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Säule-3a

Säule 3a – der ulti­ma­tive Guide für die Schweiz

Die Säule 3a gilt als Wundermittel im Kampf gegen die Vorsorgelücken in der Schweiz. Dennoch wissen viele erstaunlich wenig darüber. Hier findest du alle Informationen.

Das Wichtigste in Kürze

  1. Mit der Säule 3a sparst du Einkommens-, Vermögens- und Verrechnungssteuern.
  2. Säule 3a Maximalbetrag 2023 beträgt CHF 7'056.
  3. Dein Geld in der Säule 3a kannst du nur unter bestimmten Voraussetzungen beziehen.
  4. Bei der Auszahlung fallen Kapitalsteuern an.
  5. Mit einem Testament kannst du die Erbfolge der Säule 3a nicht ändern.

Die Idee der Säule 3a

Die Schweizer Vorsorge gilt mit ihrem Drei-Säulen-System immer noch zu den besten Vorsorgesystemen der Welt. Massive Probleme in der ersten Säule und Umverteilung von Jung zu Alt in der zweiten, lassen mich aber daran zweifeln.

1987 wurde die Säule 3a eingeführt. Die Idee war einfach: Der Bürger soll für sich selbst vorsorgen, damit der Staat selbst nicht mehr mit Ergänzungsleistungen Aushilfen muss. Damit für den Einzelnen auch ein Anreiz dazu besteht, soll das ganze steuerbegünstigt sein.

Du siehst, selbstlos war der Staat bei der Erfindung der gebundenen dritten Säule nicht. Auch die Steuerbegünstigung klingt zwar zuerst vielversprechend, auf den zweiten Blick tun sich aber auch hier Fragen auf. Dazu aber später mehr.

Wie die Säule 3a funktioniert

Die Säule 3a gilt, wie die Pensionskasse, als gebundene Vorsorge. Gebunden heisst: Du kannst damit nicht tun und lassen was du willst. Das Gegenteil davon ist die freie Vorsorge in der Säule 3b. Alles was nicht 3a oder Pensionskasse ist, gilt als 3b.

Die Einzahlung in die Säule 3a ist limitiert. Sie ist abhängig von der Höhe der maximalen AHV-Rente. Der Bundesrat prüft, in der Regel alle zwei Jahre, ob eine Anpassung der AHV-Renten nötig ist. Deswegen ändert sich die maximale Einzahlungsmöglichkeit in die Säule 3a von Zeit zu Zeit.

Vorsorge-Kennzahlen-2023
Vorsorge Kennzahlen Kärtchen - von der maximalen AHV-Rente ist der Säule 3a Maximalbetrag 2023 abhängig.

Die Einzahlung erfolgt auf ein spezielles Konto. Das kann entweder ein 3a Konto, eine Police oder ein Depot sein. Dein Zugriff darauf ist aber stark eingeschränkt. Es gibt nur wenige Gründe, wie du an dein Geld in der gebundenen Vorsorge rankommst.

Hast du eine Einzahlung getätigt, kannst du diese in der Steuererklärung deklarieren und minderst somit dein steuerbares Einkommen. Weniger Einkommen bedeutet für dich, dass du weniger Steuern bezahlen musst. Da wir in der Schweiz einer Steuerprogression unterstellt sind, kann sich das für einige mehr, für andere weniger lohnen. Je nachdem, wieviel du verdienst, ist die Einzahlung, steuerlich gesehen, lukrativer.

Wieviel du in die Säule 3a einzahlen kannst

Für den Maximalbetrag der Säule 3a wird unterschieden, ob du einer Pensionskasse angeschlossen bist oder nicht. Persönlich unterscheide ich auch gern noch, ob du angestellt oder selbständig bist.

Säule 3a Maximalbeitrag 2023 für Angestellte

Alle Angestellten in der Schweiz mit einem Einkommen von CHF 22'050, sind von Gesetzes wegen einer Pensionskasse angeschlossen. Mit Anschluss beträgt der Säule 3a Maximalbetrag 2023 CHF 7'056. Die sogenannte kleine Säule 3a.

Verdienst du weniger als diese sogenannte BVG-Eintrittsschwelle, ist deine Einzahlung auf 20 % deines AHV-Einkommens beschränkt. Beispiel: Einkommen CHF 20'000, erlaubte Einzahlung CHF 4'000.

Hinweis aus der Praxis: Wenn du wirklich um die CHF 20'000 bis CHF 22'000 verdienst, kann es gut sein, dass dies Absicht ist. Würdest du mehr verdienen, müsste dein Chef dich einer Pensionskasse anschliessen. Das wäre super für deine Vorsorge, kostet ihn aber viel Geld.

Säule 3a Maximalbeitrag 2023 für Selbständige

Selbstständige, die wirklich selbständig sind, sprich nicht Angestellte ihrer eigenen GmbH oder AG, dürfen ebenfalls 20 % einzahlen. Diese können sich zwar freiwillig einer Pensionskasse anschliessen, müssen das aber nicht.

Ihr Maximalbetrag beträgt CHF 35'280. Klingt nach viel, dafür müssten sie aber auch ein AHV-Einkommen von CHF 176'400 genieren – Einkommen, nicht Umsatz! Das wäre übrigens die grosse Säule 3a.

Spannende Ausnahme: Hauptberuflich Selbständige, die im Nebenverdienst angestellt sind und damit über CHF 22'050 verdienen, können sich von dieser Regelung freistellen lassen. Nach erfolgter Freistellung gehört er nicht mehr einer beruflichen Vorsorgeeinrichtung an und kann den grossen Säule 3a-Abzug geltend machen.

Beiträge während der Übergangsphase

Wer sich unter dem Jahr selbständig macht, darf sowohl die kleine wie auch die grosse Säule 3a einzahlen.

Beispiel: Ich habe mich im April 2022 selbständig gemacht. Für Januar bis März durfte ich CHF 6'883 in die kleine Säule 3a einbezahlen. Seit April bin ich keine Pensionskasse mehr unterstellt und darf dafür zusätzlich in die grosse Säule 3a einzahlen.

Gleich funktioniert es auch umgekehrt. Also sich von einer selbständigen Erwerbstätigkeit anstellen zu lassen. Zuerst kann hier die grosse Säule 3a gefüllt werden und danach, als Angestellter, die kleine. Maximal aber CHF 35'280.

Folgen zu hoher Einzahlungen

Zu viel in die Säule 3a einzuzahlen macht steuertechnisch nicht nur keinen Sinn, es ist auch nicht möglich. Das Steueramt hat ein Auge darauf und zu hohe Einzahlungen müssen beim Vorsorgeträger zurückgefordert werden.

Da du mit den Einzahlungen Steuern sparen willst, macht es keinen Sinn, mehr als den steuerabzugsberechtigten Betrag einzuzahlen. Spätestens bei der Auszahlung rächt sich das. Schauen wir uns die Steuereinsparungen genauer an.

