FinanzFabio empfiehlt
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Saxo vs PostFinance Trading – auf dem Papier zwei völlig unterschiedliche Welten: ein digitaler Spezialist mit eigener Schweizer Banklizenz gegen eine systemrelevante 100-jährige Retail-Bank. Die ehrliche Wahrheit ist aber: Hinter PostFinance E-Trading läuft seit 2015 dieselbe Swissquote-Plattform im Hintergrund. Du tradest also technisch nicht so weit weg von Swissquote, wie du denkst. Die Frage ist nur: Lohnt sich der Aufpreis gegenüber Saxo Bank wegen der Hausbank-Integration? Die Antwort ist nuancierter, als die meisten Vergleichsartikel zeigen. Wer aktiv tradet, verbrennt die CHF 72/Jahr Depotgebühr von PostFinance praktisch durch die Trading-Credits. Wer nur Sparplan macht, schenkt diese 72 Franken weg. Hier mein ehrlicher Vergleich mit konkreten CHF-Beispielen.
Was dich in diesem Beitrag erwartet
- Saxo vs PostFinance Trading – Antwort in 60 Sekunden
- Saxo vs PostFinance Trading – das Kurz-Fazit
- Saxo vs PostFinance Trading – wer ist eigentlich wer?
- Saxo vs PostFinance Trading im Detail: Die 8 Direktvergleiche
- Rechenbeispiel Saxo vs PostFinance Trading über 25 Jahre
- Saxo vs PostFinance Trading – wer gewinnt für welches Profil?
- Saxo vs PostFinance Trading – die Trading-Credit-Falle verstehen
- Häufige Fragen zu Saxo vs PostFinance Trading
- Weiterführende Quellen
Saxo vs PostFinance Trading – Antwort in 60 Sekunden
| Kriterium | Saxo Bank | PostFinance E-Trading |
| Depotgebühren | 0 CHF | CHF 18/Quartal (= CHF 72/Jahr) |
| Trading-Credit-Rückerstattung | – (nicht nötig, da 0 CHF Depot) | CHF 18/Quartal als Courtage-Guthaben |
| Trading-Gebühr Aktien CH (CHF 500-Trade) | CHF 3 (Min.) | CHF 6 (Trading-Credit deckt 3 Trades/Quartal) |
| Trading-Gebühr Aktien CH (CHF 10'000-Trade) | CHF 8 (0,08 %) | ca. CHF 30 (0,30 %) |
| ETF-Sparplan-Kosten (Gratis-Liste) | 0 CHF (100+ Gratis-ETFs) | CHF 6 pro Ausführung (durch Trading-Credit gedeckt) |
| Sparplan-Mindestrate | CHF 50/Monat | CHF 1 (seit Juni 2024) |
| Anzahl Aktien / ETFs gesamt | 23'000+ / 7'400+ | ~300 Aktien / 30 Sparplan-ETFs |
| e-Steuerauszug | gratis (ab 2025) | kostenpflichtig (typisch CHF 100+) |
| Aktienregister-Eintragung | nur Proxy Voting | ✓ klassisch möglich |
| Voraussetzung Eröffnung | freie Eröffnung digital | PostFinance-Konto erforderlich |
| Lombardkredit | ✓ ab 1 % verfügbar | ✗ nicht möglich |
| Filiale / persönliche Beratung | ✗ digital only | ✓ über 700 Filialen schweizweit |
| Banklizenz | eigene Schweizer Banklizenz | eigene, systemrelevante Bank |
| FINMA-Aufsicht | ✓ | ✓ |
Stand Mai 2026. Quellen: Anbieter-Webseiten (saxo.com/ch, postfinance.ch) und unabhängige Reviews. Aktuelle Konditionen direkt beim Anbieter prüfen.
