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Mit ETFs die AHV retten

"Ha gemeint du hegsch do en super gheimplan "

"Ja de hani. Aber i wett eigentli nöd politisch werde. Obwohl dini Meinig dezue spannend wär."

"Verzell!"

Eine spannende Unterhaltung, die damit begann, ob Alt-Bundesrat Blocher plötzlich selbst angst um seine AHV hat, weil er jetzt plötzlich aus dem nichts doch seine Bundesratsrente ausbezahlt haben will. Nicht das der Milliardär es wirklich nötig hätte, Anspruch auf die Rente hat er aber. Wir gehen auch nicht zur Pensionskasse des Arbeitgebers verzichten auf unser Kapital oder die Rente. Vielleicht hat ihm die Tochter auch nur sein Taschengeld gestrichen.

Die Fehler der AHV

Über die AHV schreibe ich sehr wenig. Aus gutem Grund. Ändern kannst du nichts daran, ohne das die ganze Schweiz damit einverstanden ist. Bei der Pensionskasse musst du nur deinen Chef überzeugen oder die GL. Die Säule 3a ist deine eigene Verantwortung. Aber was wenn wir die AHV wirklich ändern könnten? Wie würden wir sie neu gestalten?

Ich lade dich heute ein, auf einer grünen Wiese mit mir die AHV neu zu erfinden und sie fair wirklich fair zu machen. Zu einem Schnäppchenpreis, der aber vorausbezahlt werden muss. Am besten nimmst du jetzt deinen Taschenrechner nach vorne und prüfst, ob ich mich verrechnet habe.

Aber zuerst, zeige ich dir noch ein paar Fehler in der AHV auf, damit du verstehst, was und warum wir sie ändern müssen.

Das Umlageverfahren

Anders als bei der Pensionskasse und der Säule 3a, sparst du in der AHV nicht für dich selbst, sondern für die, die heute bereits pensioniert sind. Oder anders ausgedrückt. Was du heute in AHV einbezahlst, gibt deine Grossmutter morgen im Coop aus um Essen zu kaufen.

Klingt jetzt garnicht so übel. Das Problem: Deine Grossmutter erhält mindestens CHF 14'220 im Jahr aus der AHV. Mindestens. Das ist die minimale AHV-Rente. Sie kann aber auch CHF 28'440 erhalten, die AHV Maximalrente. Ich weiss zwar nicht was du verdienst, aber ich bezahle keine CHF 28'440 in die AHV pro Jahr, also kann ich meine Grossmutter alleine nicht durchfüttern.

Du und dein Arbeitgeber zusammen bezahlen jeden Monat 8.7% in die AHV ein. Wenn du also CHF 100'000 verdienst, sind das erst CHF 8'700. Reicht also nicht für die minimale, geschweige für die AHV Maximalrente.

Was haben sich die klugen Köpfe also 1948 bei der Einführung der AHV gedacht? Nun sie rechneten damit, dass 19 Erwerbstätige für einen Pensionierten einzahlen. Und, fairerweise, muss man sagen das die Lebenserwartung 1948 noch weit weg war von 86ig. Heute sind es noch knapp vier Erwerbstätige für einen Rentner. Irgendwas ging bei der Berechnung also gründlich schief.

Die AHV-Beitragslücken

Letzten Donnerstag hat der SRF einen interessanten Beitrag zu den AHV-Beitragslücken veröffentlicht.

Diese Beitragslücken entstehen dadurch, wenn man nicht ab Alter 21 in die AHV einbezahlt. Wenn du also studierst bis 25 und dich nicht selbst darum kümmerst, hast du später ein Problem. Auch wenn du dir ein Jahr Auszeit nimmst vom 01. Janur bis zum 31. Dezember eines Jahres, dann hast du eine Beitragslücke. Lösen kannst du das Problem einfach, da du bis zu fünf Jahre rückwirkend in die AHV nachzahlen kannst. Aber nur, wenn du bereits in der Schweiz wohnhaft warst in diesen fünf Jahren.