Steuern sparen mit der Säule 3a

Wer in der Schweiz wohnt und arbeitet, bezahlt Steuern. Das ist auch gut so und im Vergleich mit unseren direkten Nachbarländern bezahlen wir verhältnismässig sehr wenig Steuern. Eine Besonderheit bei uns ist sicher die Steuerprogression. Mit Einzahlungen in die Säule 3a kann diese zum Teil sogar gebrochen werden.

Am besten lässt sich dies an einem Beispiel erklären. Henry aus Zürich verdient im Jahr CHF 130'000.

steuerersparnis-einzahlung-saule-3a
Henry bezahlt 30 Jahre lang den Säule 3a Maximalbetrag CHF 7'056 ein. Folglich spart er damit jedes Jahr CHF 1'996 Steuern.

Die Steuerersparnis von CHF 1'996 ist in diesem Moment absolut risikolos. Falls du also bis heute noch keine Säule 3a hast, kann es sich durchaus lohnen.

Die Einzahlung muss bis spätestens 31. Dezember auf dem 3a Konto sein. Ich empfehle, die letzte Zahlung jeweils vor Weihnachten getätigt zu haben, damit sie sicher bis Ende Jahr verbucht wird. Stand heute (Januar 2023) können verpasste Einzahlungen (noch) nicht nachgeholt werden.

Vermögens- und Verrechnungssteuern

Vielleicht ist dir schon aufgefallen, dass du dein 3a Konto bei der Steuererklärung nicht aufführen musst. Du gibst lediglich an, ob und wieviel du in die Säule 3a einbezahlt hast.

Da du das Konto nicht aufführen musst, bezahlst du keine Vermögenssteuern und auch keine Verrechnungssteuer auf deinen Zinserträgen. Bei einem kleinen Guthaben mag das noch keinen grossen Effekt haben. Investierst du dein Geld aber in einem Säule 3a-Depot, kann das nach ein paar Jahren eine beachtliche Summe sein.

In den meisten Kantonen gibt es einen Freibetrag für Vermögenssteuern. Der ist in der Regel um die CHF 100'000. Die Vermögenssteuer beträgt ca. 5 Promille.

Mit der Säule 3a bei der Wehrpflichtersatzabgabe sparen

Mit der Säule 3a sparst du im Übrigen nicht nur bei deinen Einkommens- Vermögens- und Verrechnungssteuern. Indirekt sparst du damit auch Wehrpflichtersatzabgabe. Wieso? Weil diese immer pauschal 3% deines steuerbaren Einkommens betragen.

Beim Maximalbetrag von CHF 7'056 für 2023 sind das schon CHF 211.68. Reicht um zwei Mal ordentlich Essen zu gehen.

Kapitalsteuern bei der Auszahlung

Wie zu Beginn des Beitrages erwähnt, ist die Steuerersparnis bei der Einzahlung nur die halbe Wahrheit. Sobald du dein Geld aus der Säule 3a auszahlen lässt, fallen sogenannte Kapitalsteuern an. Kapitalsteuern fallen – getrennt zum Einkommen – zum reduzierten Satz an. Das heisst: Die haben nichts mit deinen Einkommensteuern zu tun.

Wie du siehst, wird im Kanton Zürich das Kapital von CHF 211'680 mit CHF 12'246 Steuern belastet. Nicht gerade wenig, aber auch noch kein Weltuntergang.

Hier gibt es einige Tipps, wie du die Höhe der Kapitalsteuern reduzieren kannst.

Mehrere Konti

Die Kapitalsteuern unterlegen wie die Einkommenssteuern der Steuerprogression. Sprich je mehr Geld du verdienst oder eben je höher das ausbezahlte Kapital, desto viel höher sind die Steuern darauf.

Fünf Jahre vor ordentlicher Pension darfst du dein Säule 3a Geld beziehen. Deswegen macht es Sinn, mehrere Konti zu führen und Jahr für Jahr ein Konto aufzulösen. Theoretisch wäre so also der Bezug von bis zu sechs Konti kein Problem.

Die meisten sprechen von fünf Konti. Das liegt entweder daran, dass sie nur nachsagen, was sie sonst wo lesen oder schlicht nicht zählen können. Beides keine guten Voraussetzungen für eine gelungene Finanzberatung.

Allerdings gibt es eine legitime Begründung, um von fünf statt sechs Konti zu sprechen: Eine Reservejahr für einen allfälligen Kapitalbezug aus der Pensionskasse. Da die Kapitalsteuern auf alle Vorsorgegelder angewendet werden, werden Kapitalien aus der Säule 3a und der Pensionskasse zusammengezählt. Dies kann zu einer massiv höheren Steuerprogression führen.

60Konto 160Konto 1
61Konto 261Konto 2
62Konto 362Konto 3
63Konto 463Konto 4
64Konto 564Konto 5
65Konto 665Pensionskasse
Steuerplanung Säule 3a mit mehreren Konti

Nicht alle Kantone lassen verschiedene Bezüge zu.

In der Ehe die Bezüge aufeinander abstimmen

Verheiratete füllen gemeinsam eine Steuererklärung aus. Beide geben an, ob sie Kapital aus der Vorsorge bezogen haben. Das Steueramt interessiert es herzlich wenig, von wem das Geld stammt. Es wird lediglich die Endsumme besteuert.

Bei Ehepaaren mit unterschiedlichen Jahrgängen lohnt es sich also, in verschiedenen Jahren das Geld zu beziehen. Gibt es aufgrund zu wenig Altersunterschied nicht genügend Ausweichmöglichkeiten, sollten die kleinen Konti zusammen aufgelöst werden.

Steuerplanung-Säule-3a-Bezüge
Steuerplanung Säule 3a Bezüge

Amortisation der Hypothek

Bist du Eigentümer einer selbst bewohnten Liegenschaft, kommst du schnell an dein Geld aus der Säule 3a. Sobald zum Beispiel eine Hypothek abläuft, kannst du mit dem Geld aus der Säule 3a deine Hypothek amortisieren. Damit kannst du hohe Kapitalsteuern im Alter vermeiden.

Diese Option wird momentan immer interessanter, da die Hypothekarzinsen dieses Jahr stark angestiegen sind. Falls also deine 10-jährige Hypothek jetzt abläuft und du nun 3 % statt 1 % bezahlst, überleg es dir.

Beispiel: Ein Ehepaar hat 10 Jahre lang den vollen Beitrag in die Säule 3a einbezahlt. Das sind rund CHF 140'000. Bei 3 % Zinsen können sie mit der frühzeitigen Amortisation CHF 4'200 Zinsen einsparen – risikolos.

