich gibt es keine harte Obergrenze. In der Praxis akzeptieren die Steuerverwaltungen bis zu fünf Konten problemlos. Ab sechs Konten kann in einzelnen Kantonen die Frage nach steuerplanerischer Umgehung aufkommen. Fünf ist der sichere und ausreichende Rahmen.

Kann ich Konten von einem Anbieter zu einem anderen übertragen?

Ja. Der Übertrag von einer 3a-Stiftung zu einer anderen ist steuerneutral möglich – ohne Bezug, ohne neue Steuer. Praktisch: Beim neuen Anbieter Konto eröffnen, Übertragsformular ausfüllen, alte Stiftung transferiert. Dauert einige Wochen, aber Kapital bleibt gebunden.

Was ist wenn ich vor dem ersten Bezug sterbe?

Das gesamte 3a-Kapital wird nach der gesetzlichen Begünstigungsordnung ausbezahlt (BVV 3 Art. 2). Ehepartner erben zuerst, dann Nachkommen, dann weitere. Die Staffelung entfällt – die Erben erhalten alles auf einmal, aber sie zahlen keine Kapitalbezugssteuer sondern nur die Erbschaftssteuer (je nach Kanton).

Kann ich auch 4 Konten beziehen und eines behalten?

Nein, sobald du das Rentenalter erreicht hast, musst du alle 3a-Konten innerhalb einer bestimmten Frist beziehen – meist bis 5 Jahre nach dem ordentlichen Rentenalter. Wer bis dahin nicht bezieht, wird oft automatisch ausbezahlt.

Was zählt zum Kapitalbezugssteuer-Bezugsjahr?

Das Steueramt zählt alle Kapitalbezüge im gleichen Steuerjahr zusammen – 3a, Freizügigkeit, PK-Kapitalbezug. Wer im gleichen Jahr 100'000 aus 3a und 500'000 aus der PK bezieht, wird auf 600'000 progressiv besteuert. Deshalb Bezüge über mehrere Jahre verteilen.

Was, wenn ich früher als geplant ins Ausland ziehe?

Bei definitiver Auswanderung kannst du die 3a komplett beziehen – auch das gesamte Kapital auf einmal. Die Kapitalbezugssteuer fällt an – aber ohne Progressions-Kumulation mit späteren PK-Bezügen im Ausland. Für die Steueroptimierung ist eine Bezugsstaffelung vor der Auswanderung oft sinnvoller als der Einmalbezug beim Grenzübertritt.

Mein Take dazu

Die 3a-Staffelung ist einer der zuverlässigsten Steuerhebel im Schweizer Vorsorgesystem. Sie kostet dich absolut nichts – nur die einmalige Organisation, mehrere Konten aufzubauen. Und sie bringt garantiert fünfstellige Ersparnis, wenn dein Guthaben über 200'000 Franken liegt.

Mein ehrlicher Rat, den ich in fast jeder Beratung wiederhole: Hör heute auf, alles auf ein Konto einzuzahlen. Egal ob du 30 oder 55 bist – ein zweites, drittes 3a-Konto zu eröffnen dauert 10 Minuten und legt das Fundament für 10'000 bis 30'000 Franken Steuerersparnis in 15 Jahren.

Und wenn du zwischen VIAC, finpension und frankly überlegst: Alle drei erlauben mehrere Konten pro Kunde ohne Zusatzkosten. Bei VIAC kannst du sogar bis zu fünf verschiedene Anlagestrategien parallel pro Konto laufen lassen – das ist der eleganteste Aufbau, den ich in der Schweiz kenne.

Bis bald, FinanzFabio

FF
Über den Autor
Fabio Marchesin

Eidg. dipl. Finanzplanungsexperte mit Sitz in Lenzburg. Gründer von FinanzFabio – Schweizer Finanzblog mit über 258'000 Followern. Spezialisiert auf Vorsorge, Steuern und ehrliche Finanzbildung ohne Marketing-Sprech.

Hinweis zur Erstellung: Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI redaktionell aufgebaut und von Fabio Marchesin fachlich geprüft. Stand: September 2026.

ℹ️ Transparenz-Hinweis: Dieser Artikel wurde unter Einsatz von KI-Tools (Claude, Gemini) recherchiert und vorstrukturiert, anschliessend redaktionell überarbeitet, mit Fabios Erfahrung als Finanzplaner ergänzt und faktengeprüft.

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