Das Wichtigste in Kürze
Saxo vs PostFinance Trading – die Eckdaten im Schnellüberblick:
- Saxo gewinnt bei: Gebühren ab CHF 1'000 Order, ETF-Auswahl, FX-Effizienz, e-Steuerauszug
- PostFinance gewinnt bei: Filialnetz, Aktienregister-Eintragung, Hausbank-Integration, kleinste Sparplan-Rate
- Wichtige Nuance: PostFinance' CHF 72/Jahr Depotgebühr wird durch Trading-Credit kompensiert (3 Trades à CHF 500)
- Plattform-Hintergrund: PostFinance E-Trading läuft technisch auf Swissquote-Infrastruktur (seit 2015)
- Beide: FINMA-reguliert, Schweizer Banklizenz, Einlagensicherung CHF 100'000
- Mein Take: Wer beide haben kann, kombiniert PostFinance fürs Banking + Saxo fürs Trading
Saxo vs PostFinance Trading – das Kurz-Fazit
Saxo vs PostFinance Trading entscheidet sich an zwei Fragen: Bist du bereits PostFinance-Kunde? Und wie aktiv handelst du? Bei reinem ETF-Sparplan auf einen Welt-ETF verliert PostFinance über 25 Jahre rund CHF 1'500–2'000 mehr Gebühren als Saxo – die Depotgebühr CHF 72/Jahr greift voll, weil keine Trades sie kompensieren. Wer aber 5+ Trades pro Quartal macht, ist die Depotgebühr "drin", und der Unterschied schmilzt deutlich. PostFinances Stärke: Aktienregister-Eintragung, Filialnetz, Hausbank-Komfort. Saxos Stärke: tiefere Gebühren, 100+ Gratis-ETFs, gratis e-Steuerauszug, eigenständige Banklizenz. Beide sind FINMA-reguliert und sicher.
Saxo vs PostFinance Trading – wer ist eigentlich wer?
Saxo Bank – der digitale Online-Broker mit Schweizer Banklizenz
Saxo Bank wurde 1992 von Kim Fournais in Kopenhagen gegründet. Die Schweizer Tochter Saxo Bank (Schweiz) AG hat eine eigene Schweizer Banklizenz und steht unter FINMA-Aufsicht. Seit März 2026 ist die Basler Privatbank J. Safra Sarasin Mehrheitsaktionärin (Details im Artikel zur J. Safra Sarasin Saxo Übernahme). Saxo ist reiner Online-Broker – keine Filialen, kein Privatkundengeschäft im klassischen Sinn. Zugang zu 23'000+ Aktien an 50 Börsen weltweit, 7'400+ ETFs und mehreren Plattformen (SaxoInvestor, SaxoTraderGO, SaxoTraderPRO).
PostFinance – die 100-jährige Schweizer Retail-Bank
PostFinance gehört zu 100 % der Schweizerischen Post und ist eine der grössten Schweizer Banken mit über 2,4 Millionen Kundinnen und Kunden. Sie ist von der Schweizerischen Nationalbank als systemrelevante Bank eingestuft – das heisst, sie ist "too big to fail" und unterliegt strengster Regulierung. Das E-Trading-Angebot existiert seit 2009 und wird seit 2015 technisch von Swissquote betrieben. PostFinance verfügt über ein dichtes Filialnetz schweizweit und persönlichen Kundenservice in mehreren Sprachen.
Saxo vs PostFinance Trading im Detail: Die 8 Direktvergleiche
1. Depotgebühren – das CHF 72/Jahr Trading-Credit-Modell verstehen
Saxo hat 0 CHF Depotgebühren. PostFinance verlangt CHF 18 pro Quartal (CHF 72/Jahr), schreibt diesen Betrag aber als Trading-Credit für deine nächsten Käufe gut. Konkret heisst das: Wer mindestens CHF 72/Jahr an Courtagen produziert (z.B. 12 Trades à CHF 6 Min.), zahlt faktisch keine Depotgebühr. Wer aber nur Sparpläne auf Gratis-ETFs macht und sonst nichts handelt, verschenkt diese CHF 72 jährlich an PostFinance. Über 25 Jahre macht das CHF 1'800 aus. Bei Saxo entfällt diese Falle – 0 CHF bleibt 0 CHF, unabhängig vom Trading-Volumen.
2. Trading-Gebühren – stufiges Modell bei PostFinance, lineares bei Saxo
Saxos Gebührenstruktur ist einfach: 0,08 % an der SIX, mindestens CHF 3. Linear über alle Ordergrössen. PostFinance arbeitet mit Mengenrabatten:
| Ordergrösse SIX | Saxo | PostFinance | Differenz |
| CHF 500 | CHF 3 | CHF 6 | +CHF 3 (PF) |
| CHF 1'000 | CHF 3 | ca. CHF 15 | +CHF 12 (PF) |
| CHF 5'000 | CHF 4 | ca. CHF 25 | +CHF 21 (PF) |
| CHF 10'000 | CHF 8 | ca. CHF 30 | +CHF 22 (PF) |
| CHF 50'000 | CHF 40 | ca. CHF 90 | +CHF 50 (PF) |
PostFinance-Gebühren sind je nach Börsenplatz unterschiedlich – die Zahlen sind Richtwerte für die SIX, Stand Mai 2026. Aktuelle Tarife in der PostFinance E-Trading Preisliste prüfen. Saxos Gebühren sind 0,08 % der Ordergrösse, mindestens CHF 3.
