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Saxo Ordertypen

Saxo Order­ty­pen erklärt: Limit, Market, Stop-Loss & Co.

Saxo Bank Ordertypen erklärt: Limit, Market, Stop-Loss & Co. – FinanzFabio

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Saxo Ordertypen erklärt: Limit, Market, Stop-Loss & Co.

Bei der Saxo Bank Schweiz stehen dir folgende Ordertypen zur Verfügung: Market, Limit, Stop (Stop-Loss), Stop-Limit, Trailing Stop und OCO (One-Cancels-the-Other). Jeder Typ hat seinen Zweck – welcher wann sinnvoll ist, hängt davon ab, ob du Preis- oder Ausführungssicherheit priorisierst. Stand April 2026.

⚡ Das Wichtigste in Kürze

  1. Market Order – sofort kaufen/verkaufen, Preis egal. Schnell, aber keine Preisgarantie.
  2. Limit Order – nur zu deinem Wunschpreis oder besser. Preis sicher, Ausführung nicht garantiert.
  3. Stop Order (Stop-Loss) – wird zur Market Order wenn ein bestimmter Kurs erreicht wird. Schutz vor grossen Verlusten.
  4. Stop-Limit Order – wie Stop, aber wird zu Limit-Order (nicht Market). Mehr Kontrolle, mehr Risiko auf Nicht-Ausführung.
  5. Trailing Stop – Stop-Order die dem Kurs nach oben folgt. Gewinne absichern ohne manuelles Nachziehen.
  6. OCO (One-Cancels-the-Other) – Stop-Loss + Take-Profit kombiniert. Wenn einer ausgeführt wird, der andere storniert.

Stell dir vor, du willst eine Aktie kaufen. Du tippst auf „Kaufen" – und wirst nach dem Ordertyp gefragt. Market? Limit? Stop? Und dann stehst du da wie vor einer Menükarte in einem Restaurant, das du zum ersten Mal besuchst.

Ich kenne das. Beim Einstieg wirkt das alles komplizierter als es ist. Die gute Nachricht: Du brauchst als Buy-and-Hold-Investor für dein ETF-Portfolio eigentlich nur zwei Ordertypen wirklich zu verstehen – Market und Limit. Den Rest lernt man kennen, wenn man aktiver handelt.

Trotzdem erkläre ich dir hier alle Typen die Saxo anbietet – klar, mit Beispielen und ohne unnötigen Finanzsprech. Damit du beim nächsten Kauf weisst, was du anklickst.

Warum der Ordertyp überhaupt wichtig ist

Jede Order ist eine Anweisung an deinen Broker: „Kauf mir das – aber wie?" Ohne klare Angabe kauft Saxo dir einfach zum nächstbesten verfügbaren Preis. Das ist manchmal genau richtig. Manchmal kostet es dich aber unnötig CHF.

Der Kern-Konflikt ist immer derselbe: Willst du, dass die Order sicher ausgeführt wird – oder willst du einen bestimmten Preis? Beides gleichzeitig geht meistens nicht.

Mit diesem Bild im Kopf erklärt sich eigentlich alles von selbst.

Market Order – sofort kaufen, Preis egal

Für ETF-Einsteiger

Die Market Order ist der einfachste Ordertyp. Du sagst deinem Broker: „Kauf mir das jetzt – zum Preis der gerade verfügbar ist." Saxo führt den Auftrag zum bestmöglichen Marktpreis aus, so schnell wie möglich.

📌 Konkretes Beispiel

Der iShares MSCI World ETF steht gerade bei CHF 92.50. Du platzierst eine Market Order für 10 Stück. Saxo kauft sofort – vielleicht zu CHF 92.50, vielleicht zu CHF 92.55 oder CHF 92.48, je nachdem was der Markt im nächsten Sekundenbruchteil hergibt. Bei liquiden ETFs ist die Abweichung minimal.

Wann sinnvoll: Wenn dir Ausführungssicherheit wichtiger ist als der exakte Preis. Also bei liquiden ETFs, grossen Aktien oder wenn du schlicht schnell rein oder raus willst.

Achtung: Bei illiquiden Titeln, dünnem Handel oder kurz nach Börseneröffnung kann der Preis deutlich von dem abweichen, den du auf dem Bildschirm gesehen hast (sogenannter Slippage). In solchen Fällen ist eine Limit Order die bessere Wahl.

