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Saxo Bank vs. DEGIRO – Welcher günstige Broker passt zu dir?
Saxo Bank Schweiz und DEGIRO sind die zwei günstigsten Broker für Schweizer Anleger – beide ohne Depotgebühren, beide mit tiefen Transaktionskosten. Der entscheidende Unterschied liegt nicht im Preis, sondern in Sicherheit, Steuerkomfort und Sparplan-Funktionalität. Stand April 2026.
Was dich in diesem Beitrag erwartet
- ⚡ Das Wichtigste in Kürze
- Kurzer Steckbrief – wer steckt dahinter?
- Gebühren – was kostet dich ein Trade wirklich?
- Sicherheit – und hier ist mir Ehrlichkeit wichtig
- ETF-Sparplan – der grösste Unterschied im Alltag
- Steuererklärung – und warum der Steuerauszug ein Riesenunterschied ist
- Plattform & Benutzerfreundlichkeit
- Das grosse Gegenüber: Saxo vs. DEGIRO auf einen Blick
- Wertpapierleihe – ein kurzes Wort dazu
- Wer sollte welchen Broker nehmen?
- Häufige Fragen: Saxo vs. DEGIRO Schweiz
⚡ Das Wichtigste in Kürze
- Saxo ist FINMA-reguliert mit Schweizer Banklizenz und CHF-Einlagensicherung bis CHF 100'000 – DEGIRO nicht.
- Saxo bietet einen kostenlosen ETF-Sparplan (AutoInvest) mit über 100 ETFs – DEGIRO hat keinen Sparplan.
- DEGIRO erhebt keine Schweizer Stempelsteuer (0.075–0.15% pro Trade) – Saxo schon.
- Saxo liefert einen kostenlosen e-Steuerauszug – bei DEGIRO gibt es keinen vergleichbaren Report, du musst die Steuerdaten manuell zusammenstellen.
- DEGIRO hat günstigere Konditionen bei häufigem aktivem Handel grosser Positionen – Saxo gewinnt bei kleinen Beträgen und langfristiger Anlage.
- Für die meisten FinanzFabio-Leser ist Saxo die bessere Wahl. DEGIRO ist interessant wenn du bewusst die Stempelsteuer sparen und sehr aktiv handeln willst.
„Fabio, soll ich Saxo oder DEGIRO nehmen?" – Ich wette, das ist nach „Wie viel soll ich in die Säule 3a einzahlen?" die Frage, die mir am zweithäufigsten gestellt wird.
Ich nutze selbst Saxo als meinen Hauptbroker. Das war nicht immer so – die Konditionen damals haben mich nicht überzeugt. Seit der Preisanpassung und dem Wegfall der Depotgebühren sieht die Rechnung aber ganz anders aus. Trotzdem versuche ich hier so fair wie möglich zu sein, denn DEGIRO ist für bestimmte Profile tatsächlich die bessere Wahl.
Lass uns das Schritt für Schritt durchgehen. Gebühren, Sicherheit, Steuer, Sparplan, Plattform – und am Schluss sage ich dir direkt, wer welchen nehmen sollte.
Kurzer Steckbrief – wer steckt dahinter?
🏦 Saxo Bank Schweiz
- Dänische Bank, gegründet 1992
- Schweizer Tochter: Saxo Bank (Schweiz) AG, Zürich
- FINMA-reguliert, Schweizer Banklizenz
- Mehrheitseigentümer: J. Safra Sarasin (CH)
- Plattformen: SaxoInvestor & SaxoTrader
- Depotgebühr: gratis seit Feb. 2025
🌐 DEGIRO
- Niederländischer Broker, gegründet 2013
- Teil von flatexDEGIRO Bank AG (DE)
- Nicht FINMA-reguliert – BaFin (DE)
- Europaweit über 3 Mio. Kunden
- Plattform: Web & App
- Depotgebühr: gratis
Der wichtigste Unterschied steckt schon im Steckbrief: Saxo ist eine regulierte Schweizer Bank. DEGIRO ist ein europäischer Broker, der in der Schweiz über EU-Passporting tätig ist, aber keine Schweizer Banklizenz hat. Das hat konkrete Folgen – dazu gleich mehr.
Gebühren – was kostet dich ein Trade wirklich?
