Zum Hauptinhalt springen
Logo FinanzFabio – Schweizer Finanzblog
hör auf zu räppeln finanzfabio

Hör auf zu räppeln

Es kriselt im Team FinanzFabio. Warum? Philipp und ich haben eine Meinungsverschiedenheit. Auch wenn wir viel von unserem finanziellem Erfolg ihm zu verdanken haben, kann seine Sparsamkeit echt anstrengend sein.

Der Wert des Geldes

Versteh mich jetzt aber bitte nicht falsch. Das ist kein Freipass, Geld aus dem Fenster zu schmeissen, überhaupt nicht. Heute will ich mit dir darüber sprechen, wieso wir mit Geld zu viel Aufwand betreiben, Nerven und Zeit aufwenden - und das ohne wirklich messbaren Erfolg.

Diese Aussage kann ich damit belegen, dass es selten einen Fondsmanager gibt, der einen Index schlägt. Vielleicht gelingt ihm dieses Kunststück einmal oder zweimal, was ich aber eher auf Zufall zurück führe. Über 30 bis 40 Jahre wird er blass aussehen.

Bist du nicht an der Börse können wir auch auf alltägliche Dinge zurück greifen. Ob ich für ein Redbull CHF 1.70 oder 1.80 bezahle, ist mir ziemlich egal. Auch wenn ich die zehn Rappen optimieren kann, laufe ich dafür nicht extra in einen anderen Laden. Das ist es mir einfach nicht wert. Und genau hier fangen natürlich die Diskussionen mit Philipp an.

Geld automatisieren

Was sicher unabdingbar ist, du musst dir immer noch länger als fünf Minuten Gedanken über dein Geld machen. Speziell heute.

Geld automatisieren

Mittlerweile solltest du als Leser von FinanzFabio verstanden haben, dass dein Geld planbar ist. Dein Einkommen ist zu 99% planbar, deine Ausgaben sind zu 80% planbar. Diesen Vorteil sollten wir heute nutzen.

Wenn du ein Budget hast, was ich dir nach wie vor empfehle, dann weisst du wieviel Geld du wofür brauchst. Keine Angst, ich will jetzt nicht dein Budget mit dir kürzen, um zu schauen wo du zu viel Geld ausgibst, ich will es nur mit dir automatisieren.

Sparauftrag, Daueraufträge, LSV

Jetzt automatisieren wir Schritt für Schritt dein Geld

Sparauftrag 1

Überleg dir jetzt, wieviel du gerne jeden Monat sparen würdest. Zum sparen zähle ich auch das Geld, welches du anlegen willst. Nicht aber dein 3a Geld. Das behandeln wir separat. Es ist egal ob du jemals zuvor in einem Monat soviel sparen konntest. Wieviel würdest du gerne sparen? Hast du eine Zahl? Sehr gut. Und jetzt richtige dir einen Dauerauftrag ein. Log dich in dein Ebanking und tu es einfach. Zahlungsdatum? Einen Tag nachdem dein Lohn eintrifft. Bezahle dich zu erst, dann die anderen. Los, mach es.

Sparauftrag 2 + 3 + 4

Das sind die Sparkonten, von denen du weisst, dass das Geld im Verlaufe des Jahres wieder gebraucht wird. Sei es für die Autoversicherung, dein SBB Abo, fürs Fitness oder Ferien. Also alle grösseren Ausgaben die du planen kannst. Natürlich kannst du diese auch in einem Konto vereinen, wenn du dann die Übersicht hast. Was du nicht tun solltest, wären dein Sparkonto, welches wirklich zum sparen ist, mit diesen Kontos hier mischen.

Daueraufträge

Sparaufträge sind zwar auch Daueraufträge, werden aber für dich gebraucht. Daueraufträge sollten deine monatlich wiederkehrenden Kosten decken. Zum Beispiel für deine Säule 3a (Priorität!), Krankenkasse, dein Handyabo, Internet zu Hause (falls du das wirklich brauchst), Hypotheken, Nebenkosten, Schulden die du zurück bezahlst, Anteil am Bandrümli - was auch immer.

Lastschriftverfahren

Lastschriftverfahren funktionieren ähnlich wie Daueraufträge. Anstatt das du diesen in deinem Ebanking erfasst, wird dir meist ein LSV-Formular zugestellt, welches du unterschreiben musst und eine Kopie an den Absender und die Bank schickst. Diese haben den Vorteil, dass wenn die Zahlungen ändern können, zum Beispiel bei der Krankenkasse (Selbstbehalt). Nachteil, ein Lastschriftverfahren bucht dir den Betrag nur ab, wenn du genügend Geld auf dem Konto hast. Beispiel: du bezahlst CHF 240 für deine KK. Auf dem Konto hast du nur CHF 200. Das Lastschriftverfahren wird nicht ausgeführt, da du zu wenig Geld auf dem Konto hast.