Du solltest auch unbedingt prüfen, ob alle deine Arbeitgeber für dich in die AHV einbezahlt haben. Haben es diese verschlampt, wird deine Rente gekürzt und nicht ihre. Dafür benötigst du allerdings alte Lohnausweise und evtl. eine Steuererklärung. Aber wenn wir ehrlich sind, wer bewahrt schon Lohnausweise von vor 20 Jahren auf?

Noch problematischer sind die AHV-Beitragslücken übrigens für Zuzüger in die Schweiz. Wenn zum Beispiel unsere Freunde vom grossen Kanton in die Schweiz ziehen mit 35 Jahren, dann fehlen ihnen bereits 14 Jahre. Unmöglich das aufzuholen. Natürlich würden diese aus Deutschland eine kleine Rente bekommen für die 14 Jahre welche sie dort gearbeitet haben, aber wir wissen alle, dass wir hier mehr verdienen aber auch viel mehr bezahlen für alles als in Deutschland.

Die Kürzungen können also ziemlich massiv sein.

Kürzung bei Frühpensionierung

Nicht nur fehlende Beitragsjahre können zu Kürzungen führen, auch eine Frühpensionierung kommt den Rentner teuer zu stehen. 6.8% pro Jahr. Wenn du also mit 63 in Rente gehen willst, statt mit 65, werden dir, lebenslang, 13.6% weniger AHV ausbezahlt. Gehen wir von einer AHV Maximalrente aus und das du 86 wirst, werden dir CHF 466'871 über den ganzen Zeitraum, statt CHF 540'360 ausbezahlt. Du verlierst also CHF 73'489.

Ziemlich viel Geld, wenn du bedenkst, dass du je nachdem was du verdienst, sowieso viel mehr einbezahlst, als du je bekommen wirst.

Der Durchschnittslohn ist massgebend

Da es eine minimale und eine AHV Maximalrente gibt, muss es auch eine Berechnungsgrundlage dafür geben. Die Grundlage wäre die Skala 44. Warum Skala 44? Theoretisch sollten wir alle ab 21 bis 65 in die AHV einbezahlen. Das sind genau 44 Beitragsjahre - deswegen Skala 44.

Die Skala 44 berücksichtig aber nur Löhne bis CHF 85'320. Das ist der massgebende maximale AHV-Lohn. Verdienst du aber mehr als CHF 85'320, sagen wir CHF 100'000 oder CHF 120'000 oder noch (viel) mehr, bezahlst du trotzdem in die AHV ein. Auch nicht fair, wenn deine Rente gedeckelt ist aber du unter extremen Umständen sogar mehr im Jahr in die AHV einbezahlst, als du je daraus erhalten wirst.

Auf der anderen Seite ist es hier wieder typisch, dass die besser Verdienenden auch später mehr Rente erhalten. Mit besser Verdienenden meine ich hier übrigens alle die den Lohn von CHF 85'320 erreichen. Wer weniger verdient, kriegt weniger Rente.

Die Plafonierung der AHV

Wieder so ein geiles Wort aus unserem Vorsorgesystem: Plafonierung. Es bedeutet soviel wie eine Kürzung der Renten bei Ehepaaren. Verheirate erhalten lediglich 150% der AHV Maximalrente, statt 2 x 100%. In CHF: 42'660 statt (plafoniert) statt CHF 56'880 (2 x mal die volle Rente).

Bist du verheiratet könnt ihr euch also jedes Jahr CHF 14'440 ans Bein streichen.

Die hohen Kosten für die Arbeitgeber

Da die AHV nicht nur vom Arbeitnehmer, sondern auch vom Arbeitgeber finanziert wird, ist die AHV für alle Unternehmen ein hoher Kostenfaktor.

