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Kinder und Geld

"Weiss öper vo euch, was euchi Eltere vediene?"

*Schweigen*

"Weiss öper, wievel Mieti euchi Eltere zahle?"

Gestern und letzte Woche habe ich, wie schon seit bald 17 Jahren, ein Lehrstellentraining gegeben. Weil ich nicht anders kann, habe ich mit ihnen auch über Geld

Warum Kinder keinen Bezug zu Geld haben

Als ich selbst noch in der Lehre war, kam mir die Idee, Schüler besser auf die Lehrstellensuche vorzubereiten. Die Idee ist heute schon 17 Jahre alt und begann mit einem Schlüsselerlebnis während der Arbeit. Als Stift bist du meist der, der als erster das Telefon abnimmt (günstigste Arbeitskraft und so). Nun, was ich da erlebt habe, war definitiv ein Augenöffner.

"Mobiliar Versicherig in Lenzburg, Marchesin." Ein Schüler stotterte ins Telefon und fragte, ob er bei uns schnuppern dürfte. Da ich als Lehrling nicht selber entscheiden kann, wer schnuppern darf, wollte ich ihn mit der Lehrlingsverantwortlichen verbinden.

"Wie tönt er?" Eine einfache Frage, mit grossen Konsequenzen. "Nöd so guet." "Seisch ehm, mer sind scho bsetzt."

Baam! Einfach so, eine Absage schon am Telefon. Hätte der Junge am nächsten Tag noch einmal angerufen, ohne zu stottern, hätte er die Schnupperlehre wohl bekommen. Darum wollte ich damals den Schülern helfen, sich besser auf die Lehrstellensuche vorzubereiten.

Warum wir mit Kindern nicht nicht über Geld sprechen können

Über die Jahre hat sich das Lehrstellentraining entwickelt. Oder besser gesagt, ich selbst habe mich entwickelt. Mehr und mehr sehe ich, wieviel wir Schülern und Kindern noch auf den Weg geben sollten. Zum Beispiel Finanzen.

Es verwundert mich nicht, dass Kinder noch nicht wissen, was sie nach der Lehre verdienen werden. Natürlich soll der Lohn alleine nicht entscheidend sein, welche Ausbildung man antritt. Dennoch schulden wir es unseren Kindern, ihnen bewusst zu machen, was das Leben kostet. Und auch was man sich mit welchem Lohn leisten kann.

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Säule 3a bei frankly mit dem FinanzFabio Code

Wie wenig Bezug die Kinder heute zu Geld haben, zeige ich an einem Beispiel auf, welches ich gerade erlebt habe. Die Frage war einfach: Was kostet eine 2.5 Zimmer Wohnung hier in der Umgebung (Lenzburg AG)? Fragende Blicke auf Seite der Schüler und eine Antwort von ihnen: CHF 8'000 im Monat.

Natürlich kann ich mir dann die Frage nicht verkneifen, ob er wisse, was seine Eltern verdienen. "Weiss ich nicht!" Ich habe den Schülern erklärt, dass man nicht mehr als einen Drittel seines Lohnes, für die Miete bezahlen sollte. Eine einfache Rechnung, die daran scheitert, dass den Kindern nicht bewusst ist, dass nicht jeder CHF 24'000 im Monat verdient.

Wie erklärst du Kindern Geld

Hier stehe ich zugegebenermassen auch noch am Berg. Ich habe noch keine Kinder, habe aber bereits ein paar Ideen, wie ich die Sache angehen werde. Da mir Meikel ein grosses Geschenk machte und mich zum Götti von Ava ernannte, kann ich als Götti etwas mitreden. So ist es üblich, wir über Geld, neue Aufträge für unsere Firmen, aber auch über Ausgaben diskutieren - am Esstisch.

Hier geht es nie darum, wer letzten Monat mehr verdient hat. Im Gegenteil, es geht darum, den Kindern bewusst zu machen, dass man für Geld etwas leisten muss. Ich finde es zum Beispiel enorm wichtig, dass ein Kind weiss, wie viele Stunden Mami für CHF 100 arbeiten muss. Bei einem Familienausflug für CHF 200 (Eintritte, Billette, Essen, usw.) soll das Kind wissen, wieviel Stunden oder Tage dafür gearbeitet wurde.

