FinanzFabio Empfehlung
Lombardkredit ab 1% – direkt bei Saxo Bank Schweiz
Exklusiv über FinanzFabio: CHF 500 Trading Credits sichern
Was dich in diesem Beitrag erwartet
- Lombardkredit bei Saxo Bank Schweiz: So funktioniert's
- Was ist ein Lombardkredit überhaupt?
- Wie funktioniert der Lombardkredit bei Saxo konkret?
- Was kostet der Lombardkredit bei Saxo?
- Wofür kannst du den Lombardkredit nutzen?
- Das grösste Risiko: der Margin Call
- Wie aktivierst du den Lombardkredit bei Saxo?
- Für wen eignet sich der Lombardkredit – und für wen nicht?
- FAQ: Lombardkredit bei Saxo Bank Schweiz
- Fazit: Mächtiges Instrument – aber nur für die Richtigen
Lombardkredit bei Saxo Bank Schweiz: So funktioniert's
Du hast ein Depot voll mit ETFs und Aktien – und trotzdem kein Geld für eine neue Chance, die gerade auftaucht? Oder du willst kurz Liquidität, ohne dein Portfolio zu verkaufen? Genau für diese Situationen gibt es den Lombardkredit. Seit Juli 2025 bietet die Saxo Bank Schweiz dieses Instrument direkt über die Plattform an – und die Konditionen sind im Schweizer Vergleich interessant. Aber: Ein Lombardkredit ist kein Spielzeug. Hier bekommst du alles, was du wissen musst – ehrlich und ohne Schönfärberei.
Das Wichtigste in Kürze
- 💡 Lombardkredit = Kredit mit deinem Depot als Sicherheit
- 📈 Bei Saxo als «Margin Lending» bezeichnet – seit Juli 2025 verfügbar
- 💰 Zinssatz: ab 1% (Classic-Kunden: ca. 2%)
- 🔒 Sicherheit: Aktien, ETFs, Anleihen und Fonds im Saxo-Depot
- ⚠️ Risiko: Margin Call bei fallenden Kursen – Zwangsliquidation möglich
- ✅ Für wen: Erfahrene Anleger mit stabilen, diversifizierten Portfolios
Was ist ein Lombardkredit überhaupt?
Stell dir vor, du besitzt eine Wohnung im Wert von CHF 500'000. Die Bank gibt dir darauf eine Hypothek – sie nimmt die Wohnung als Sicherheit. Beim Lombardkredit ist es dasselbe Prinzip, nur mit deinem Wertschriftendepot statt einer Immobilie.
Du verpfändest deine Aktien, ETFs oder Obligationen als Sicherheit – und bekommst dafür eine Kreditlinie. Das Depot bleibt dir, die Wertschriften laufen weiter, Dividenden werden weiterhin gutgeschrieben. Du hast einfach zusätzliche Kaufkraft.
Saxo nennt das intern «Margin Lending». Gemeint ist dasselbe.
Wie funktioniert der Lombardkredit bei Saxo konkret?
Saxo bewertet jeden Vermögenswert in deinem Depot nach einem Risiko-Rating von 1 (geringstes Risiko) bis 6 (höchstes Risiko). Je sicherer ein Titel eingestuft wird, desto mehr darfst du dagegen leihen.
Das Stichwort hier ist Beleihungswert (auch «Haircut» genannt). Ein breit diversifizierter ETF auf den S&P 500 hat typischerweise ein tieferes Rating als eine einzelne Small-Cap-Aktie. Saxo finanziert dir einen Teil des Marktwerts – nicht den vollen Betrag.
Rechenbeispiel: Lombardkredit bei Saxo
| Position | Betrag |
|---|---|
| Depotwert (ETFs + Aktien) | CHF 100'000 |
| Lombardkredit (z.B. 50% Beleihung) | CHF 50'000 |
| Zinssatz Classic-Konto (ca. 2%) | CHF 1'000 / Jahr |
| Neue Kaufkraft total | CHF 150'000 |
Beispielrechnung zur Veranschaulichung. Quelle: Saxo Bank Schweiz, Stand 2025. Zinssätze können variieren.
Was kostet der Lombardkredit bei Saxo?
Der Zinssatz beginnt laut Saxo ab 1% – je nach Kontomodell und Kreditvolumen. Classic-Kunden zahlen aktuell ca. 2%. Zinsen werden täglich berechnet und monatlich belastet. Du zahlst also nur für das, was du tatsächlich und so lange du es in Anspruch nimmst.
| Kontomodell | Lombardkredit-Zinssatz (ca.) |
|---|---|
| Classic | ca. 2% |
| Platinum (ab CHF 200'000) | günstiger |
| VIP (ab CHF 1 Mio.) | individuell verhandelt |
Zinssätze können sich ändern. Aktuelle Konditionen direkt bei Saxo prüfen unter: Handelsbedingungen → Handelskurse.
Im Vergleich zu einem Privatkredit oder einer Kreditkarte (typisch: 8–12% in der Schweiz) ist das deutlich günstiger. Aber: Ein Privatkredit hat kein Zwangsliquidationsrisiko. Das ist der entscheidende Unterschied – mehr dazu gleich.
Wofür kannst du den Lombardkredit nutzen?