Mehr Bezüger als Zahler

Das Umlageverfahren habe ich ja bereits erklärt. Nun wird es hier aber ziemlich bald und ziemlich schnell eine grössere Verschiebung geben aus einem einfachen Grund: Die Babyboomerbabys werden pensioniert. Nie gab es soviel Babys pro Jahr, wie bei den Babyboomers. Diese Generation wird jetzt aber nach und nach pensioniert und das Gleichgewicht der AHV wird endgültig kippen. Das führt zu mehr AHV-Bezüger als es überhaupt noch junge Leute gibt, die für sie einbezahlen können. Dies wird der unweigerliche Todesstoss der AHV sein.

Die Politik wird noch lange mit neuen Steuern versuchen, die AHV zu retten. Bis sie endlich einsehen und vor allem eingestehen, dass sie versuchen ein Fass ohne Boden zu stopfen, wird es für die AHV längst zu spät sein.

Genau deswegen brauchen wir neue Lösungen.

Meine Idee zur Rettung der AHV: ETFs ab Geburt

Die AHV war 1948 sicher eine gute Idee. Leider haben wir es verschlafen, sie den neuen Gegebenheiten anzupassen. Die Menschen werden älter, weniger Personen zahlen in die AHV ein und die enormen Regulierungen machen sie extrem unflexibel.

Mir schwebt eine moderne, kostengünstige Lösung vor. Die Lösung ist so simpel und vor allem, sie ist Risikolos. ETFs.

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FinanzFabio

Wer über finanzielle Bildung verfügt, weiss das Aktien die rentabelste Geldanlage überhaupt sind. Sie ist nicht nur rentabel, ab einem Anlagehorizont von 15 Jahren ist sie auch sehr sicher. Egal wieviel Geld wir gerade während Corona verloren haben, in 14 Jahren interessiert das keinen mehr. Auch wenn deine 15 Jahre jetzt gerade bei Corona abgelaufen sind - du hast Gewinn gemacht.

Jetzt stell dir vor, du hast nicht einen Anlagehorizont von 15 Jahren sondern von 65 Jahren. Oder von 100 Jahren. Hier meine Idee:

CHF 15'000 um die AHV zu ersetzen - einmalig

Bei der Geburt jedes Kindes in der Schweiz, werden CHF 15'000 in einen global diversifizierten, thesaurierenden ETF einbezahlt. An dieser stelle möchte ich die Chance nutzen, noch einmal einzelne Schlagwörter zu erklären, damit alle verstehen, wovon ich rede:

ETF

Exchange traded Funds - passiv verwaltete Fonds, die nichts weiter machen als blind einen Markt abzubilden. Da sie wirklich Blind einem Index folgen, braucht es keine teuren Fondsmanager und sind daher extrem günstig. Es gibt ETF die einen TER von 0.07% haben. Selbst 0.2% wäre extrem günstig.

Global diversifiziert

Wir legen nicht alle Eier in einen Korb. Es gibt ETFs die als Index die ganze Welt abbilden. Darin sind tausende von Unternehmen drin. Es ist schlicht unmöglich, dass alle Unternehmen dieser Welt gleichzeitig Pleite gehen.

Thesaurierend

Bei ETFs gibt es ausschüttende und thesaurierende Fonds. Ausschüttende zahlen regelmässig eine Dividende (quasi ein Zins) aus. Thesaurierende Fonds bezahlen die Dividende nicht aus, sondern reinvestieren diese wieder in sich selbst. Anstatt das du quasi CHF 20 auf dein Konto gutgeschrieben bekommst, kauft es wieder für CHF 20 neue Fondsanteile. So wächst dein Vermögen automatisch mit und du musst rein gar nichts dafür tun.

Dividende

Wenn man bei Aktien und Fonds von Dividenden spricht, meint man damit die Gewinnbeteiligung einer Firma, von deren du Anteile in Form von Aktien gekauft hast. Macht die Firma Gewinn, hast du Anrecht auf einen Teil davon.

Finanzierung der CHF 15'000

Die AHV ist die staatliche Vorsorge. Meine Idee wäre, dass der Staat, also die Schweiz selbst, CHF 7'500, rund die Hälfte, in den ETF einbezahlt. Die andere Hälfte wird von den jeweiligen Arbeitgebern der Eltern bezahlt. Also CHF 3'750 pro Arbeitgeber - einmalig.