Lehre: Bei kleinen Trades (CHF 500) ist PostFinance "nur" CHF 3 teurer – das ist mit dem Trading-Credit kompensierbar. Ab CHF 1'000 wird Saxo deutlich günstiger. Bei einer 10'000er-Order zahlt PostFinance fast das 4-fache von Saxo.
3. ETF-Sparpläne – beide attraktiv, aber unterschiedlich
Beide bieten ETF-Sparpläne, aber mit deutlich anderem Modell:
- Saxo AutoInvest: über 100 Gratis-ETFs (0 CHF Kaufgebühr), Mindestrate CHF 50/Monat, monatliche Ausführung am 5.
- PostFinance: rund 30 Sparplan-ETFs (immer mit Courtage CHF 6, aber durch Trading-Credit gedeckt), Mindestrate CHF 1 (!), wöchentlich/zweiwöchentlich/monatlich
PostFinances Mindestrate von CHF 1 ist konkurrenzlos – ideal für Kinder-Sparpläne. Saxos Vorteil: viel grössere Gratis-ETF-Auswahl. Wer einen Welt-ETF wie Vanguard FTSE All-World oder Invesco FTSE All-World besparen will, hat ihn bei beiden Anbietern. Wer aber Schwellenländer, spezielle Themen-ETFs oder Anleihen-ETFs will, hat bei Saxo mehr Auswahl. Mehr Details in meinem Artikel Beste ETFs für Saxo AutoInvest.
4. e-Steuerauszug – einer der grössten Unterschiede
Saxo bietet seinen e-Steuerauszug seit Steuerjahr 2025 gratis. PostFinance verrechnet ihn kostenpflichtig (typischerweise CHF 100+ pro Jahr, abhängig vom Depot). Bei 25 Jahren Anlagehorizont sind das CHF 2'500+ versteckte Kosten. Wer den Steuerauszug nicht zwingend braucht (Depot sehr klein, manuelles Erfassen der Steuerwerte möglich), kann diesen Punkt ignorieren. Für die meisten Privatanleger mit mittlerem Depot ist der gratis-Auszug bei Saxo aber ein klares Plus.
5. Auswahl – Saxo dominiert massiv
Saxo bietet über 23'000 Aktien an 50 Börsen weltweit und mehr als 7'400 ETFs. PostFinance E-Trading hat zwar Zugang zu mehreren Börsenplätzen (SIX, Xetra, NYSE, NASDAQ, LSE), aber die Sparplan-Auswahl ist mit 30 ETFs und 300 Aktien deutlich enger. Ausserdem fehlen bei PostFinance einige Spezialprodukte: kein Lombardkredit, keine Leerverkäufe, keine erweiterten Optionen-Funktionalitäten. Für die meisten Buy-and-Hold-Anleger reicht PostFinances Auswahl. Für aktive Trader oder ausdifferenzierte Portfolios ist Saxo die bessere Wahl.
6. Aktienregister-Eintragung – PostFinance kann's, Saxo nur über Proxy Voting
Wer als Schweizer Aktionär an einer Generalversammlung mitstimmen will, muss im Aktienregister der jeweiligen Gesellschaft eingetragen sein. PostFinance bietet das als klassische Schweizer Bank an – meist kostenpflichtig (CHF 30–100 pro Eintragung, je nach Service). Saxo bietet seit 2025 immerhin Proxy Voting an, aber keine direkte Aktienregister-Eintragung (mit den entsprechenden Nachteilen wie keine Naturaldividenden). Details dazu im Artikel zum Saxo Aktienregister & Proxy Voting.