Gründe für den Bezug von Säule 3a Geldern

Es ist nicht leicht, Geld aus der Säule 3a, der gebundenen Vorsorge, zu entnehmen. Das Geld ist nicht liquid. Du kannst zum Beispiel kein Auto damit kaufen und auch keine Ferien auf den Malediven damit finanzieren.

Es gibt lediglich fünf Gründe für einen Bezug der Säule 3a Gelder:

  • Fünf Jahre vor und nach ordentlicher Pension
  • Wohneigentumsförderung (WEF)
  • Selbstständigkeit
  • Wegzug ins Ausland
  • Invalidität

Fünf Jahre vor und nach der ordentlichen Pensionierung

Ab Alter 60 kannst du dein Geld aus der Säule 3a beziehen. Das gibt ein wenig Spielraum in der Steuerplanung. Mit den gestaffelten Bezügen sparst du bares Geld bei den Kapitalsteuern.

Seit dem 1. Januar 2008 gibt es ebenfalls die Möglichkeit, die Säule 3a Gelder nach Alter 65 zu beziehen. Bleibst du nach Alter 65 erwerbstätig, kannst du den Bezug deiner 3a Geld aufschieben. Bis zur effektiven Pension, doch spätestens mit Alter 70. Das gibt noch einmal mehr Spielraum.

Wohneigentumsförderung – WEF

Für alle die den Traum von einem Eigenheim hegen, ist die Säule 3a eine besonders sinnvolle Sparmöglichkeit. Nebst den vorhin erläuterten Steuerersparnissen gelten die Gelder aus der Säule 3a als sogenannte harte Eigenmittel. Du kannst also einen grossen Teil deines Eigenkapitals für ein selbstbewohntes Haus oder eine Wohnung mit deinem 3a Geld finanzieren.

Die Betonung liegt allerdings auf dem Wort «selbstbewohnt». Für Renditeliegenschaften – sprich: du kaufst eine Wohnung und vermietest sie – dürfen diese Gelder nicht verwendet werden. Zumindest musst du eine Weile selbst dort gewohnt haben, bevor du die Liegenschaft vermietest.

Spannend kann auch der Erwerb einer Liegenschaft im Ausland sein. Die Voraussetzung ist wieder dieselbe: Du musst selbst darin wohnen, du kannst das Geld aber dafür nutzen.

Eine Ausnahme kann es allerdings geben, wenn du ein ganzes Mehrfamilienhaus kaufst, solange du eine Wohnung selbst bewohnst. Details unbedingt mit deinem Bankberater besprechen. Das gilt nämlich auch für Gelder aus der Pensionskasse, was weitere neue Möglichkeiten erschliessen kann.

Säule 3a beziehen oder verpfänden

Es gibt im Übrigen auch die Option, sein Geld aus der Säule 3a zu verpfänden, statt zu beziehen. Beides hat Vor- und Nachteile.

Mit dem Bezug der Vorsorgegelder hast du eine kleinere Hypothek und bezahlst weniger Schuldzinsen. Eine tiefere Hypothekarschuld bedeutet auch, dass es für dich bei der Tragbarkeitsrechnung einfacher wird. Der Nachteil ist die Kapitalsteuer, die fällig wird.

Beim Verpfänden fallen zwar keine Kapitalsteuern an, aber das war es dann auch schon bald mit den Vorteilen. Die höhere Hypothek führt zu höheren Zinszahlungen. Wohnen wird also teurer.

Praxistipp: Es kann sich lohnen, die Säule 3a Police zu verpfänden, wenn es mit der Tragbarkeit sehr knapp wird. Die Bank drückt bei einer weiteren Sicherheit eher ein Auge zu. Wird die Police verpfändet und nicht aufgelöst, hast du keinen Verlust durch den Rückkaufswert.

Indirekte Amortisation über das Säule 3a Konto

Unter der Begründung der Wohneigentumsförderung ist, wie schon erwähnt, auch die Amortisation über die Säule 3a möglich. 2014 hat die FINMA die Mindestanforderungen bei Hypothekarfinanzierungen verschärft. Es ist schwieriger geworden, eine Hypothek von der Bank zu erhalten, wenn du kein hohes Einkommen hast. Schuld daran ist die Amortisationspflicht innert 15 Jahren.

Vorher musste bis zur Pension lediglich die sogenannte zweite Hypothek abbezahlt sein. Je nach dem, in welchem Alter du dein Eigenheim kaufst war das kein Problem. Mit 30 hättest du 35 Jahre Zeit gehabt dafür. Weniger Zeit bedeutet, dass du einen höheren Betrag jedes Jahr abbezahlst.

Nun hast du die Wahl, dies jedes Jahr direkt zu tun oder mit einem Umweg über die Säule 3a. Vorteil einer direkten Amortisation: Du bezahlst jedes Jahr weniger Hypothekarzinsen.

Bei der indirekten Amortisation über die Säule 3a sparst du gleichzeitig noch Einkommenssteuern. Das Geld häuft sich also auf dem Konto an und wird nach Ablauf der Frist direkt an die Bank überwiesen. Die Bank bindet dich somit noch mehr an sie und du wirst so automatisch noch Säule 3a Kunde.

Amortisation über ein Säule 3a Depot

15 Jahre sind eine lange Zeit. Jeder Finanzberater rät dir, bei diesem Anlagehorizont dein Geld in Aktien zu investieren, damit dein Geld für dich arbeitet. Der Börse ist es auch egal, ob dein Geld in einem normalen oder in einem Säule 3a Depot liegt. Leider geht diese Empfehlung bei den meisten Hypothekarberatungen vergessen.

Praxistipp: Rufe noch heute deinen Banker an und frage, ob du die Amortisation nicht auch über ein Wertschriftendepot machen kannst. In der Regel sind sie sogar noch beeindruckt, dass du so weit mitdenkst. Oder anders gesagt, ihren Job besser machst als sie.

Bezug für Selbständigkeit

Du bist mit deinem Job nicht happy und findest schon lange, dass du das selbst besser kannst? Mach es! Startkapital kann dein bereits angespartes Geld in der Säule 3a sein.

Die SVA (Sozialversicherungsanstalt) prüft, ob du wirklich selbständig bist. Sprich du musst verschiedene Kunden haben und auf eigene Rechnung arbeiten.

Du kannst das Geld nicht für die Gründung einer AG oder GmbH nutzen. Selbst als Angestellter deiner eigenen AG oder GmbH, musst du dich einer Pensionskasse unterstellen. Deswegen darf für die Gründung kein Vorsorgegeld verwendet werden.

Achtung: Steuern für Selbständige

Natürlich fallen auch hier Kapitalsteuern an, wenn du Geld aus der Säule 3a für deine Selbständigkeit aufwendest. Wenn es aber ganz dumm läuft, fallen nicht Kapitalsteuern, sondern Einkommenssteuern auf den Bezug an.