Zum Vergleich, wer heute bereits CHF 85'320 verdient (soviel braucht es im Schnitt für die AHV Maximalrente von CHF 28'440) erhält von seinem Arbeitgeber CHF 3'711.42 als AHV-Beitrag - jedes Jahr.

Hochrechnung der CHF 15'000

Ich hoffe, du hast deinen Taschenrechner bereit.

Du darfst selbst googeln, wie hoch die durchschnittliche Rendite von Aktien über einen langen Zeitraum sind. Zitiere lediglich einen Ausschnitt aus einem Bericht der Handelszeitung vom 11.02.2019:

"Seit 1926 legten Schweizer Aktien jährlich rund 7,8 Prozent zu. Konkret: Aus 1000 Franken, die 1926 in Schweizer Aktien investiert wurden, wären heute 940'000 Franken geworden – abzüglich etwaiger Kosten für die Vermögensverwaltung."

https://www.handelszeitung.ch/geld/so-rentabel-sind-aktien-langfristig

Ich bin Grosszügig und rechne mit nur 7%:

+/- 15'000 PV x 65 N x 7 I/YR = 1'219'092.92

Übersetzt, wenn du nicht mit dem Finanztaschenrechner HP 10BII vertraut bist:

CHF 15'000 Einlage, Laufzeit 65 Jahre zu einem Zins von 7% ergibt ein Endvermögen von CHF 1.219 Millionen.

Schau nicht so schockiert in den Bildschirm und rechne es nach. Wollen wir jetzt noch die Rente davon berechnen?

Verrentung der CHF 1'219'092

Ab jetzt können wir theoretisch zwei Wege gehen. Die CHF 1.2 Millionen werden dem Rentner ausbezahlt, oder wir wandeln den thesaurierenden ETF in einen ausschüttenden ETF. Liest du schon länger meinen Blog, weisst du, welche Methode ich bevorzuge. Spielen wir beide Szenarien durch.

Auszahlung des Kapitals mit festem Rentenbezug

Die heutige AHV rechnet mit einem Alter von 86 bis wir uns verabschieden und ins Licht treten. Da ich sage, 86 reicht nicht, würde ich das Alter gerne auf 100 erhöhen. Ab Pension also noch 35 Jahre, statt den heutigen 19 Jahren.

CHF 1'219'095 / 35 = CHF 34'831.23 pro Jahr.

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Zur Erinnerung, die heutige AHV bezahlt maximal CHF 28'440, wenn du nicht verheiratet bist. Bist du verheiratet erhaltet ihr CHF 42'660. Mit meiner Lösung gibt es aber zweimal CHF 34'831, Total CHF 69'662.

Finanzierung der Altersrente mit der 4% Regel

Jetzt wäre es in meinen Augen aber ein massiver Fehler, das Geld vom Markt zu nehmen und die restlichen 35 Jahr nicht angelegt zu lassen. Speziell wenn wir hier von der 4% Regel gebrauch machen können.

Die 4% Regel besagt, dass du 4% deines Vermögens jedes Jahr verbrauchen kannst, ohne das dein Kapital sich verkleinert an der Börse. Rechnen wir nach.

CHF 1'219'095 x 4% = CHF 48'763.72 pro Jahr.

Statt CHF 28'440 erhältst du also CHF 20'000 obendrauf. Egal wie alt du wirst. Bist du verheiratet sind es sogar CHF 54'867 mehr, jedes Jahr.

Und einfach zur Erinnerung, du hast dann immer noch ein Kapital von CHF 1'219'295 auf der hohen Kante, welches jedes Jahr noch ein wenig ansteigen wird.

Ja aber was wenn die Börse genau dann fällt wenn ich in Pension gehe

Die Frage ist zwar berechtigt, leider zeigt sie auch die fehlende finanzielle Bildung in einem der reichsten Länder der Welt, der Schweiz.