Sparen vs. Einzelaktien vs. ETF

Beim Sparauftrag 1 habe ich erwähnt, dass du hier auch das Geld verbuchen sollst, welches du anlegen willst. Lass es mich erklären:

Sparen

Wer nur spart, verliert. Im heutigen Tiefzinsumfeld, dass bei den Sparkontos wohl bemerkt bei 0% liegt, verlieren wir jeden Tag Geld. Ganz langsam. Du bemerkst es gar nicht. Hier sind wir wieder beim räppeln, aber es ist leider eine Tatsache. Zusätzlich solltest du dir noch diese Frage stellen: Was nützen mir CHF 30'000 auf dem Sparkonto? Natürlich wir alle brauchen einen Notgroschen. Doch wie hoch soll dieser sein? Drei Monate alle Fixkosten sind sicher ein guter Ansatz. Du kannst auch sechs Monate zur Seite legen, aber mehr macht heute einfach keinen Sinn mehr.

Einzelaktien vs. ETF

Bildergebnis für börse zürich
Geld an der Börse anzulegen ist nichts schlimmes

Die Mehrheit der Menschen, nicht nur in der Schweiz, legt ihr Geld nicht an. Schon gar nicht an der Börse. Die Börse sei ein Glücksspiel, man verliert sein ganzes Geld an der Börse, alle wollen dich nur abzocken usw. Was resultiert daraus? Wir machen gar nichts mit unserem Geld und verlieren es an die Inflation.

Zu den Ausreden gehören meistens schlechter Zeitpunkt und ich bin schon zu alt dafür. Klar, ich versteh dich. Und ja, der beste Zeitpunkt war sicher vor 10 Jahren. Aber der zweitbeste Zeitpunkt ist jetzt. Tu es.

Wenn wir uns aber (endlich) dazu entscheiden, unser Geld an der Börse anzulegen, kommen weitere Entscheidungen auf uns zu. Und jetzt kannst du zwei Wege gehen. Du entscheidest dich A für Einzelaktien und dann wirst du immer wieder vor Entscheidungen gestellt oder du entscheidest dich B für zwei bis drei ETF's und lässt das ganze einfach laufen.

Ich selbst habe lange mit der Entscheidung gehadert. Welchen Weg soll ich einschlagen? Natürlich habe ich gedacht, ich bin besser als der Markt und schlage den Index, also kaufe ich Aktien. Wundersamerweise, genau in diesem Moment, als ich mein Ego auf dem hohen Ross erkannt habe, wurde mir aber völlig klar, dass ich niemals den Markt und den Index schlagen werde.

Mit Dividenden-ETF's in die finanzielle Freiheit

Nun verfolge ich glücklich, zufrieden und ohne viel Zeitaufwand eine klare Dividenden-ETF Strategie. Mein Ziel ist simpel und einfach. Ich will jeden Monat Dividenden erhalten, ohne dass ich mich in hunderte von Einzeltitel einkaufen muss.

Bildergebnis für etf
ETF

Einzelaktien fürs Networking

Um ganz Transparent zu sein: ja ich habe auch noch ein paar Einzeltitel. Die sehe ich aber nicht als Geld-Investment, sondern als Networking-Investment für 2020. Ab nächstem Jahr siehst du mich bestimmt an der einen oder anderen Generalversammlung in der Schweiz.

GV UBS 2019

Philipp und ich hoffen, dass das Essen wirklich so gut ist wie alle sagen.

Und jetzt?

Nun haben wir dein Geld automatisiert. Du sparst automatisch, du hast dich für eine Investmentstrategie entschieden und deine Rechnungen werden zum grössten Teil automatisch bezahlt. Perfekt.

Jetzt hast du Ruhe. Jetzt kannst du das ganze einfach laufen lassen. Du musst kein schlechtes Gewissen mehr haben, dich zu wenig um dein Geld zu kümmern. Du hast dich darum gekümmert. Und du hast so viel mehr gemacht, als viele jemals machen werden.

Entscheidungen, ob du jetzt für ein iPhone CHF 1'200 oder CHF 1'150 bezahlst, sind nebensächlich, wenn du das Grosse und Ganze automatisiert und somit optimiert hast.

Gratuliere, ich bin stolz auf dich. Und du solltest es auch sein!

-Fabio

Hat dir dieser Beitrag gefallen?

26

3 Kommentare

  1. Hallo Finanzfabio

    Spannender Artikel, ich handhabe es sehr ähnlich wie du. Wobei ich mir das RedBull für 1.70 Fr. gar nicht erst kaufe. Da kommt der Frugalist in mir hoch, tut mir leid 😀

    Wenn man schon die Möglichkeit hat Daueraufträge und LSV zu nutzen, sollte man das auch tun. Es erspart dir viel Zeit die du zum Beispiel in deine Weiterbildung stecken kannst.

    Mir gefällt dein Blog! Mach bitte weiter so!

    Liebe Grüsse
    Schweizer Minimalist [+][-]

  2. Oder den Mittelweg nehmen. Ein M budget energy drink kostet 70 rp anstelle 1.70 oder noch besser man sucht ne gesunde Alternative. Da spart man nicht nur Geld sondern später auch Gesundheits oder Zahnarztkosten.

Kommentare sind geschlossen.