Beide Broker haben keine Depotgebühren. Beim reinen Transaktionspreis ist der Vergleich komplizierter als er auf den ersten Blick aussieht – weil Saxo Stempelsteuer erhebt und DEGIRO nicht.
| Kategorie | Saxo Bank CH | DEGIRO |
|---|---|---|
| Depotgebühr | Gratis (seit Feb. 2025) | Gratis |
| Schweizer Aktien (SIX) | CHF 3 (0.08%) | CHF 5 + CHF 1 Bearbeitung |
| US-Aktien / ETFs | ab $1 | € 1 + € 1 Bearbeitung |
| ETF Kernauswahl | Gratis via AutoInvest (100+ ETFs) | € 1 an Tradegate (ca. 200 ETFs) |
| ETF regulär | CHF 3 (0.08%) | € 3 + € 1 Bearbeitung |
| FX-Gebühr (Fremdwährung) | 0.25% (Unterkonto in FW = 0%) | 0.25% (Auto FX) |
| Schweizer Stempelsteuer | ✅ Ja (0.075–0.15% pro Trade) | ❌ Nein (kein CH-Broker) |
| Steuerauszug | Gratis e-Steuerauszug | Manuelle Jahresübersicht |
Quellen: Saxo Bank (Schweiz) AG, DEGIRO Preisseite – Stand April 2026. Alle Angaben ohne Gewähr, Preise können sich ändern.
💡 Was bedeutet Stempelsteuer in der Praxis?
Bei einem ETF-Kauf von CHF 10'000 an einer ausländischen Börse zahlst du bei Saxo zusätzlich CHF 15 Stempelsteuer (0.15%). Bei DEGIRO fällt diese Abgabe weg, weil DEGIRO kein Schweizer Effektenhändler ist. Bei kleinen Beträgen und monatlichen Sparplänen spielt das kaum eine Rolle. Bei grösseren Einmalanlagen oder aktivem Handel summiert sich die Differenz.
Klar, oder? DEGIRO hat beim reinen Transaktionspreis einen strukturellen Vorteil durch die fehlende Stempelsteuer. Saxo holt das aber mit dem kostenlosen AutoInvest-Sparplan wieder herein – weil du dort für monatliche ETF-Käufe gar keine Transaktionsgebühr zahlst.
Kurz gesagt: Für ETF-Sparer ist Saxo via AutoInvest günstiger oder gleichauf. Für aktive Trader mit grösseren Positionen kann DEGIRO durch den fehlenden Stempelsteuer-Aufschlag vorne liegen.
Sicherheit – und hier ist mir Ehrlichkeit wichtig
Das ist für mich der wichtigste Unterschied. Nicht die CHF 2 Gebühren-Differenz – sondern wo dein Geld rechtlich liegt.
🛡️ Saxo Bank Schweiz
- FINMA-reguliert – Schweizer Bankengesetz
- Einlagensicherung: CHF 100'000 (esisuisse)
- Wertschriften: Sondervermögen, getrennt verwahrt
- Mehrheitseigentümer J. Safra Sarasin (CH)
- Rechtsweg: Schweizer Recht
⚠️ DEGIRO
- Nicht FINMA-reguliert – BaFin (DE) / AFM (NL)
- Bargeld-Sicherung: bis € 100'000 (deutsche Einlagensicherung)
- Wertschriften: rechtlich getrennt (Sondervermögen)
- Kein CH-Aktienregistereintrag möglich
- Rechtsweg: Deutsches Recht
Ich sage das ohne Drama: DEGIRO ist ein gut regulierter, seriöser Broker. BaFin ist keine Behörde, die man nicht ernst nimmt. Wertschriften sind auch bei DEGIRO als Sondervermögen geschützt – das bedeutet, ETFs und Aktien gehören dir, nicht DEGIRO, und wären auch bei einer Insolvenz des Brokers dein Eigentum.
Wer aber explizit eine Schweizer Banklizenz, FINMA-Aufsicht und Schweizer Recht will, kommt an Saxo nicht vorbei. Gerade bei Beträgen über CHF 100'000 im Depot ist das ein valides Argument.
ETF-Sparplan – der grösste Unterschied im Alltag
Meine Philosophie kennst du: Regelmässig, automatisiert, ohne nachdenken investieren. Der Durchschnittskosteneffekt macht über die Jahre einen grossen Teil der Arbeit. Und genau hier trennen sich die Wege.