Nach 65 Jahren kann die Börse bei ihrem Fall von mir aus auch noch einen doppelten Rückwärtssalto machen, du hast auf jeden Fall genug Geld damit verdient. Ist die Börse am Boden, musst du lediglich CHF 28'440 (nach der heutigen AHV Maximalrente) oder CHF 48'763 (die Rente aus meiner Idee) beziehen. Der Rest hat dann wieder Zeit, sich zu erholen. Gerade jetzt in Zeiten von Covid-19 haben wir gesehen, wie schnell am Börsenplatz 40% verloren gehen können, aber auch, wie schnell sich die Börse wieder erholen kann.

Denkt selbst nach, wie wir das Problem mit der AHV lösen können. Meinen Beitrag habe ich heute geleistet. Hast du auch Ideen, wir wir die AHV retten können, schreib mir einen Kommentar. Und wenn es Leute in der Politik gibt die das Lesen, ich bin gerne bereit lange mit euch darüber zu diskutieren.

Bis bald,

FinanzFabio

Ps. Der Beitrag wurde etwas länger als geplant. Du darfst gerne das Herzchen hier unten anklicken für meine Bemühungen und zur Rettung der AHV deiner Kinder.

Pps. Mit 7.8% wären es übrigens CHF 1'978'384 geworden

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20 Kommentare

  1. Hoi Fabio

    Super Beitrag. Die Idee mit ETFs vorzusorgen, finde ich top. Du schreibst, dass insbesondere global diversifizierte, thesaurierenden ETF empfehlen würdest. Wie erkennt man den, ob sie thesaurierend sind und welche würdest du empfehlen oder gar selber im Depot?

    Weiter so 👍💪

    1. Guten Morgen Dam

      Vielleicht sollte ich hier noch konkretisieren. Speziell für diese AHV-Lösung, empfehle ich einen thesaurierenden ETF. Diese haben emperisch gesehen die grösste Rendite wegen des Zinseszins Effekt. Nützt ja nicht viel, wenn ein drei Jähriges Kind Dividenden erhält :p

      Welchen ETF für die Lösung in Frage käme möchte ich auch noch offen lassen, kann mir sehr gut vorstellen, dass dafür ein eigener ETF aufgesetzt wird, um Kosten zu sparen.

      Wenn du für dich heute inene thesaurierenden All-World haben möchtest, schau dir mal diesen an: https://www.justetf.com/ch/etf-profile.html?query=IE00B4L5Y983&groupField=index&from=search&isin=IE00B4L5Y983

      Bis bald,

      FinanzFabio

  2. Hi Fabio,

    Wie sieht denn die Rechnung aus wenn du eine ‚fiktive‘ zu erwartende Teuerung einbeziehst?
    Ich nehme an dass heute ein CHF 1 mehr kauft als in 65 Jahren. Gibts da auch historische Richtwerte die man einbeziehen kann?

    Toller Beitrag & Gruss,
    Gabriel

    1. Hallo Gabriel

      Wichtige Frage. Ich habe dafür noch keine Antwort. Meine Überlegung: wenn die Produkte teuerer werden, sollten auch die Aktien dementsprechend steigen. Muss hier aber noch ein paar Gedanken dazu ordnen können. Melde mich, wenn ich eine Antwort habe.

      Liebe Grüsse

      FinanzFabio

  3. Spannende These. Dazu eine kritische Frage:

    – Ist 7% (für einen global diversifizierten ETF) nicht etwas gar optimistisch gerechnet. Ich hätte hier wohl mal so einen Wert von 4% eingesetzt..

