Zum Hauptinhalt springen
Logo FinanzFabio – Schweizer Finanzblog
Geld verdienen mit Airbnb

Geld verdie­nen mit Airbnb

Wie wohl die meisten von Euch wissen, habe ich einen normalen Job. Mehr als acht Stunden am Tag komme ich meiner Verpflichtung nach, im Schnitt so 22 Tage im Monat. Zu diesen acht Stunden kommt aber noch mein Arbeitsweg. Von Tür zu Tür habe ich 40 Minuten – pro Weg. Einmal im Monat erhalte ich dafür einen Lohn. Und dann beginnt der nächste Arbeitsmonat, weitere 22 Tage, wieder der Lohn usw.
Das ist völlig ok. Aber ich will mehr. Es gibt viele Möglichkeiten, noch etwas dazu zu verdienen. Heute will ich Euch von meinen Erfahrungen als Airbnb-Host berichten.

Nütze, was du hast

Als ich letztes Jahr umgezogen bin, von der geliebten WG in die erste eigene Wohnung, war mir schnell klar, dass ich keine sinnvolle Verwendung für mein zweites Zimmer habe. Klar, ich kann ein Büro daraus machen, aber wozu? Brauchen würde ich es eh nicht. Ein Kleiderzimmer? Philipp hat vor Jahren einen Weg gefunden, meine Kaufräusche zu unterbinden. Heute verzichte ich oft aufs Shoppen, nicht um Geld zu sparen, sondern weil die Kleiderindustrie eine der schlimmsten Ressourcenverschwender überhaupt ist. Wie wäre es mit einem Gästezimmer? Aber wie oft schlafen deine Freunde wirklich bei Dir? Und wenn sie es tun, sind sie eh so betrunken, dass es auch das Sofa tut.

Aber wie wäre es mit einem Gästezimmer, das wirklich für Gäste gebraucht wird? Ich checkte auf Airbnb, was man alles braucht, um Gäste zu beherbergen. Eigentlich nur etwas, eine Schlafgelegenheit. Selbst Autos werden als Airbnbs angepriesen. Und gebucht!

Das Inserat ist sehr schnell erstellt. Kommt ein wenig darauf an, wieviel Du wirklich ausfüllen willst. Aber hier gilt: mehr ist mehr. Mühe musst Du dir vor allem bei den Fotos geben. Lieber zu viel als zu wenig.

Da ich mir beim Umzug ein neues Bett kaufte, konnte ich mein altes „Kinderbett“ ins neue Gästezimmer stellen. 140 cm sollten für 1-3 Nächte reichen. Coole Sache von Airbnb, man kann angeben, wie lange ein Aufenthalt maximal dauern darf. Zum Glück habe ich zwei Badezimmer, also auch kein Problem. Küche, Wohnzimmer und Balkon dürfen von den Gästen mitbenutzt werden. Mein Schlafzimmer mit en Suite Badezimmer sind für die Gäste verschlossen. Meine Wertsachen, wie mein Münzglas, mein Laptop und sonstige Gadgets, bewahre ich dort auf.

Nach gut 20 Buchungen habe ich festgestellt, dass die Küche noch nie jemand zum Kochen gebraucht hat. Besteck, Teller und Gläser werden gebraucht, jedoch wirklich den Herd benutzen, das macht Niemand.

Der Aufwand ein Airbnb zu betreiben, haltet sich in Grenzen. Der Mehraufwand beschränkt sich darauf, das Bett frisch zu beziehen, die Bettwäsche jedes Mal zu waschen und das Zimmer staubzusaugen. Das sind ca. 15 Minuten Arbeit. Dafür verrechne ich eine Reinigungspauschale von CHF 15. Die Preisgestaltung auf Airbnb ist wirklich sehr flexibel.

Als ich das Inserat aufschaltete, rechnete ich eigentlich nicht mit vielen Buchungsanfragen. Weder wohne ich in der Stadt, noch hat mein Dörfchen wirklich etwas zu bieten.

