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Säule 3a Ausbau­mo­tion – der Natio­nal­rat hat sie ange­nom­men

"Ciao Fabio - da checke ich kurz Cash.ch um die Börsenkurse zu checken und schwuppe-di-wupp das Thema was ich in deinem Blog gelesen habe"

Ein Auszug aus einer höchst erfreulichen Mail, die mir ein Leser gerade gesendet hat. Er sprich vom Beitrag Säule 3a Ausbaumotion, welchen ich bereits im September 2019 geschrieben habe.

Heute wurde in der Vorsorge Geschichte geschrieben

Seit langem ist es die beste Idee, die ich seitens Politik zur Verbesserung der Vorsorge in der Schweiz gehört habe. Für einmal geht es nicht darum, mit welchen Steuern man die AHV vielleicht-eventuell-doch-noch-irgendwie-ein-paar-Jährchen-länger-retten-könnte-aber-trotzdem-ohne-Garantie, sondern um die Selbstvorsorge, der gebundenen Vorsorge 3a. Applaus nach Bern, meine Damen und Herren.

Was könnte sich nun ändern?

Einkauf alle fünf Jahre

Wir kriegen keinen Freifahrtschein, was die Nachzahlungen betreffen. Lediglich alle fünf Jahre können diese getätigt werden und maximal CHF 34'128 auf einmal. Diese Zahl ist nicht willkürlich oder Zufall, nein es ist das Maximum der sogenannten "grossen" 3a, der Beitrag, welche die Selbstständigen einzahlen können, wenn sie nicht einer Pensionskasse angeschlossen sind. Also 5x soviel. (Jaja ich weiss, 6'826 x 5 = 34'130)

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Finanzmeme by FinanzFabio - wer kennt den richtigen Lösungsweg?

Trotzdem, es ist ein Vorstoss in die richtige Richtung, der vor allem den 50-60 Jährigen sehr gelegen kommt. Damals wurde noch nicht soviel Werbung für die Säule 3a betrieben, demnach haben sie hier die grösseren Lücken. Eigentlich noch fair, wenn ich bedenke, dass meine Generation keine AHV-Rente mehr kriegen wird.

Auch die Sperrfrist der Pensionskasseneinkäufe kann so umgehen werden. Wer jetzt mit 63 noch einmal richtig einkaufen will, ist danach nicht gezwungen die Rente zu beziehen, wenn er den Einkauf in der Säule 3a macht statt in der Pensionskasse.

Mimimimi des Bundesrates

Der Bundesrat muss nun, eher widerwillig, eine Vorschlag ausarbeiten, damit das ganze noch umgesetzt werden kann. Widerwillig deswegen, weil er von Anfang an dagegen war. Alain Berset, der bei der ganzen Corona-Geschichte in meinen Augen einen super Job gemacht hat, stört sich bei dieser Motion daran, dass hier wieder nur die Reichen profitieren werden, da lediglich 13% der Schweizer den Maximalbeitrag in die Säule 3a einzahlen. Unter uns gesagt, erst kürzlich sah ich eine Steuererklärung eines Ehepaares, die zusammen mehrere hundert tausend Franken im Jahr verdienten und die Frau nicht den Maximalbeitrag einzahle, obwohl sie es könnte. Das schlimmste daran, sie arbeitete in der Finanzbranche. Das nur 13% den Maximalbeitrag einzahlen liegt also nicht daran, dass es sich nur diese leisten können, sondern weil es immer noch sehr vielen nicht bewusst ist, wieviel Steuern sie damit einsparen können.

Berset untermauert seine Argumentation übrigens an seinem eigenem Beispiel, wie die NZZ schreibt. Er habe als Student nicht die finanziellen Mittel gehabt in die Säule 3a einzuzahlen, jetzt als Bundesrat verdiene er gut und könne so seine Steuern optimieren. Nun ich habe die finanziellen Mittel auch nicht, um in die AHV einzuzahlen, ohne je eine Altersrente davon zu sehen. Dann investiere ich das Geld lieber in Dividenden-ETFs.

Finanzmeme-FinanzFabio
Finanzmeme by FinanzFabio - bin heute besonders kreativ

Genug der Seitenhiebe nach Bern und zur AHV. Heute war ein guter Tag für unser geliebtes drei-Säulensystem.

Bis bald und gute Nacht,

FinanzFabio

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5 Kommentare

  1. Hi Fabio
    Coole Beitrag wie immer. Ich bedanke mich Bei dir für deine Engagement und Wille die leute finanziell auszubilden. Ich habe von deinem Wissen sehr profitiert. Und das alles noch umsonst. Danke viel mals. Weiter So!

  2. Vielen Dank für Deine super informativen Beiträge. Ich hab kurz eine Frage zur Ausbaumotion. Laut Motion soll „Zur Bestimmung des Einkaufspotenzials […] die 3a-Tabelle des Bundesamtes für Sozialversicherungen (dienen) Das existierende 3a-Guthaben wird davon abgezogen.“

    Heisst das nicht man sollte eher ein wenig mit der Anlage in ETF (z.b. über Frankly oder VIAC) warten bis man den max Beitrag nachgezahlt hat? Sonst drück ja jeder Gewinn oder erhöht jeder Verlust den Nachkaufbetrag, oder verstehe ich da etwas falsch? Heisst wenn mir als junger Mensch nur 3 Jahre Nachzahlung fehlen und ich aber schon 13.000 Rendite in Säule 3a erwirtschaftet habe, kann ich momentan nur noch ca. 1 Jahr nachzahlen oder wenn der Markt gut läuft, bald gar nichts mehr. Wie siehst Du das? Danke

    1. Spannende Frage Tommy. Wie es in der Praxis dann genau umgesetzt wird, kann ich dir noch nicht sagen. Grundsätzlich stimmt deine Überlegung.

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