Gehen wir davon aus, du machst dich Anfangs 2023 Selbständig und beziehst dafür Geld aus deiner Säule 3a. Sagen wir CHF 50'000. Leider läuft es mit der Selbständigkeit nicht so wie du es dir erhofft hast. Du schliesst deine Firma innert einem halben Jahr wieder.

Ein paar Monate später wirst du leider einen Brief vom Steueramt erhalten, mit einer hohen Steuerrechnung. Dein Kapitalbezug wird dir als Einkommen aufgerechnet. Der Bezug wird nicht als Förderung deiner Selbständigkeit angerechnet, sondern als Lohn. Dein Umsatz in der Zeit als Selbständiger war kleiner als dein Kapitalbezug.

Das Steueramt geht jetzt davon aus, dass du mit diesem Geld aus der Säule 3a deine normalen Lebenshaltungskosten bezahlt hast. Also Miete, Krankenkasse, Lohn, usw. Je nach Kanton kann eine Einsprache erfolgreich sein, wenn du belegst, dass du es wirklich versucht hast.

Invalidität

Das Kapital der Säule 3a kann vorzeitig bezogen werden, wenn man von der Eidgenössischen Invalidenversicherung eine volle Invalidenrente bezieht. Eine volle Invalidenrente wird von der IV bei einer Invalidität von mindestens 70% gezahlt. Viertel-, halbe und Dreiviertelrenten berechtigen nicht zum Vorbezug.

Eine Ausnahme sind Säule 3a Policen, die eine Leistung im Invaliditätsfall integriert haben. Zum Beispiel eine Erwerbsunfähigkeits-Rente. Bei solchen Lebensversicherungen ist der Bezug nicht möglich.

Es macht auch Sinn, dass du bei versicherten Leistungen die Police nicht auflöst. Für genau diesen Fall hast du sie ja abgeschlossen.

Wegzug ins Ausland

Es ist dir in der Schweiz zu regnerisch und zu kalt? Meldest du dich in der Schweiz ab und ziehst ins Ausland, darfst du dein Säule 3a Geld abheben.

Die Abmeldung muss permanent sein. Sprich: Für ein paar Monate Sprachaufenthalt oder eine Weltreise von zwei Jahren wird das nicht funktionieren. Der Schritt soll also gut überlegt sein.

Die verschiedenen Säule 3a Möglichkeiten

Du hast dich für die Säule 3a entschieden? Super Sache, ich gratuliere dir! Jetzt aber die grosse Frage: Für welche Option der Säule 3a entscheidest du dich?

Das normale 3a Konto, das dir kaum Zinsen bringt? Eine 3a Police, die dir dein Versicherungsberater so dringend ans Herz legt? Ein Säule 3a Depot, wo dein Geld für dich investiert wird? Eine Mischung aus zwei oder all diesen Möglichkeiten?

Egal, für was du dich entscheidest, alles hat Vor- und Nachteile. Schauen wir uns die einzelnen Möglichkeiten im Detail an.

Säule 3a Konto

Der Klassiker, würde ich behaupten. Mit dem Säule 3a Konto machst du nichts falsch, aber sicher auch nichts wirklich richtig. Du kannst wie bei allen Möglichkeiten deine Einzahlung von deinem steuerbaren Einkommen abziehen. An dein Geld kommst du nur unter den weiter oben genannten Voraussetzungen.

Für mich ist das Säule 3a Konto das perfekte Werkzeug, um für ein Eigenheim zu sparen. Vorausgesetzt, dass du es in den nächsten fünf Jahren kaufst. Durch die Steuereinsparung und der Möglichkeit eines WEF-Bezuges, passt es wie die Faust aufs Auge.

Wo du dein 3a Konto eröffnest, spielt keine Rolle. Der Zinsunterschied ist so minimal, darauf kommt es nicht wirklich an. Die Banken bieten das Säule 3a Konto kostenlos an.

Spätestens beim Kauf von Wohneigentum wird dir deine finanzierende Bank vorschreiben, dass du bei ihnen amortisieren musst. Über die Säule 3a. Das haben sie nämlich am besten im Auge und es besteht keine Gefahr, dass du das Geld einfach abziehst.

Säule 3a Police

Auch die Versicherungen mischen gross im Säule 3a Markt mit. Die Meinungen dazu sind sehr verschieden. Es ist eine endlose Diskussion, welche Form der Säule 3a mehr Sinn macht: Bank oder Versicherung.

Ich bin weder Freund noch Feind der Versicherungslösung. Voraussetzung für die Versicherungslösung ist für mich klar eine saubere Vorsorgeanalyse.

Vorsorgeanalyse

Anhand einer Vorsorgeanalyse wird ermittelt, wie hoch deine Einkommenslücke im Fall von

  • Invalidität
  • Tod
  • Erleben

sein wird. Leider machen es sich viele Versicherungsberater sehr einfach und lassen diesen Schritt aus.

Vorsorgeanalyse-Omnium-Braingroup
Vorsorgeanalyse bei Invalidität durch Krankheit aus - Omnium von Braingroup AG

Eine Vorsorgeanalyse ist aber wichtig, damit du nicht über- oder unterversichert bist. Bei einer Überversicherung bezahlst du unnötig hohe Risikoprämien. Bei einer Unterversicherung hast du trotzdem eine Einkommenslücke.

Für eine saubere Vorsorgeanalyse braucht dein Versicherungsberater viele Unterlagen von dir. Arbeitsvertrag inklusive Lohnfortzahlung, IK-Auszug von der AHV, Vorsorgeausweis, Krankenkassenpolice, bereits vorhandene Lebensversicherungen.

Versicherungsleistungen einer Säule 3a Police

Wenn du bei einer Versicherung eine Säule 3a Police abschliesst, hast du mindestens eine Versicherung eingeschlossen. Zur Auswahl stehen:

  • Prämienbefreiung
  • Erwerbsunfähigkeitsrente
    • Kurzfristige Erwerbsunfähigkeitsrente
    • Langfristige Erwerbsunfähigkeitsrente
  • Todesfallkapital
    • Gleichbleibendes Todesfallkapital
    • Abnehmendes Todesfallkapital
    • Zunehmendes Todesfallkapital
  • Erlebensfallgarantie

Das sind sicher die gängigsten Versicherungsleistungen. Gut möglich, dass es noch mehr davon gibt.