7. Eröffnungs-Hürde und Plattform
Saxo eröffnest du frei und digital innert 10–15 Minuten – kein bestehendes Konto erforderlich. Bei PostFinance brauchst du zwingend ein PostFinance-Bankkonto, bevor du das E-Trading nutzen kannst. Wer noch nicht Kunde ist, muss zwei Anträge stellen und CHF 5/Monat Kontoführungsgebühr akzeptieren (entfällt ab CHF 25'000 Anlagevermögen). Saxos Plattform-Vielfalt (SaxoInvestor / TraderGO / PRO) ist Stärke und Schwäche zugleich – einsteigerfreundlich, aber initial verwirrend. PostFinances E-Trading hat eine einzige Oberfläche, technisch gleich wie Swissquote, integriert ins gewohnte E-Finance-Banking.
8. Filialnetz und Beratung – PostFinances Heimspiel
PostFinance betreibt schweizweit ein Filialnetz und bietet telefonischen Kundenservice in Deutsch, Französisch und Italienisch. Saxo ist reiner Online-Broker – Support per E-Mail, Live-Chat und Telefon, aber keine Filiale. Für Anleger, denen persönliche Beratung wichtig ist, ist PostFinance klarer Pluspunkt. Achtung: Persönliche Beratung in der PostFinance-Filiale ist nicht zwingend qualifizierte Anlageberatung. Echte Wertschriftenberatung erfordert spezielle Termine und kostet extra.
Rechenbeispiel Saxo vs PostFinance Trading über 25 Jahre
Damit du den finanziellen Unterschied wirklich begreifst, drei Szenarien mit CHF 500 Monatssparrate über 25 Jahre. Eingezahltes Kapital: CHF 150'000. Bei 6 % Nettorendite p.a. theoretischer Endwert ohne Gebühren rund CHF 347'000.
Szenario A: Reiner ETF-Sparplan, keine sonstigen Trades
| Position | Saxo AutoInvest | PostFinance |
| Kaufgebühren 25 Jahre (Gratis-ETF) | CHF 0 | CHF 0 (durch Credit gedeckt) |
| Depotgebühren netto | CHF 0 | ~ CHF 1'500* |
| e-Steuerauszug 25 Jahre | CHF 0 | ~ CHF 2'500 |
| Gesamt-Gebühren ca. | CHF 0 | ~ CHF 4'000 |
*Wenn der monatliche Sparplan exakt 1 Trade pro Monat ist, deckt der quartalsweise CHF 18-Credit 3 Trades – Sparpläne nutzen einen Teil der Credits, aber überschüssige verfallen.
Szenario B: Sparplan + 4 zusätzliche Trades pro Jahr
Wer zusätzlich zum Sparplan 4 grössere Trades pro Jahr macht (z.B. Quartals-Käufe von Einzelaktien), nutzt die Trading-Credits bei PostFinance besser aus. Die "Depotgebühr-Differenz" verschwindet weitgehend. Bei den Trade-Gebühren selbst (CHF 6–30 pro Trade) gewinnt Saxo trotzdem deutlich, weil 0,08 % vs. 0,30 % einen Faktor 3–4 ausmacht.
Szenario C: Aktiver Anleger (50+ Trades/Jahr)
Wer aktiv tradet, macht den e-Steuerauszug-Nachteil von PostFinance teilweise wett (durch ausgenutzte Trading-Credits). Aber die hohen Einzeltrade-Gebühren bei PostFinance summieren sich enorm. Bei 50 Trades à durchschnittlich CHF 5'000: PostFinance ~CHF 1'250 jährlich, Saxo ~CHF 200. Differenz: über CHF 1'000 pro Jahr nur an Trade-Gebühren. Saxo gewinnt aktive Trader klar.
Saxo vs PostFinance Trading – wer gewinnt für welches Profil?
Wie immer entscheidet sich Saxo vs PostFinance Trading nicht an der Frage "wer ist besser", sondern "passt zu welchem Anlegertyp". Drei klare Profile, drei klare Empfehlungen:
Du wählst Saxo, wenn...
- ...du keine bestehende PostFinance-Beziehung hast (oder sie nicht erweitern willst)
- ...du eine grosse ETF-Auswahl willst (100+ Gratis-Sparplan-ETFs)
- ...du regelmässig Einzelaktien oder Trades >CHF 1'000 machst
- ...du den gratis e-Steuerauszug schätzt
- ...du in Fremdwährungen handelst und FX-Effizienz brauchst
- ...du Optionen, Lombardkredit oder erweiterte Funktionen nutzen willst
- ...du langfristig vermögensaufbau-orientiert investierst
Du wählst PostFinance, wenn...