    …und ein Input:

    Da deine (gute) These von der Politik nie umgesetzt wird (leider), hier ein praktikabler Ansatz:

    – Wer Kinder kriegt erhält Kinderzulagen. Rechnen wir hier mal mit 250.-/Mt. Investiere ich diese monatl. in einen ETF so habe ich nach 5 Jahren die 15’000. Oder ich spare 5 Jahre und investiere einmalig die Summe (niedrigere Transaktionskosten, dafür 4.9 Jahre verpasste Performance)… Da Kinder in den ersten Jahren abgesehen von Windeln keine grossen Kosten verursachen sollte das zu bewerkstelligen sein. Und dann lassen wir das Geld nach deinem Modell arbeiten…

    Gruss

    1. Guten Morgen

      Nein 7% sind überhaupt nicht optimistisch, eher noch zu wenig. Vergiss die extremst lange Laufzeit von 65 bis 100 Jahren nicht.

      Die fünf Jahre machen es eben auch aus. CHF 15’000 * 7% über 60 Jahre = CHF 869’196. Du siehst, der Zinseszins braucht es.

      Wenn die Schweiz als AHV selbst einen Fond lanciert (was kein Problem wäre) sind die Transaktionskosten auch kein Problem mehr.

      Übrigens auch wenn Kinder nur essen, schlafen und die windeln voll machen, ist es mit meist hohen Auslagen für die ganzen Anschaffungen verbunden (Kinderbett, Wickeltisch, Kleider usw). Sollte nicht unterschätzt werden.

      1. Absolut richtig.
        Kids kosten. Auch im Kleinkinderalter.
        Kinderzulagen gingen jeden Monat fuer Kleider, Windeln drauf; oder fuer gute Schuhe ab dem Moment wo sie selbst aufstanden drauf.
        Bei einem Wachstum von 4 cm pro Monat braucht man das Geld.

        Klingt jetzt seltsam, aber 250fr.sind ein Nichts .
        Fuer einen ETF zahlt man extra.

        Macht das Kind Sport, z.B Eishockey, ab 5 Jahren ( Kat. Bambinis) aufwärts, dann wirds richtig teuer. Hast du eun 2.Kind, z.B.Mådchen, das Ballett machen möchte ( mtl.250 Fr) ., oder Musik-Unterricht besucht, od.Reitunterricht…ufff, tja, dann brauchts ganz viel , Luft nach oben ,
        Rede aus Erfahrung.

        Da klingt dies hier ( ETFs for Kids)
        sehr utopisch.
        Natürlich die Fixkosten inkl.Wohnungskisten dirigieren den individuellen Finanzhaushalt, schon klar.
        Auch dazu könnte ich noch so Einiges erzählen….
        .
        Daher:Kindergeld fuer ETFs for Kids klingt gut, die Finanz-Realität einer Familie, mit sportbegeisterten Kids, sieht allerdings nicht so rosig aus.
        Auch nicht bei einem EK von über 95000 chf.
        ( ausgenommen sie spielen Fussball oder gehen ins Turnen. Da braucht es wenig bis nichts an finanz.Mitteln)

        1. Bin mir nicht sicher, ob du den Beitrag gelesen hast. Es geht hier nicht um Kindergeld und auch nicht darum, dass Kinder Geld kosten. Es geht schlicht darum, dass wir uns darüber Gedanken machen, wie wir die AHV noch retten können.

          Bis bald,

          FinanzFabio

  4. Hallo Fabio – ich weiss nicht, ob Du Kinder hast – nehme eher an nicht – aber im Wickelalter fallen kaum wirklich relevante Kosten an. Windeln sind noch das einzige was man öfter braucht. Bettchen & Kinderwagen gebraucht oder von Verwandten, deren Kinder schon grösser sind, Kleidung oft geschenkt oder Second Hand. Wickeltisch nimmt man, was halt da ist. Es gibt natürlich auch Leute, die mit allerlei Schnickschnack angeben müssen. Wir haben eher geringere Ausgaben gehabt, da man ja mit Baby nicht mehr so oft in den Ausgang kommt. Später (Schulzeit) steigen die Kosten dann…

    Bei der Idee mit dem AHV-ETF bin ich auch ganz anderer Meinung zum Nutzwert. Eventuell schreibe ich am Wochenende auf meinem Blog etwas dazu, das Schreiben soll sich ja auch lohnen😊.