Hilft übrigens auch dir als Erwachsener, wenn du weisst, für dein neues Leasing arbeitest du mehr als eine ganze Woche. Der Umkehrschluss wäre dann, dass du bei weniger Ausgaben auch weniger arbeiten gehen müsstest. Teilzeitpensum ahoi, verlängertes Weekend jede Woche.

Taschengeld und Kostenbeteiligung

Ich bin nicht wirklich Fan davon, Kindern zu Arbeiter zu erziehen. Finde es aber trotzdem wichtig, dass man nicht einfach Geld schenkt. Ausser zum Geburtstag und Weihnachten natürlich. Als Erwachsener kriegst du ja auch nicht einfach so Geld fürs nichts tun.

Ein weiterer Punkt wäre, was mit dem Taschengeld geschehen soll. Da unser Erwachsenenleben immer von laufenden Kosten begleitet wird, sollte man auch das den Kindern beibringen. Was müssen Kindern von ihrem Taschengeld selbst bezahlen? Schon nur die Handyrechnung wäre ein Anfang, zu dem sie einen Bezug haben.

FinanzFabio-Blogfoto

Der Marshmallowtest

Davon hast du vielleicht auch schon gehört. Kurz, man gibt seinem Kind ein Marshmallow und sagt ihm, wenn es das Marshmallow morgen noch hat, gibt es einen zweiten. Somit lernt man sich etwas aufzusparen, um später mehr davon zu haben. Kennen wir doch vom Sparen irgendwie? Bei mir würde es am nächsten Tag wohl 1.07 Marshmallows dazu geben :p

Sicher auch eine wichtige Lektion fürs Leben, dass man manchmal besser auf eine Belohnung verzichtet. Zum Beispiel noch ein paar Jahre bei den Eltern zu leben, um Geld zu sparen. Vielleicht soviel, dass man schon das Eigenkapital für eine Wohnung zusammen hat.

Rede mit deinen Kindern über Geld, bau das Thema ins Familienleben ein. Finanzielle Bildung ist in erster Linie Aufgabe der Eltern.

Bis bald,

FinanzFabio

Ps. Klick gerne das Herzchen hier unten an. Redest du mit deinen Kindern bereits über Geld?

Finanzplaner-Fabio-Marchesin-FinanzFabio
Finanzplaner Fabio Marchesin aka. FinanzFabio

FinanzFabio will mit finanzieller Bildung auf seinem Blog die Schweiz vor der Altersarmut retten. Ich glaube nicht mehr an die AHV.

www.finanzfabio.ch

Wichtiges Thema, wenn du deine Kinder vor der Altersarmut retten willst.

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2 Kommentare

  1. Meine Kinder sind erst 2 und 5. Ich gehe jeweils einmal im Monat in die Ludothek und die Kinder dürfen sich neue Spielsachen aussuchen. Dabei haben sie ein Budget von 15-20.-. Sie lernen schnell entweder nehme ich viel kleine sachen die günstig sind oder eben auch grössere Sachen die dann halt mal 5.- Kosten. Es gab Monate da haben sie sich nur günstige Sachen ausgesucht und gemerkt es macht kein Spass. Jetzt haben sie eine gute Mischung 🙂

    Taschengeld möchte ich auch gerne anfangen ab dem Kindergarten und ich würde gleich 1.- / Woche geben da dies einfach ist zum Rechnen.

    Sobald die Kids grösser sind möchten wir das Thema Finanzen in einem regelmässigen Familienmeeting besprechen. Sobald die Kinder auch etwas verdienen sollen sie sich % beteiligen zum Beispiel an Miete, Internet aber schon das noch was übrig bleibt weil sonst ist es unfair aber nicht zu gemütlich das sie ewigs bei uns wohnen bleiben 😉

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