Am Anfang passierte auch nicht viel. Ohne Ratings ist es schwer Besucher anzulocken. Eigentlich das gleiche Problem, wie bei der Jobsuche nach der Lehre. Ohne Erfahrung kein Job, ohne Job keine Erfahrung. Scheiss Teufelskreis. Doch plötzlich Anfangs Juli kam die erste Buchung für eine Nacht. Während eines Stadtfestes im Nachbardorf. Der Gast hatte bereits positive Bewertungen, somit entschied ich mich, ihn auch anzunehmen. Da er aber ein volles Programm hatte, konnte ich ihm den Schlüssel nicht persönlich übergeben und legte ihn einfach in den Briefkasten. Long Story short, ich habe meinen ersten Gast nie gesehen. Er war vor mir am Stadtfest und kam nach mir nach Hause. Zu meiner Verteidigung, ich musste am nächsten Tag arbeiten. Meine erste Bewertung, 5 Sterne, den Gast nie gesehen, CHF 45.- verdient. Nun ja, Airbnb zieht da noch CHF 1.30 ab. Je nach dem für wieviel Du dein Zimmer anbietest, variiert dieser Abzug stark.

Eine Woche später hat ein guter Freund das Zimmer gebucht. Wieder eine saubere 5 Sterne Bewertung. Ab da kamen regelmässig Anfragen. Innert kürzester Zeit hatte ich 10 Gäste bei mir zu Hause, manche kamen sogar mehrmals. Stammgäste sind das Beste, was dir passieren kann. Du vertraust ihnen, eine Freundschaft wird aufgebaut und du musst dich nicht um sie kümmern. Mehrmals habe ich erlebt, dass ich einen Gast, welcher drei Nächte bei mir war, nie, wirklich gar nie, gesehen habe. Entweder war ich unterwegs oder sie. Das öffnet Euch vielleicht die Augen, wieviel wir für Wohnungen bezahlen und wie wenig wir sie brauchen.

Mit meinem Airbnb erziele ich nebenbei gut CHF 400 pro Monat. Es ist kein 100%ig passives Einkommen, aber es wandelt meine Wohnung von einer Verbindlichkeit zu einem Vermögenswert um. Zumindest zu einem gewissem Teil. Mein Hypozins ist damit bezahlt. Fehlen noch die Nebenkosten und Steuern für den Eigenmietwert.

Ein paar Tipps für dein Airbnb

Als Mieter musst Du deinen Vermieter anfragen. Ohne die Erlaubnis vom Vermieter riskierst Du eine Kündigung des Mieterverhältnisses.

Investiere 10% deines Ertrages wieder in deine Gäste. Ich lege ihnen immer Napolitains Schokolade von Lindt aufs Kopfkissen für die erste Nacht.

Biete, falls möglich, einen Mehrwert wie selbstständiges, spätes Auschecken und Abholung am Bahnhof an.

In meinem Wohnzimmer hat es einen Korb voll mit Trainerhosen für meine Gäste, damit sie es sich gemütlich machen können.

Ein Stammgast kommt fast jede Woche vorbei. Mit ihr habe ich die Abmachung, dass ich die Bettwäsche nicht jedes Mal wechseln muss, weil sie nur 1-3 Nächte hier schläft. Bei IKEA habe ich mir eine zweite Decke gekauft, damit ich für Gäste, die zwischen ihren Aufenthalten kommen, die Bettwäsche wechseln kann, ohne die Bettwäsche meines Stammgastes wechseln zu müssen. Das spart viel Zeit und ich muss weniger waschen.

Zum Schluss kann ich Euch nur sagen, dass ich noch nie schlechte Erfahrungen damit gemacht habe.

Viel Spass mit Euren Gästen.

Update 29. Spetember 2019

Mein Airbnb habe ich aufgelöst, als ich mich entschied mehr von zu Hause aus zu arbeiten. Ich nutze das zweite Zimmer jetzt effektiv als Büro fürs Homeoffice.

-Fabio

Hat dir dieser Beitrag gefallen?

5