    Viele Grüsse, Dreigroschenblogger

    1. Hallo werter Kollege 🙂

      Bin gespannt, was du dazu schreibst, unsere Blogs sollen ja zum denken und austauschen animieren. Gerne verlinken 😉

      Bis bald,

      FinanzFabio

  5. Lieber Fabio

    Herzlichen Dank für diesen – und alle anderen – lesenswerten Artikel. Wie du ja an anderer Stelle schreibst, ist finanzielle Bildung Eigenverantwortung. Seit einigen Monaten nehme ich diese wahr und lerne – auch dank deinem Blog – sehr viel. Zwar betrachte ich mich trotz fleissiger Lektüre nach wie vor als Laien, bei einigen aufgeworfenen Fragen kann ich vielleicht dennoch zur (weiteren) Aufklärung beitragen.

    Teuerung: Bei der Rendite, die von Fabio mit 7.0% pro Jahr angegeben wurde, und die nicht nur für Schweizer Aktien, sondern auch für den MSCI World Index historisch belegbar ist*, handelt es sich um reale Renditen, die im Gegensatz zu nominalen Renditen inflationsbereinigt sind. Das heisst, die von Gabriel erwähnte Teuerung ist bei der von Fabio benutzten jährlichen Rendite bereits einberechnet.

    Thesaurierende ETFs erkennen: Die Namen der ETFs haben stets einen ähnlichen Aufbau aus vier Teilen: Der von Fabio per Link angegebene ETF ist dafür ein Paradebeispiel: iShares Core MSCI World UCITS ETF USD (Acc)
    1) Emittent, d. h. ETF-Anbieter, hier: iShares Core
    2) Index, auf dem der ETF basiert, hier: MSCI World
    3) Regulatorische Hinweise, hier: UCITS ETF (UCITS ist ein Kürzel, das darauf verweist, dass der ETF auf gewissen EU-Richtlinien basiert, die unter anderem besagen, dass der Anbieter den Anlegern ausführliche und vereinfachte Verkaufsprospekte vorlegen muss).
    4) Spezifika des ETFs, hier: USD (Acc)
    – Thesaurierende ETFs erkennt man am Kürzel „Acc“ oder „C“, von Englisch „accumulating“.
    – Ausschüttende ETFs erkennt man am Kürzel „D“, „Dis“ oder „Dist“, von Englisch „distributing“.

    Dass Fabios Idee (politisch) wohl nicht umgesetzt wird, hat Dreigroschenblogger in seiner lesenswerten Replik mitunter süffisant ausgeführt. Allerdings wird in dieser Antwort nicht mathematisch oder in Sachen Rendite „gegen“ die Idee oder den Nutzwert geschrieben, sondern vor allem aus politischen Gründen an der Umsetzbarkeit gezweifelt. Was ich mich frage: Was passiert, wenn das passive Investieren mit ETFs zur Norm wird und alle anderen Investoren mitziehen würden? ETF-Investoren tragen nichts zur Preisbildung und zu den Aktienkursen, die dann wiederum im Index gebündelt werden, bei. Wenn andere institutionelle Investoren mit der Schweiz mitziehen würden, würde die Idee dann auch noch funktionieren oder wären die sicher geglaubten Gelder dann in Gefahr?