✅ Saxo AutoInvest – der vollautomatische ETF-Sparplan
- Über 100 ETFs kostenlos besparbar
- Kein Mindestbetrag, kein Mindestintervall
- Ausführung jeden 5. des Monats – vollautomatisch
- Eigene IBAN pro Sparplan – du richtest einmal einen Dauerauftrag ein und vergisst es
- Bis zu 10 separate AutoInvest-Unterkonten (z.B. für dich, Göttikind, Partner)
❌ DEGIRO – kein automatisierter ETF-Sparplan
DEGIRO bietet aktuell keine echten automatisierten Sparpläne. Du kannst ETFs aus der Kernauswahl einmal pro Monat zu EUR 1 kaufen – aber du musst das manuell anstoßen. Kein Dauerauftrag, keine automatische Ausführung. Wer monatlich vergisst zu kaufen, investiert nicht.
Das ist für mich einer der entscheidenden Punkte. Ich glaube an Systeme, nicht an Disziplin. Wenn du jeden Monat manuell einloggen und kaufen musst, passiert es nicht konsequent. Bei Saxo passiert es automatisch.
Steuererklärung – und warum der Steuerauszug ein Riesenunterschied ist
Jedes Jahr im Frühling das gleiche Spiel: Steuererklärung. Für Anleger heisst das: Wertschriftenverzeichnis, Dividenden, Vermögenswert per 31. Dezember.
Bei Saxo bekommst du – wenn du über unseren Community-Link eröffnet hast – einen kostenlosen e-Steuerauszug. Du lädst ihn herunter, und der enthält alle nötigen Angaben für die Steuererklärung in einer sauberen Übersicht. Wer Dr. Tax oder eine kantonale Steuer-App nutzt, importiert das oft sogar direkt.
Bei DEGIRO gibt es keinen vergleichbaren Steuerauszug für Schweizer Kunden. Du lädst dir unter „Aktivität → Berichte" eine Jahresübersicht herunter und musst die Daten selbst in dein Wertschriftenverzeichnis übertragen. Valorennummern (ISIN) suchst du dir selbst. Das geht – aber es braucht deutlich mehr Zeit und Aufwand.
💡 Meine Einschätzung
Wenn du 2–3 ETF-Positionen hast, ist der DEGIRO-Aufwand handhabbar. Wenn du 10–20 Positionen über verschiedene Unterkonten führst, kann der Steueraufwand mit DEGIRO schnell einen Stundenlohn deiner Zeit kosten – jedes Jahr. Das ist eine Gebühr, die nicht auf der Preisseite steht.
Plattform & Benutzerfreundlichkeit
Beide Plattformen sind grundsätzlich gut bedienbar. Der Unterschied liegt im Fokus:
DEGIRO ist minimalistisch und übersichtlich gehalten. Gerade für Einsteiger ohne Börsenerfahrung ist die Oberfläche angenehm schlank – du wirst nicht mit Chart-Tools und Analyse-Widgets überhäuft. Dafür fehlen fortgeschrittene Features.
Saxo bietet zwei Plattformen: SaxoInvestor für ETF-Einsteiger (schlank, übersichtlich, ideal für Sparpläne) und SaxoTrader für alle die mehr wollen – mit vollständigem Chart-Paket, allen Ordertypen, Echtzeit-Marktdaten und professionellen Analyse-Tools. Du kannst beide kostenlos nutzen und mit denselben Login-Daten zwischen ihnen wechseln.
Produktuniversum: Saxo bietet mehr Instrumente – Aktien, ETFs, Anleihen, Fonds, Optionen, CFDs und Futures. DEGIRO deckt ebenfalls Aktien, ETFs, Optionen, Futures und Anleihen ab. Kein direktes Krypto-Angebot bei beiden.