Limit Order – nur zu meinem Preis oder besser

Für bewusste Käufer

Mit der Limit Order legst du einen maximalen Kaufpreis (oder minimalen Verkaufspreis) fest. Saxo führt die Order nur aus, wenn der Kurs deine Limite erreicht oder unterschreitet (beim Kauf) bzw. überschreitet (beim Verkauf).

📌 Konkretes Beispiel

Kauf-Limit: Der ETF steht bei CHF 92.50. Du willst nur zu CHF 91.00 oder günstiger kaufen. Du platzierst eine Limit Order zu CHF 91.00. Fällt der Kurs auf oder unter CHF 91.00, wird die Order ausgeführt. Geht der Kurs nie runter? Order bleibt offen oder verfällt.

Verkauf-Limit: Du besitzt den ETF und willst erst bei CHF 100.00 verkaufen. Limit Order zu CHF 100.00 – wird ausgeführt sobald der Kurs CHF 100.00 erreicht oder übersteigt.

Wann sinnvoll: Wenn du einen konkreten Zielkurs hast – oder bei weniger liquiden Titeln, wo du den Preis kontrollieren willst.

Wichtig: Eine Teilausführung ist möglich. Falls die Order nicht vollständig ausgeführt werden kann, bleibt der Rest als sogenannte „Resting-Order" im Markt bis sie ausgeführt wird, verfällt oder du sie manuell stornierst.

Nope, garantiert ist nichts. Die Limit Order schützt dich vor einem schlechten Preis – aber sie schützt dich nicht davor, dass der Kurs nie dorthin kommt und du den Einstieg verpasst.

Stop Order (Stop-Loss) – Schutz vor dem freien Fall

Risikomanagement

Eine Stop Order ist dein Sicherheitsnetz. Du definierst einen Preis – den „Stop-Preis". Sobald der Kurs diesen Punkt erreicht, wird automatisch eine Market Order ausgelöst und die Position geschlossen.

Das klingt perfekt. Und grundsätzlich ist es das auch – mit einem Vorbehalt: Die Ausführung zum Stop-Preis ist nicht garantiert. Wenn der Kurs schnell fällt (z.B. über Nacht oder bei News), kann die Ausführung deutlich tiefer liegen als dein Stop.

📌 Konkretes Beispiel

Du kaufst eine Aktie bei CHF 100. Du willst maximal CHF 10 verlieren. Also setzt du einen Stop-Loss bei CHF 90. Fällt die Aktie auf CHF 90, wird automatisch eine Market Order ausgelöst und die Aktie verkauft – zum nächstbesten verfügbaren Preis.

⚠️ Worst Case: Die Aktie bricht über Nacht von CHF 95 auf CHF 82 ein. Dein Stop bei CHF 90 triggert – aber die Ausführung erfolgt zu CHF 82, nicht zu CHF 90.

Stop Orders können bei Saxo auch zum Einstieg genutzt werden, nicht nur zum Absichern – z.B. um erst dann zu kaufen, wenn eine Aktie ein bestimmtes Niveau nach oben durchbricht. Das nennt sich dann Stop-Entry Order.

Stop-Limit Order – Kontrolle über den Ausführungspreis

Fortgeschrittene

Die Stop-Limit Order kombiniert Stop und Limit. Du definierst zwei Preise: einen Stop-Preis (Auslöser) und einen Limit-Preis (Mindestpreis, zu dem du noch verkaufen willst). Wenn der Stop getriggert wird, entsteht keine Market Order – sondern eine Limit Order.

📌 Konkretes Beispiel

Du besitzt eine Aktie bei CHF 100. Stop-Preis: CHF 90. Limit-Preis: CHF 88. Fällt der Kurs auf CHF 90, wird eine Limit-Order zu CHF 88 platziert. Die Aktie wird nur verkauft wenn der Preis zwischen CHF 90 und CHF 88 liegt – fällt der Kurs direkt auf CHF 85 durch, bleibt die Order offen und unausgeführt.

⚠️ Wichtig

Nicht alle Börsen und Instrumente unterstützen Stop-Limit Orders. Trailing Stop-Limit Orders sind bei Saxo generell nicht verfügbar. Prüfe die Verfügbarkeit im Trade-Ticket vor der Platzierung.

Trailing Stop Order – der Assistent, der deine Gewinne schützt

Gewinnsicherung

Das ist mein persönlicher Favorit für aktive Positionen. Ein Trailing Stop ist ein Stop-Loss, der automatisch nach oben mitgeht, wenn der Kurs steigt – aber nicht nach unten folgt, wenn der Kurs fällt.