Vergleich 3a Konto und Säule 3a Police

Die Unterschiede zwischen einer normalen Kontolösung und einer Police sind beachtlich:

Säule 3a KontoSäule 3a Police
LaufzeitKeine fixe Laufzeit
Bankenwechsel jederzeit möglich
Fixe Vertragsdauer ->
fixer Ablauf
Einzahlung- Flexibel, Zahlungen können jederzeit unterbrochen werden
- Mehrere Konti möglich
- Regelmässige Zahlungen vertraglich vereinbart
- Unterbrüche infolge Aufgabe der Erwerbstätigkeit möglich (Weiterführung der Versicherung als freie Vorsorge (Splitting)).
Vorzeitige BezügeMöglich gemäss gesetzl. Rückzugsmöglichkeiten
Kündigungsfristen beachten
Möglich gemäss gesetzl. Rückzugsmöglichkeiten mit allfälligem Verlustrisiko -> Rückkaufswert
AuszahlungFlexibilität der Staffelungsplanung, sofern mehrere Konten bestehen -> Steueroptimierung- Fixer Vertragsablauf
- Fälligkeit der gesamten Versicherungssumme bei Vertragsablauf (kein Splitting möglich)
- Kumulation mit einer allfälligen Kapitalauszahlung der Pensionskasse per Pensionierung möglich (Steuerprogression)
KostenKonto gebührenfrei / FondskostenAbschluss-/Verwaltungs- und Risikokosten
PrämienbefreiungNeinJa
ErwerbsunfähigkeitsrenteNeinJa
Die Höhe sollte mittels Vorsorgeanalyse ermittelt werden
- Bitte Kinder in der Analyse beachten
- Gesundheitsfragen können anfallen.
TodesfallversicherungNeinJa.
Summe kann selbst bestimmt werden.
- Konstante, steigende und fallenden Varianten möglich.
- Bei sehr hohen Summen, <500’000 und mehr, können Gesundheitsfragen anfallen
geeignet für- Personen, die keinen Risikoabsicherung wünschen
- Aufbau Vorsorgeguthaben (reiner Sparteil)
- Personen, die Versicherungsschutz benötigen (Absicherung im Todesfall)
- Risikoabsicherung und Sparteil
Vergleich Säule 3a Konto und Säule 3a Police

Sparen bei der Bank, versichern bei der Versicherung

Sich in der Säule 3a zu versichern, macht steuertechnisch gesehen absolut Sinn. Die Versicherungsprämien können vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden. Da die Prämien kein Kapital bilden, fällt bei der Auszahlung auch keine Kapitalsteuer an.

Dadurch wird die Police ein Stück weit auch flexibler. Reine Versicherungsprämien ohne Sparbeiträge belasten das Budget deutlich weniger. Da es keine Auswirkung auf die Kapitalsteuern hat, kannst du die Police weiterlaufen lassen, auch wenn du nichts verdienst.

Geld sparen, respektive anlegen, macht bei einer Bank wesentlich mehr Sinn, da du hier flexibler bist. Reicht es in einem Monat schlicht nicht, noch in die Säule 3a einzuzahlen, kannst du es einfach bleiben lassen. Die Versicherungsfreunde argumentieren jetzt natürlich mit dem sogenannten Sparzwang, wie sie es liebevoll nennen. Persönlich mag ich es aber überhaupt nicht, wenn man mir etwas aufzwingt.

Fakt ist, die Renditen von 3a Policen mit Sparkomponenten sind wesentlich tiefer. Der Kostenapparat mit den Provisionen für die Mitarbeiter ist schlicht zu teuer. Der Aussendienstmitarbeiter kriegt eine Provision, sein Chef, dessen Chef usw. Auch die Aktionäre wollen ihre jährlichen Dividenden, all dies drückt auf die Rendite.

Intransparenz bei den Kosten

Wenn du Bankprodukte wie Konten oder Wertschriftendepots nutzt, solltest du die Gebühren, die damit verbunden sind, immer im Auge behalten. Diese Gebühren werden in der Regel transparent ausgewiesen, sodass du genau wissen kannst, was dich der Service kostet.

Bei Versicherungen ist die Situation etwas anders. Hier werden die Kosten nicht separat ausgewiesen, sondern sind in die Prämien eingerechnet. Das bedeutet, dass du die Kosten für die Versicherung nicht direkt siehst. Diese Intransparenz kann dazu führen, dass Versicherungen auf den ersten Blick attraktiver erscheinen, da sie keine offensichtlichen Kosten haben.

Es ist aber wichtig zu beachten, dass bei Versicherungen Kosten anfallen und dass diese Kosten in die Prämien eingerechnet werden. Zudem erhalten Versicherungsvertreter manchmal hohe Verkaufsprovisionen, die du mit deinen Prämien finanzierst. Du solltest immer genau prüfen, ob eine Versicherung wirklich die richtige Wahl für dich ist.

Rückkaufswert

Wenn du eine Lebensversicherung abgeschlossen hast, bist du über mehrere Jahre an den Vertrag gebunden. Während dieser Zeit zahlst du regelmässig Prämien, die zu einer Summe angespart werden. Wenn du die Lebensversicherung vor dem Ende der Vertragslaufzeit kündigst, wirst du einen Teil der angesparten Prämien verlieren. Die Versicherungsgesellschaft hat bereits die Kosten für die Absicherung deines Risikos verrechnet.

Dieser Verlust kann erheblich sein und sogar die Vorteile von Vorbezügen (WEF) aus der Versicherung zunichtemachen.

Auch ein Wechsel zu einem anderen Anbieter wird dadurch erschwert: Du musst die bisherige Lebensversicherung kündigen und eine neue abschliessen. Dies kann zusätzliche Kosten und möglicherweise auch eine erneute Risikoprüfung durch den neuen Anbieter mit sich bringen. Aus diesen Gründen ist es wichtig, sorgfältig zu überlegen, ob eine Lebensversicherung die richtige Wahl für dich ist. Prüfe auch, welcher Anbieter am besten zu deinen Bedürfnissen passt, bevor du einen Vertrag abschliesst.

Säule 3a Depot

Die Möglichkeit, dein Geld in der Säule 3a in Wertschriften zu investieren, ist nicht neu. Allerdings gibt es seit wenigen Jahren ein paar neue Anbieter auf dem Markt, die dies so richtig interessant machen. Nicht nur kannst du dein Geld jetzt in bis zu 99% in Aktien investieren, es ist auch äusserst preiswert.

Dein Säule 3a Geld zu investieren macht, wenn wir den Anlagehorizont betrachten, enorm Sinn.

Anlagehorizont

Die Rendite von Aktien ist langfristig gesehen, über Jahrzehnte, unschlagbar. Hast du 13 Jahre Zeit, dein Geld anzulegen, machst du in 98% der Fälle einen Gewinn. Wem das zu wenig sicher ist, der legt sein Geld besser mindestens 14 Jahre an. In der Säule 3a haben wir aber einen weitaus längeren Anlagehorizont.

Theoretisch kannst du bereits mit 18 Jahren ein Säule 3a Depot eröffnen. Sinn oder Unsinn lassen wir jetzt einmal beiseite. Das führt zu einem Anlagehorizont von 47 Jahren. Selbst wenn du erst mit 25 Jahren startest, wären das doch noch 40 Jahre.