    *https://www.finanztip.de/presse/pm-finanztip-msci-world-rendite/

  6. Erstmal etwas zu mir. Bin bereits AHV-Bezügerin und meine Börsenerfahrungen lassen sich auf den Merksatz „Renn, wenn die Hausfrauen an die Börse kommen“ zusammenfassen. Die Aussage wurde auch durch mich partiell bestätigt und ich habe mich aus Selbstschutz wieder von der Börse verabschiedet.
    Aufgrund einer Erbschaft bin ich jetzt trotzdem wieder auf der Suche nach einer Anlagemöglichkeit und erstmalig auf die Begriffe „Sparplan“ und „ETF“ gestossen. Für mich (Jg. 1953) ist der Zug mit Sparplan abgefahren; aber was ist mit meinen 2 Enkelinnen? Also weiter recherchiert. Sparplan für Schweizer nicht wirklich möglich resp. sinnvoll und „degiro“ trau ich noch nicht über den Weg.
    Wollte schon die ganze Sache ad acta legen, da bin ich auf deinen Blog-Post „Mit ETFS die AHV retten“ gestossen. Deine Formel „+/- 15’000 PV x 65 N x 7 I/YR = 1’219’092.92“ hat mich ganz schön durchgerüttelt und tagelang begleitet. Welches Neugeborene hat schon den Staat und die Eltern-Arbeitgeber nötig, wenn ok-situierte Grosseltern vorhanden sind? Das Nabelschnur-Blut wurde ja auch mit Kostenfolge für 20 Jahre eingefroren, damit die Chance auf das Erreichen des Rentenalters verbessert wurde.
    Also habe ich mal Excel bemüht
    Geburt Enkelin 1 Einsatz $-Kurs Einsatz in $ Kurs ETF $ IE00B6R52259 Anzahl ETF
    24.10.2012 CHF 15000 0.933 16077.17042 $ 25 643.086817
    ETF Kurs ETF $ Wert US$ Wert CHF $Kurs
    05.05.2021 643 69.38 44611.34 40596.3194 0.91

    Also müsste ich heute rund CHF 40‘000.— einsetzen, um deine Theorie in Realität umzusetzen. Richtig?
    Das Outcome deiner Theorie müsste dir allerdings dannzumal meine Enkelin bestätigen. LOL
    Hast du mir ev. einen gleichwertigen Vorschlag für meine 2. Enkelin, geb. 20.05.2015?
    Du siehst, du hast mich mit deiner Idee total getriggert.
    Wäre deine Rechnung auch mit meinem Geburtsjahr (1953) aufgegangen? $-Kurs 4.xx

    1. Hallo

      Ehrlichgesagt verstehe ich deine Rechnung nicht. Kann an der Darstellung liegen.

      Du müsstest heute CHF 21’038.38 investieren, damit du auf den selben Betrag von 1.219 Mio kommst.

      Natürlich darfst du dir gerne eine Beratung bei mir buchen, damit ich dich fit für die one Million Dollar Frage deiner Enkel machen kann. Oder das Schweizer Pendant zu ETF Sparplänen zeigen kann.

      Bis bald,

      FF

  7. Hallo Fabio

    Bin via LinkedIn auf deinen Artikel gestossen und finde die Idee super spannend! Wurde diese in der Politik schon aufgenommen? Wie realistisch ist eine Umsetzung? Fände es schade, wenn du diese Idee nicht weiterverfolgen würdest.

    1. Hi Lukas

      Ich weiss, dass in Bern davon gesprochen wurde. Hat mir Andri Silberschmidt verraten. Aber nicht offiziell, nur zwischen den Meetings.

      Realistisch wohl eher nicht, da leider die finanzielle Bildung in der Schweiz fehlt, um zu verstehen, wie es funktionieren soll.

      Weiter löse ich damit nur die Probleme der Kinder, die erst noch geboren werden. Nicht das Problem meiner Generation.

  8. Hallo Fabrizio

    Guter Artikel und eigentlich ähnlich wie ich für meinen Sohn spare. Die Idee der AHV Finanzierung wäre natürlich super!

    Aber, hab ich Thesaurierende Fonds falsch verstanden? Sollte nicht die Dividende reinvestiert werden? Deine Berechnung zeigt nur den Zinseszins-Effekt…

    Zinseszinseffekt: 15’000 * 1.07^65 = 1.2 Millionen

    Verstehe ich etwas falsch?

    1. Hallo

      Dividenden sind Teil der Rendite. Ein thesaurierender ETF hat eine Rendite von 7%. Diese werden vollumfänglich reinvestiert. Der gleiche ETF hat ausschüttend auch eine Rendite von 7%, 2 davon werden aber also Dividende ausbezahlt. Der Zinseszins wäre also nur noch 5%.

      Bis bald,

      FinanzFabio

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