Du definierst zwei Parameter: den Abstand zum Marktpreis (z.B. 5%) und den Trailing Step (wie viel sich der Kurs zu deinen Gunsten bewegen muss, bevor der Stop nachrückt). Das Ergebnis: Dein Stop-Level steigt mit – automatisch, ohne dass du jeden Tag manuell nachziehen musst.

📌 Konkretes Beispiel

Aktie bei CHF 100. Trailing Stop: 5% Abstand. Stop liegt anfangs bei CHF 95.

Aktie steigt auf CHF 120 → Stop rückt automatisch auf CHF 114 nach.

Aktie fällt von CHF 120 auf CHF 114 → Stop wird getriggert, Position wird geschlossen.

✅ Resultat: Du hast CHF 14 Gewinn pro Aktie gesichert, ohne täglich reinzuschauen.

Trailing Stops sind bei Saxo auch auf bestehende Positionen nachrüstbar – du musst ihn nicht beim Kauf setzen. Du kannst Abstand in Prozent, Preis, Ticks oder Währungsbetrag definieren.

OCO – One-Cancels-the-Other (Die Kombi-Versicherung)

Profi-Werkzeug

OCO kombiniert eine Stop-Loss-Order und eine Take-Profit-Order gleichzeitig. Wird eine ausgeführt, storniert sich die andere automatisch. Das schützt dich nach unten und sichert deinen Gewinnziel nach oben – ohne dass du ständig überwachen musst.

📌 Konkretes Beispiel

Aktie bei CHF 100. Du setzt:

→ Take-Profit Limit bei CHF 115 (Gewinn mitnehmen wenn Kurs steigt)

→ Stop-Loss bei CHF 92 (Verlust begrenzen wenn Kurs fällt)

Steigt die Aktie auf CHF 115 und der Take-Profit wird ausgelöst → Stop-Loss bei CHF 92 wird automatisch storniert. Und umgekehrt.

OCO-Orders nennt man auch „Bracket Orders". Sie sind besonders nützlich wenn du für längere Zeit nicht aktiv handeln kannst oder willst – z.B. im Urlaub. Du bist nach beiden Seiten abgesichert.

Orderlaufzeiten: Day, GTC und GTD

Neben dem Ordertyp bestimmst du bei Saxo auch, wie lange deine Order gültig sein soll. Das ist gerade bei Limit- und Stop-Orders wichtig.

Laufzeit Bedeutung Wann verwenden?
Day Order gilt nur für den aktuellen Handelstag. Verfällt bei Börsenschluss. Wenn du nur heute kaufen willst.
GTC Good-Till-Cancelled – Order bleibt aktiv bis sie ausgeführt oder manuell storniert wird. Wenn du geduldig auf deinen Wunschkurs wartest.
GTD Good-Till-Date – Order läuft bis zu einem bestimmten Datum ab. Auswahl: 1 Woche, 1 Monat, Monatsende, Jahresende oder individuelles Datum. Wenn du ein konkretes Zeitfenster hast.
IOC Immediate-or-Cancel – Order muss sofort ausgeführt werden, sonst wird sie storniert. Teilausführungen möglich. Für institutionelle oder zeitkritische Orders.

Quelle: Saxo Bank (Schweiz) AG, Stand April 2026

Schnellvergleich aller Saxo Ordertypen

Ordertyp Ausführung Preiskontrolle Typischer Einsatz
Market ✅ Sofort ❌ Keine ETF kaufen, Liquidität hoch
Limit ⏳ Wenn Preis erreicht ✅ Ja Gezielter Einstieg/Ausstieg
Stop (Stop-Loss) ✅ Als Market Order ⚠️ Annähernd Verluste begrenzen
Stop-Limit ⏳ Als Limit Order ✅ Ja Verluste begrenzen, Preis gesichert
Trailing Stop ✅ Dynamisch ⚠️ Annähernd Gewinne automatisch absichern
OCO ✅ Wenn eine Seite triggert ✅ Beide Seiten Stop-Loss + Take-Profit kombiniert

Welcher Ordertyp ist der richtige für dich?

📦 Buy-and-Hold ETF-Investor

Du brauchst fast ausschliesslich die Market Order. Bei grossen, liquiden ETFs ist die Preisabweichung minimal. Keine Komplexität nötig.

🎯 Geduldiger Einsteiger

Nutze die Limit Order um auf leichte Kurskorrekturen zu warten. Sinnvoll bei Einzelaktien oder wenn dir CHF 1–2 Unterschied noch etwas ausmacht.