Seit 1926 legten Schweizer Aktien jährlich rund 7,8 Prozent zu. Konkret: Aus CHF 1'000, die 1926 in Schweizer Aktien investiert wurden, wären heute CHF 940'000 geworden. Abzüglich etwaiger Kosten für die Vermögensverwaltung.

https://www.handelszeitung.ch/geld/so-rentabel-sind-aktien-langfristig
Berechnungsbeispiel

Rechnen wir mit einer Rendite von 7% auf den Säule 3a Maximalbetrag 2023 von CHF 7'056 über 40 Jahre. In diesem Zeitraum wurden total CHF 282'240 einbezahlt.

0 PV x +/- 7'056 PMT x 40 N x 7 I/YR = 1'507'229

Herzlichen Glückwunsch, du bist jetzt Millionär. Du siehst, bei dieser Laufzeit kann sich die Schönheit des Zinseszinses in seiner ganzen Pracht entfalten. Weit über das Fünffache sammelt sich in dieser Zeit auf deinem Depot an, im Vergleich zur Kontolösung.

Allerdings tut sich hier ein anderes Problem auf.

Investieren in der Säule 3a oder 3b

Bei einem Kapital von über CHF 1.5 Millionen werden hohe Kapitalsteuern fällig. In diesem Beispiel rund CHF 212'389.

Kapitalsteuern-1-Säule-3a
Omnium Berechnung Kapitalsteuern Säule 3a

Die Steuerersparnisse der letzten 40 Jahre können da nicht mithalten. Wie bereits weiter oben aufgezeigt, spart Henry pro Jahr rund CHF 1'996 an Einkommenssteuern. Nach 40 Jahren sind das CHF 79'840. So gesehen also ein Verlust von CHF 132'549.

In der freien Vorsorge Säule 3b werden Aktiengewinne nicht versteuert. Selbst wenn du für CHF 20 eine Aktie kaufst und sie für CHF 10'000 verkaufst, dein Gewinn bleibt steuerfrei. In der Säule 3a wird lediglich das ausbezahlte Kapital besteuert, egal wie das Kapital zustande kam. Somit hast du in der Säule 3a eine indirekte Kursgewinnsteuer auf Aktiengewinne.

Optimierungsmöglichkeiten durch mehrere Konti

Weiter oben im Beitrag habe ich bereits erwähnt, dass durch mehrere Konti die Progression der Kapitalsteuer gebrochen wird. In einer perfekten Welt würden wir die Auszahlung also auf 5 Konti à CHF 301'446 aufteilen. Pro Jahr fallen noch CHF 18'531 Steuern an, was total nur noch CHF 92'655 sind. Damit haben wir schon eine Steuerersparnis von CHF 119'734 - nicht übel.

Eine weitere Überlegung wäre, die gesparten Einkommenssteuern ebenfalls zu investieren, in der Säule 3b.

0 PV x +/- 1'996 PMT x 40 N x 7 I/YR = 426'364

Nicht schlecht, Herr Specht. Unter der Voraussetzung, die Steuerersparnisse wirklich zu investieren, lohnt sich das Investieren in der Säule 3a nach wie vor. Speziell da das Geld in der Säule 3a von der Vermögenssteuer befreit ist.

Zahlungsmodalitäten

Bezahlst du besser schon im Januar den Maximalbetrag in die Säule 3a oder doch lieber monatliche Raten? Mit dieser Frage werde ich immer wieder aus der Community konfrontiert.

Bei einer Versicherungspolice werden die Zahlungsmodalitäten schon von Anfang an festgelegt. Monatlich, quartalsweise, halbjährlich oder die ganze Prämie auf einmal. Je weniger Zahlungen du tätigst, desto günstiger. Die Versicherungsgesellschaft hat damit nämlich am wenigsten Aufwand.

Beim 3a Konto ist der Fall klar. Jeden Tag werden Zinsen auf deinem Geld generiert. Sprich, je früher du in die Säule 3a einbezahlst, desto mehr Zinsen erhältst du. Wenn du also ansonsten noch Erspartes und deinen Notgroschen hast, hau rein.

Beim Wertschriftensparen in der Säule 3a wird es etwas komplizierter. Es ist an der Börse, egal ob in der freien oder in der gebundenen Vorsorge, immer das gleiche Spiel. Die Kurse können steigen und auch fallen. Schauen wir uns die letzten drei Börsenjahre (2020-2022) etwas genauer an.

Säule 3a Depot (2020)

Erinnern wir uns zurück an das Jahr 2020. Ein Jahr, das alles, was wir bisher kannten, auf den Kopf gestellt hat. Corona hatte die Welt und auch die Börse stark im Griff. Tiefpunkt, zumindest an der Börse, war der 23. März 2020.

Hattest du 2020 ein Säule 3a Depot mit einer hohen Aktienquote, konntest du ein wenig Börsencrash-Erfahrung sammeln. Wer im Januar bereits den Säule 3a Maximalbetrag einbezahlt hat, konnte seinen Verlust nicht mehr aufholen. Ganz anders sieht es bei der monatlichen Einzahlung aus.

Säule-3a-Vergleich-jährliche-und monatliche-Einzahlung-2020
Vergleich jährliche und monatliche Säule 3a Einzahlung 2020 - Descartes Vorsorge, 99% Aktien

Säule 3a Depot (2021)

2021 war ein super Börsenjahr. Das ganze Jahr kannten die Börsencharts nur eine Richtung: to the moon.

So gesehen ist es keine Überraschung, dass die Einmalzahlung besser performte. Das Geld war das ganze Jahr über an der Börse investiert. Auch die monatliche Zahlung erzielte eine gute Rendite, einfach nicht ganz so hoch wie die Einmaleinlage.

Säule-3a-Vergleich-jährliche-und monatliche-Einzahlung-2021
Vergleich jährliche und monatliche Säule 3a Einzahlung 2021 - Descartes Vorsorge, 99% Aktien

Säule 3a Depot (2022)

Kommen wir zum Börsenhorrorjahr 2022. Im Gegensatz zum Vorjahr kannte dieses Jahr keine Gnade und nur eine Richtung: nach unten.

Mit monatlichen Zahlungen und der Durchschnittskostenmethode konntest du also eine bessere Rendite erzielen. Logisch, jeden Monat wurde zum selben Preis mehr Aktienanteile gekauft.

Säule-3a-Vergleich-jährliche-und monatliche-Einzahlung-20202
Vergleich jährliche und monatliche Säule 3a Einzahlung 2022 - Descartes Vorsorge, 99% Aktien

3-Jahres Überblick

Zoomen wir ein wenig raus. Wie du in der Grafik siehst, bist du in den letzten drei Jahren mit monatlichen Einzahlungen besser gefahren. Das liegt sicher daran, dass wir drei sehr spezielle Jahre hatten. Vor allem, wenn wir die nackten Zahlen betrachten.