Das grosse Gegenüber: Saxo vs. DEGIRO auf einen Blick
| Kriterium | Saxo Bank CH | DEGIRO |
|---|---|---|
| FINMA-reguliert | ✅ Ja | ❌ Nein |
| Einlagensicherung | CHF 100'000 (esisuisse) | € 100'000 (BaFin) |
| Stempelsteuer | ❌ Ja (0.075–0.15%) | ✅ Keine |
| ETF-Sparplan | ✅ Ja, AutoInvest gratis | ❌ Nein |
| e-Steuerauszug | ✅ Gratis (CH-Format) | ❌ Nur Jahresübersicht |
| Unterkonten | Bis zu 10 (gratis) | — |
| Währungskonten | 21 Währungen, 0% FX wenn genutzt | EUR, USD, GBP (Manual FX) |
| Mindesteinlage | Keine | CHF 0.01 |
| Demokonto | ✅ Ja | ❌ Nein |
| Wertpapierleihe | Optional, 50/50 Erträge | Optional seit Okt. 2025, 50/50 Erträge |
Quellen: Saxo Bank (Schweiz) AG, DEGIRO Preisseite, Stand April 2026
Wertpapierleihe – ein kurzes Wort dazu
Beide Broker bieten Wertpapierleihe an: Deine Aktien und ETFs werden an Dritte verliehen, du bekommst 50% der Erträge. Das kann die Rendite leicht verbessern – ist aber kein garantierter Betrag, denn Leihe findet nur statt wenn Marktnachfrage besteht.
Bei beiden Brokern ist die Wertpapierleihe heute optional. Bei Saxo kannst du pro Unterkonto entscheiden. Bei DEGIRO kannst du sie in den Kontoeinstellungen deaktivieren – das wurde seit Oktober 2025 möglich. Für einen langfristigen ETF-Investor der auf MSCI World-ETFs setzt: Die Leihe bringt meistens wenig, das Risiko (temporäres Eigentumsübergang) ist begrenzt aber real. Ich lasse sie an.
Wer sollte welchen Broker nehmen?
👉 Wähle Saxo wenn du…
- monatlich automatisiert per ETF-Sparplan investieren willst
- eine FINMA-regulierte Schweizer Bank bevorzugst
- die Steuererklärung so einfach wie möglich halten willst (gratis e-Steuerauszug)
- für mehrere Familienmitglieder separate Unterkonten führen willst
- eine professionelle Plattform mit allen Ordertypen und Analysetools willst
- langfristig Vermögen aufbaust und nicht oft handeln willst
👉 Wähle DEGIRO wenn du…
- aktiv und häufig mit grösseren Beträgen handelst – und die Stempelsteuer-Ersparnis relevant ist
- primär Einzelaktien an internationalen Börsen kaufst (keine Stempelsteuer = klarer Vorteil)
- Wert auf eine sehr schlanke, reduzierte Plattform legst
- bereits ein Konto bei Saxo oder Swissquote hast und bewusst diversifizieren willst
- weiss, wie du deine Steuerdaten selbst aufbereiten kannst
💡 Mein Fazit
Für die Mehrheit der FinanzFabio-Community – Menschen, die monatlich automatisiert in ETFs investieren, die Steuererklärung schlank halten wollen und eine Schweizer Banklizenz schätzen – ist Saxo die bessere Wahl.
DEGIRO ist kein schlechter Broker – im Gegenteil. Aber der fehlende Sparplan und der aufwendigere Steuerreport sind im Alltag spürbarer als die Stempelsteuer-Ersparnis bei kleinen monatlichen Investments.
👉 Saxo Community-Deal sichern (CHF 500 Credits)Häufige Fragen: Saxo vs. DEGIRO Schweiz
Am Ende des Tages ist das beste Depot das, mit dem du anfängst zu investieren. DEGIRO oder Saxo – beide sind besser als das Geld auf dem Sparkonto stehen zu lassen.
Wenn du mich fragst, welchen ich nehmen würde wenn ich heute bei null anfinge: Saxo. AutoInvest läuft, Steuerauszug ist gratis, FINMA schaut drauf. Und dann vergisst du das Depot für die nächsten 20 Jahre.
Bis bald,
FinanzFabio
Über den Autor
Fabio Marchesin | FinanzFabio
Fabio ist ausgebildeter Finanzplaner mit eidg. Fachausweis und betreibt seit 2018 den grössten unabhängigen Schweizer Finanzblog mit über 258'000 Followern. Er berät keine Finanzprodukte, sondern Menschen. Bekannt aus NZZ, Tagesanzeiger, Blick und 20 Minuten.