🛡️ Risikobewusster Aktionär

Setze einen Stop-Loss auf jede grössere Position. Oder nutze den Trailing Stop um Gewinne automatisch zu sichern ohne täglich dranzuschauen.

✈️ Im Urlaub, aber investiert

Die OCO-Order ist dein Autopilot. Einmal Stop-Loss unten und Take-Profit oben setzen – fertig. Du kannst auch zwei Wochen am Strand liegen.

💡 Meine ehrliche Einschätzung

Für 90% der Leser hier – Buy-and-Hold-Investoren, ETF-Sparer, Langzeitanleger – reicht die Market Order für fast alles. Wer aktiver investiert, wird die Limit Order schätzen. Stop-Loss und Trailing Stop sind sinnvoll sobald du grössere Einzelpositionen im Depot hast, auf die ein Kurseinbruch einen echten Einfluss hätte.

OCO? Lernst du kennen wenn du es brauchst. Fang nicht mit dem Kompliziertesten an.

Häufige Fragen zu Saxo Ordertypen

Welche Ordertypen bietet die Saxo Bank Schweiz an?

Saxo Schweiz bietet: Market, Limit, Stop (Stop-Loss), Stop-Limit, Trailing Stop und OCO (One-Cancels-the-Other). Nicht alle Ordertypen sind für alle Instrumente und Börsen verfügbar – das wird im Trade-Ticket angezeigt.

Was ist der Unterschied zwischen Stop-Loss und Stop-Limit bei Saxo?

Beim Stop-Loss (Stop Order) wird beim Auslösen eine Market Order platziert – Ausführung ist sicher, Preis nicht. Beim Stop-Limit wird eine Limit Order platziert – Preis ist gesichert, aber die Ausführung ist nicht garantiert, wenn der Kurs zu schnell fällt.

Wie lange ist eine Limit Order bei Saxo gültig?

Das hängt von der gewählten Laufzeit ab. "Day" verfällt bei Börsenschluss. "GTC" (Good-Till-Cancelled) bleibt aktiv bis zur Ausführung oder manuellen Stornierung. "GTD" (Good-Till-Date) läuft bis zu einem gewählten Datum – als Optionen stehen Woche, Monat, Monatsende, Jahresende oder ein eigenes Datum zur Verfügung.

Wird ein Stop-Loss bei Saxo immer zum gesetzten Preis ausgeführt?

Nein. Eine Stop Order wird beim Erreichen des Stop-Preises zu einer Market Order und zum nächstbesten verfügbaren Preis ausgeführt. Bei starken Kursbewegungen (Gapping) kann die tatsächliche Ausführung deutlich unter dem Stop-Preis liegen. Das nennt sich Slippage.

Kann ich bei Saxo einen Stop-Loss auf einen ETF-Sparplan (AutoInvest) setzen?

Nein. AutoInvest-Positionen laufen über ein separates Unterkonto und unterstützen keine manuellen Orders wie Stop-Loss. Stop-Loss Orders sind für Positionen auf dem normalen Handelskonto gedacht, nicht für automatisierte Sparpläne.

Was bedeutet OCO bei Saxo und wie verwende ich es?

OCO steht für One-Cancels-the-Other. Du platzierst gleichzeitig einen Stop-Loss (Verlustbegrenzung nach unten) und einen Take-Profit (Gewinnmitnahme nach oben). Wird eine der beiden Orders ausgeführt, wird die andere automatisch storniert. In der SaxoTrader-Plattform findest du die OCO-Funktion im Trade-Ticket unter "Take Profit / Stop Loss hinzufügen".

Ordertypen sind kein Hexenwerk. Wenn du das nächste Mal auf der Saxo-Plattform einen ETF kaufst und das Dropdown-Menü mit Market, Limit und Stop aufgeht, weisst du jetzt was da steht – und was du anklickst.

Fang einfach an. Market Order für den ersten Kauf. Den Rest lernst du mit der Zeit.

Bis bald,
FinanzFabio

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Über den Autor

Fabio Marchesin | FinanzFabio

Fabio ist ausgebildeter Finanzplaner mit eidg. Fachausweis und betreibt seit 2018 den grössten unabhängigen Schweizer Finanzblog mit über 258'000 Followern. Er berät keine Finanzprodukte, sondern Menschen. Bekannt aus NZZ, Tagesanzeiger, Blick und 20 Minuten.

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