Saxo erlaubt den Lombardkredit für zwei Hauptzwecke:
1. Investitionen hebeln
Du siehst eine Chance – ein Sektor bricht ein, du willst nachkaufen, aber dein Cash ist investiert. Mit dem Lombardkredit kaufst du zusätzliche Positionen, ohne Bestehendes verkaufen zu müssen. Dein Portfolio bleibt intakt, dein Zinseszinseffekt läuft weiter.
2. Liquidität ohne Verkauf
Auto kaputt, Renovierung, kurzfristige Liquiditätslücke. Du brauchst CHF 20'000 – willst aber deine ETFs nicht verkaufen, weil du langfristig investierst. Mit dem Lombardkredit hebst du das Geld ab und zahlst nur die kurze Zinszeit zurück.
💡 Fabios Meinung dazu
Ich nutze Lombardkredite nicht zur Spekulation. Was ich jedoch nachvollziehen kann: Wer kurzfristig Liquidität braucht und ein stabiles, diversifiziertes Langzeitdepot hat, kann damit Verkäufe vermeiden – das ergibt Sinn. Wer aber ETFs auf Pump kauft, um die Rendite zu maximieren, spielt mit dem Feuer. Das klingt attraktiv, bis der Markt 30% korrigiert.
Das grösste Risiko: der Margin Call
Das ist der Teil, den du dir wirklich einprägen solltest. Bevor du irgendetwas anderes verstehst – versteh das hier.
Wenn dein Depot an Wert verliert, sinkt auch der Wert deiner Sicherheit. Saxo überwacht die sogenannte Lombardkredit-Nutzung – also wie viel du im Verhältnis zu deiner Sicherheit ausgeschöpft hast. Erreichst du 75%, bekommst du einen Margin Call: eine Warnung, dass du handeln musst.
🚫 Was passiert bei einem Margin Call?
- Saxo fordert dich auf, mehr Geld einzuzahlen oder Positionen zu reduzieren
- Tust du nichts, kann Saxo Positionen zwangsliquidieren – nach eigenem Ermessen
- Das bedeutet: Du verkaufst auf dem Tiefpunkt, nicht wenn du willst
- Alle offenen Aufträge werden sofort storniert
- Saxo empfiehlt, die Auslastung stets unter 70% zu halten
Stell dir vor: 2020, Coronacrash. Dein Depot fällt 35% in drei Wochen. Deine Lombardkredit-Nutzung schiesst durch die Decke. Du bekommst einen Margin Call – aber du hast kein Cash zur Hand. Saxo liquidiert deine ETFs auf dem Tiefpunkt. Der Markt erholt sich danach um 80%. Du bist nicht dabei.
Das ist kein Worst-Case-Szenario. Das ist Realität – und passiert genau in den Momenten, in denen es am schlimmsten wehtut.
Wie aktivierst du den Lombardkredit bei Saxo?
Die Beantragung läuft komplett digital:
Schritt 1: Bei Saxo einloggen → Mein Profil → Ihr Konto → Lombardkredit
Schritt 2: Kurzen Fragebogen ausfüllen (Risikocheck) + Identifikation via Ausweis und Selfie
Schritt 3: Kreditlinie wird basierend auf deinem Depot und den Beleihungswerten berechnet
Schritt 4: Kredit abrufen oder direkt in neue Positionen investieren
Beachte: Der Lombardkredit ist nur für Privat- und Firmenkonten verfügbar, nicht für Gemeinschaftskonten. Wohnhaft sein musst du in der Schweiz oder den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Für wen eignet sich der Lombardkredit – und für wen nicht?
✅ Geeignet für dich, wenn...
- Du ein stabiles, diversifiziertes Depot hast
- Du kurzfristig Liquidität brauchst ohne zu verkaufen
- Du die Risiken (Margin Call) wirklich verstehst
- Du die Auslastung aktiv überwachst
- Du Erfahrung mit Börse und Hebeln hast
🚫 Nicht geeignet, wenn...
- Du noch am Anfang deiner Investitionsreise stehst
- Dein Depot aus wenigen konzentrierten Positionen besteht
- Du bei Kursschwankungen nervös wirst
- Du keinen Cash-Puffer für Nachschüsse hast
- Du spekulativ traden willst
FAQ: Lombardkredit bei Saxo Bank Schweiz
Fazit: Mächtiges Instrument – aber nur für die Richtigen
Der Lombardkredit bei Saxo ist günstig, flexibel und digital beantragbar. Als kurzfristiges Liquiditätswerkzeug – ohne spekulatives Hebeln – kann er durchaus Sinn ergeben, wenn du ein stabiles, diversifiziertes Depot hast und die Risiken wirklich verstehst.
Aber ich sage es direkt: Wer noch nicht weiss, was ein Margin Call ist – oder wer nervös wird, wenn der Markt mal 20% korrigiert – sollte die Finger davon lassen. Kein Instrument in der Finanzwelt ist so geeignet, langfristig aufgebautes Vermögen in kurzer Zeit zu vernichten wie ein schlecht verwalteter Lombardkredit in einem Crash.
Versteh das Werkzeug. Dann entscheide.
Bis bald,
FinanzFabio
Über den Autor
Fabio Marchesin | Unabhängiger Finanzplaner & Gründer von FinanzFabio. Ausgebildeter Finanzplaner mit eidg. Fachausweis, seit 2018 Betreiber des grössten unabhängigen Schweizer Finanzblogs. Berät keine Produkte, sondern Menschen.