- ...du bereits PostFinance-Kunde bist und alles unter einem Dach willst
- ...du Wert auf Aktienregister-Eintragung legst (Naturaldividenden, GV-Stimmrecht)
- ...du persönliche Beratung in der Filiale schätzt
- ...du Mini-Sparpläne ab CHF 1 nutzen willst (z.B. für Kinder)
- ...du eine systemrelevante Schweizer Bank als zusätzlichen Sicherheitsfaktor siehst
- ...du sehr aktiv tradest (CHF 18/Quartal Credits sinnvoll nutzbar)
Du nimmst beide, wenn...
- ...du sowieso PostFinance fürs Banking nutzt
- ...du das Hauptvermögen bei Saxo aufbaust (tiefere Gebühren, gratis e-Steuerauszug)
- ...du Schweizer Kernpositionen mit Stimmrecht bei PostFinance hältst
- ...du die Vorteile beider Anbieter spezifisch nutzen willst
Saxo vs PostFinance Trading – die Trading-Credit-Falle verstehen
Ein Punkt, den viele Vergleiche unterschlagen: PostFinances CHF 18-Quartals-Credit ist nicht übertragbar. Wer im Q1 nur 2 Trades à CHF 500 macht (CHF 12 verbraucht), verliert die restlichen CHF 6 – sie verfallen am Quartalsende. Das CHF 18-Guthaben ist also kein dauerhafter Wertkredit, sondern eine Verbrauchs-Limite.
Praktisch: Wenn dein Sparplan monatlich CHF 500 ist, hast du 3 Trades pro Quartal = CHF 18 Gebühren = Credit komplett aufgebraucht. Perfekt ausgereizt. Wenn dein Sparplan aber wöchentlich läuft (12-13 Trades pro Quartal à CHF 6 = CHF 72-78), zahlst du über den Credit hinaus. Wenn du gar keinen Sparplan hast und nicht tradest, verschenkst du CHF 72/Jahr.
Mein konkreter Tipp: Wenn du bei PostFinance bist und einen ETF-Sparplan einrichten willst, mach monatliche statt wöchentliche Ausführung. So nutzt du den Credit optimal aus. Diese Trading-Credit-Mechanik ist der wichtigste Punkt im Saxo vs PostFinance Trading Vergleich – ohne ihn wirkt PostFinance unfair teuer, mit ihm ist die Lücke kleiner als gedacht.
💡 Aus Fabios Erfahrung
Coaching-Fall 2024 – Markus' PostFinance-Falle: Markus, 36, hatte 4 Jahre lang seinen ETF-Sparplan bei PostFinance. CHF 400/Monat. Das Problem war nicht der Sparplan an sich – der war über die Trading-Credits gedeckt. Sondern: e-Steuerauszug CHF 110 pro Jahr und versteckte Zusatzgebühren bei Dividenden in Fremdwährungen. Wir haben den Sparplan zu Saxo migriert. Ersparnis: rund CHF 200/Jahr direkte Gebühren, plus die Renditen darauf. Auf 25 Jahre extrapoliert: CHF 8'000–12'000 Mehrwert. PostFinance hat er behalten – als Hauptkonto für Daily Banking, wo es sehr gut funktioniert.
Coaching-Fall 2025 – Yolanda's Beratungs-Use-Case: Yolanda, 64, kurz vor Pensionierung, wollte ihre Säule 3a in ein Wertschriftendepot überführen. Saxo wäre günstiger gewesen, aber sie wollte unbedingt persönlich besprechen, wie sie ihre CHF 250'000 strukturiert. PostFinance hat das in der Filiale Lenzburg gemacht – Beratung war solide, Service freundlich. Yolanda zahlt jährlich CHF 110 e-Steuerauszug, plus Trading-Credit-Verschwendung. Über 10–15 Jahre Lebenserwartung des Depots ungefähr CHF 1'500. Aber: Yolanda schläft besser. Das ist auch ein Wert.
Mein Take: Saxo vs PostFinance Trading ist eine Effizienz- vs. Komfort-Frage. Wer Gebühren minimieren will: Saxo. Wer alles bei der Hausbank haben und persönliche Beratung schätzt: PostFinance. Wer beides kann: Combo. Die Hauptlehre: Verstehe den Trading-Credit-Mechanismus, bevor du PostFinance E-Trading bewertest – ohne ihn ist die Bewertung zu negativ.