Was hier, wie immer bei solchen Nachberechnungen, nicht berücksichtigt wird, ist der Faktor Mensch. Wenn es, wie im März 2020, an der Börse sehr schnell runtergeht, bekommen viele Anleger bereits kalte Füsse. Ob sie dann immer noch monatlich ihre Investitionen durchziehen, wage ich zu bezweifeln. Das Gleiche gilt für 2023, wenn einfach jeder Monat noch schlimmer wird.

Persönlich bin ich nach wie vor ein Fan von monatlichen, automatisierten Zahlungen. Es besteht zwar die Möglichkeit, Rendite zu verpassen, dafür bleibe ich liquid und schlafe nachts besser.

Säule-3a-3-Jahres-Überblick-jährliche-und-monatliche-Einzahlung-2020-2022
3-Jahres Überblick jährliche und monatliche Säule 3a Einzahlung - Descartes Vorsorge, 99% Aktien

An dieser Stelle ein grosses Dankeschön an Descartes, die mir freundlicherweise die Berechnungen und Grafiken zur Verfügung gestellt haben.

Die Säule 3a als Rente beziehen

Die Säule 3a kann grundsätzlich nur als Kapital bezogen werden. Es gibt aber einen Trick, wie du über einen Umweg auch an eine Rente kommst.

Dein Geld in der Pensionskasse und dein Säule 3a Geld sind beides Vorsorgegelder. Unter der Voraussetzung, dass du in deiner Pensionskasse noch Einkaufspotenzial hast, kannst du dein 3a Geld in die Pensionskasse verschieben. Bei der PK hast du dann die Wahl, ob du das angesparte Vorsorgevermögen als Kapital oder Rente beziehen möchtest.

Der Übertrag von der Säule 3a zur Pensionskasse ist steuerneutral. Du kannst damit also keine Steuern sparen. Gleichzeitig verringerst du dein Einkaufspotenzial, was auch freiwillige Einkäufe in die Pensionskasse erschwert.

Renten aus der Pensionskasse werden voll versteuert. Somit schwindet dein Steuervorteil, welchen du über die Jahre mit der gebundenen Vorsorge erzielt hast, immer mehr. Weiter können Renten nicht wirklich vererbt werden. Witwenrenten sind um einiges kleiner als die Altersrente aus der Pensionskasse.

Für wen dieser Trick Sinn macht

In den meisten Fällen sind die Nachteile zu gross, um den steuerneutralen Übertrag zwischen den beiden Säulen zu machen. Es gibt aber Besonderheiten, die durchaus spannend sein können.

Wer einen WEF (Wohneigentumsförderung) aus der Pensionskasse tätigen will, muss mindestens CHF 20'000 beziehen. Was aber, wenn du noch nicht so viel Geld in der PK hast? Hier kannst du mit einem Übertrag aus der Säule 3a kurzfristig auf die CHF 20'000 auffüllen. Denk aber daran, dass ein WEF aus der Pensionskasse im Grundbuch eingetragen wird und rückzahlungspflichtig ist.

Wer sich im Alter nicht um seine Finanzen kümmern will, fährt mit einer Rente aus der Pensionskasse besser. Was aber, wenn diese schlicht zu klein ist? Mit dem Übertrag kann die Rente aufgebessert werden.

Oft beziehen Männer die gut gefüllte Pensionskasse als Kapital. Da ihre Lebenserwartung tiefer ist als die der Frauen, kann das Kapital weitervererbt werden. Die Frauen beziehen dann die Renten, um ein Grundeinkommen zu erhalten. Psychologisch fühlen sie sich so viel besser abgesichert, da die Fixkosten mit der Rente bezahlt sind.

Wer erbt die Säule 3a

Läuft meine Zeit ab, bevor ich selbst mein Vermögen aus der Säule 3a beziehen kann, wird auch dieses Geld vererbt. Anders als bei freien Vermögensmitteln, gibt es hier eine strikte Reihenfolge. Geregelt wird diese im sogenannten BVV3.

Spannend dabei, du kannst die Erbfolge der Säule 3a nicht mit einem Testament regeln. Die jeweiligen Vorsorgeanbieter müssen selbst instruiert werden – und zwar jeder einzeln. Hast du also eine 3a-Police und ein 3a-Konto, muss sowohl die Versicherung als auch die Bank entsprechend informiert werden.

Somit ist es auch möglich, ohne ein Testament einen Erben zu ernennen, der nicht mit dir verwandt ist. Zum Beispiel deine Lebenspartnerin, wenn ihr mindestens fünf Jahre zusammen an der gleichen Adresse gelebt habt.

Die Begünstigungsordnung

Nur damit die Begünstigungsordnung komplett ist: Im Erlebensfall geht das Geld an den Vorsorgenehmer. Sprich du selbst. Spannend wird es aber, sobald ein Erbfall eintritt.

Ehegatte oder eingetragene Partner

Deine bessere Hälfte kommt wenig überraschend an erster Stelle. Sie sind sowieso in der gesetzlichen Erbfolge ganz oben, hier sogar zu 100 Prozent.

Kinder, unterstützte Personen oder Lebenspartnern

Die direkten Nachkommen sowie die natürlichen Personen, die von der verstorbenen Person in erheblichem Masse unterstützt worden sind, oder die Person, die mit dieser in den letzten fünf Jahren bis zu ihrem Tod ununterbrochen eine Lebensgemeinschaft geführt hat oder die für den Unterhalt eines oder mehrerer gemeinsamer Kinder aufkommen muss.

Hier kommen doch ein paar Leute zusammen, die sich für einen Anspruch melden können. Du kannst dein Vorsorgeguthaben nach deinem Ermessen aufteilen. Zum Beispiel alles an die Kinder oder Lebenspartnerin. Wichtig ist aber, dass du das schon vorher klar regelst.

Eltern

Fällt niemand unter Punkt zwei, bezahlst du endlich deine Schulden bei Mami und Papi zurück. Spass beiseite, deine Eltern werden auf dem dritten Platz aufgeführt.

Geschwister

Weiter geht es in der Familie. Bei deinem geliebten Geschwisterchen. Egal ob ihr euch die letzten 15 Jahre nicht mehr gehört habt oder erst aus dem gemeinsamen Wellness-Weekend kommt. Deine Geschwister können deine Gelder aus der Säule 3a erben.

Übrige Erben

Hier ist jetzt alles möglich. Die üblichen Erben kannst du im Testament erwähnen. Zum Beispiel dein Gottenkind oder der nette junge Mann, der deinen Einkauf immer die Treppe hochträgt.

Du kannst auch etwas schieben

Dein Vater ging vor vielen Jahren Zigaretten kaufen und kam nie mehr zurück? Dein Bruder ist mit deiner ersten grossen Liebe durchgebrannt? Kein Problem.

Ausser die Positionen 1 und 2 kannst du alle anderen verschieben, wie du willst. Dein Lieblingsneffe kann also noch vor deinen Eltern erben.

1 und 2 sind wie gesagt fix, was auch Sinn macht. Stell dir vor deine Lebenspartnerin, mit welcher du die letzten 30 Jahre bestritten hast, muss um dein Geld kämpfen. Das habt ihr zusammen aufgebaut. Wenigstens die Vorsorgegelder sollen da abgesichert sein.

Praxistipp: Prüfe, ob die Begünstigungsordnung für dich so stimmt. Falls nicht, schreibe deine Säule 3a Anbieter an und passe es an.

Du hast vor langer Zeit deine Begünstigungsordnung angepasst? Prüfe, ob diese noch aktuell ist. Hatte bereits einige Fälle, wo der Ex-Partner noch erbberechtigt war, welcher definitiv nicht mehr erben sollte.

Säule 3a Erbschaftssteuer

Erbschaftssteuer ist wohl das falsche Wort dafür. Erbst du Säule 3a Gelder, bezahlst du ganz normal Kapitalsteuern, genauso wie wenn es regulär ausbezahlt worden wäre.

Die Kapitalleistung wird, getrennt vom übrigen Einkommen, zu einem speziell niedrigen Satz besteuert.

Bis bald,

FinanzFabio

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Fabio-Marchesin-FinanzFabio
Fabio Marchesin, aka FinanzFabio. Credit: Boris Brnic

Als FinanzFabio will ich mit finanzieller Bildung die Schweiz vor der Altersarmut retten. Ich glaube nicht mehr an die AHV.

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13 Kommentare

  1. Top Artikel.
    Es ist sehr ausführlich und was mir besonders gefällt ohne grosse Fachwörter zu benützen, für alle gut verständlich erklärt.
    Complimenti Fabio

  2. Vielen Dank für die umfassende Darstellung und gut verständlichen Erläuterungen!
    Ein Präzisierung zum Bezug der Säule 3a im Falle von Wegzug ins Ausland: das muss nicht nur permanent sein, sondern auch bisschen weiter weg, also nur für Auswanderungen in ein Land ausserhalb der EU in der Regel.

  3. Ich hätte eine Praxisfrage zur Säule 3a für Selbständige. Oft ist ja noch nicht klar, wie hoch das AHV-relevante Einkommen im laufenden Jahr sein wird. Wie legst du die Basis für die 3a Einzahlung fest? Lieber zu viel einzahlen und im schlimmsten Fall wurde zu viel eingezahlt? Bin gespannt auf deine Rückmeldung.

    1. Hi Beniamino

      Zu Beginn des Jahres mache ich einen Jahresplan, wie viel Umsatz ich in etwa erzielen werde und wie hoch mein Lohn sein wird, den ich mir auszahle. 20 % meines Lohnes überweise ich monatlich auf ein separates Konto (noch nicht das 3 Konto). Nach jedem Quartal überweise ich 20% meines AHV-Lohnes auf das 3a Konto.

      Was du zu viel einbezahlst, muss dir zurückerstattet werden. Zu wenig ist eher blöd, kannst du aber im Dezember ja noch auffüllen.

  4. Toller Artikel. Kann man denn auch die Hypothek ebenfalls durch die Säule 3 a amortisieren, wenn man nur noch eine 1. Hypothek hat? Macht das Sinn?

    1. Hallo Dominique

      Die Hypotheken können per Ablauf immer amortisiert werden. Ob es Sinn macht muss individuell betrachtet werden.

      Als Finanzplaner mache ich für meine Kunden immer noch die Rechnung, wie hoch ihre Tragbarkeit im Alter sein wird. Sprich, muss noch etwas Hypothek amortisiert werden, dass es mit dem Renteneinkommen noch aufgeht.

      Bis bald,

      FinanzFabio

  5. Sali Fabio

    Starker Beitrag, vielen Dank!

    Das mit der Vermögenssteuer ist so eine Sache, bei teureren Kantonen wie BS oder BL wirds schnell teuer und man spart schon mit der Vermögenssteuer zusammen mehr als die Kapitalsteuer dazu kostet (habe Dir glaube ich mal eine Excel dazu geschickt ;-))

    Zur Scheinselbständigkeit:

    Ja, das kann bei offensichtlichen Fällen (z.B Einmieten in ein Lokal, das dem guten Kollegen gehört, ein Kunde in sechs Monaten der zufälligerweise der Bruder ist und drei Wochen nach Kapitalbezug geht die Bude zu) durchaus vorkommen.

    Kann man aber z.B einen Businessplan vorweisen, hat Flyer gedruckt und einen Internetauftritt gehabt etc. und es hat halt dann leider nicht gefruchtet werden die meisten Verwaltungen nachsichtig sein. Da ist ein gescheiter Treuhänder dann Gold Wert.

    Dann macht es auch nicht per se einen Unterschied ob du 100’000 bezogen hast und dann „nur 50’000“ für die Selbständigkeit verwendest und dir mit den anderen 50’000 einen schönen Wagen kaufst, bzw. deine Lebenshaltung bestreitest (zumindest bei meinem Kanton).

    Liebe Gruess und Danke für Deine Arbeit
    Kevin

    1. Hi Kevin

      Im Beitrag schreibe ich nicht von einer Scheinselbständigkeit. Das ist effektiv so passiert.

      Je nach Kanton wird es aber sehr unteschiedlich gehandhabt. In Zürich ist man da wesentlich lockerer als im Aargau.

      Bis bald,

      FinanzFabio

      (Danke für das Excel)

      1. Salü Fabio

        Andere Kantone andere Sitten, in der Basler Region ist man auch eher locker, wir hatten schon einen Handwerker der 30’000 bezogen hat. Für 5’000 CHF Spezialwerkzeug gekauft, für 25’000 eine schöne Ducati. Der musste „laufen gelassen werden“, da seine Selbständigkeit dann tatsächlich funktioniert hat, obwohl er die PK kaum für diese ausgegeben hat. Also reguläre Besteuerung als Kapitalleistung.

        Danke für den anderen Blickwinkel.

        E schöns Wuchenend

        Kevin

  6. Top Beitrag, vielen Dank Fabio!

    Ich selbst möchte meine 3a, die derzeit langweilig auf der Bank vor sich hin vegetiert, in ein Aktiendepot geben. Aber ich weiss nicht, ob ich alles an einem Stichtag oder in Tranchen „hinein legen“ soll (ca 60k). Was macht hier am ehesten Sinn? Bin 36 und möchte innerhalb der nächsten 5 Jahre kein Eigenheim kaufen.

    Herzlichen Dank bereits im voraus

    1. Hallo Rico

      Falls die 60k alles auf einem Konto ist, musst du sowieso alles auf einmal übertragen. Du kannst das nicht Tranchenweise machen.

      Bei einem Anlagehorizont von gut 30 Jahren würde ich mir da aber keine Sorgen machen.

      Bis bald,

      FinanzFabio

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