Häufige Fragen zu Saxo vs PostFinance Trading
Welcher ist günstiger – Saxo oder PostFinance?
Saxo ist bei den meisten Anlegertypen günstiger. Hauptgründe: 0 CHF Depotgebühren (PostFinance CHF 72/Jahr), tiefere Trading-Gebühren ab Orders >CHF 1'000 (0,08 % vs. 0,30 %), gratis e-Steuerauszug (PostFinance kostenpflichtig), 100+ Gratis-Sparplan-ETFs. PostFinances Trading-Credit (CHF 18/Quartal) kompensiert die Depotgebühr nur für sehr aktive Trader oder bei optimal eingerichtetem Sparplan. Für reine ETF-Sparplan-Anleger spart Saxo über 25 Jahre rund CHF 3'000–4'000 mehr.
Kann ich bei PostFinance auch Aktien handeln?
Ja. PostFinance E-Trading bietet Zugang zu rund 300 Aktien (für Sparpläne) und einer breiteren Auswahl im freien Handel an Börsen wie SIX, Xetra, NYSE, NASDAQ und LSE. Was du bei PostFinance nicht kannst: Leerverkäufe und Lombardkredite (kein Hebel). Saxo bietet beides und hat insgesamt deutlich mehr handelbare Titel (23'000+).
Hat PostFinance einen ETF-Sparplan?
Ja, seit Juni 2024. Du kannst ab CHF 1 pro Monat sparen – das ist die niedrigste Mindestrate aller Schweizer Anbieter und damit ideal für Kinder-Sparpläne. Wöchentlich, zweiwöchentlich oder monatlich. Auswahl: 30 ETFs, 300 Aktien, PostFinance-Themenzertifikate. Pro Ausführung fallen CHF 6 Courtage an, die durch das CHF 18/Quartal Trading-Credit gedeckt werden (bis zu 3 Trades pro Quartal). Bei Saxo AutoInvest ist die Auswahl deutlich grösser (100+ Gratis-ETFs), die Mindestrate höher (CHF 50).
Bietet PostFinance Aktienregister-Eintragung?
Ja, als klassische Schweizer Bank bietet PostFinance die Eintragung deiner Schweizer Namensaktien (Nestlé, Roche, Swisscom etc.) ins Aktienregister der jeweiligen Gesellschaft. Damit hast du Stimmrecht an Generalversammlungen, bekommst Naturaldividenden (Lindt-Schoggi etc.) und die direkte GV-Einladung. Saxo bietet diese direkte Eintragung nicht – nur eine Proxy-Voting-Lösung mit weniger Komfort.
Brauche ich für PostFinance E-Trading ein PostFinance-Konto?
Ja. Voraussetzung für das E-Trading ist ein bestehendes PostFinance-Bankkonto. Wer noch nicht Kunde ist, muss zwei Eröffnungen machen (Konto plus E-Trading). Bei Saxo entfällt diese Hürde – die Saxo Bank Schweiz AG ist eigenständig und du eröffnest direkt ein Trading-Konto.
Lohnt sich der Wechsel von PostFinance zu Saxo?
Bei reinem ETF-Sparplan und mittlerem Depot über CHF 30'000: meistens ja. Die Gebührendifferenz (Depotgebühr-Verlust + e-Steuerauszug + höhere Trade-Gebühren) summiert sich über 25 Jahre auf vier- bis fünfstellige Beträge. Bei aktiven Tradern mit voll ausgenutzten Trading-Credits ist die Differenz kleiner, aber Saxo bleibt günstiger. Wer die Hausbank-Integration wirklich braucht (Beratung, alles unter einem Dach), behält PostFinance E-Trading – idealerweise als sekundäres Depot zusätzlich zu Saxo.
Mein Take dazu
Saxo vs PostFinance Trading ist keine knappe Entscheidung – Saxo gewinnt bei den meisten Anlegertypen klar, weil die Gebührenstruktur einfach besser ist. Aber: PostFinance ist nicht schlecht. Das Angebot funktioniert technisch sauber (Swissquote-Backend), hat den niedrigsten Sparplan-Einstieg im Schweizer Markt und bietet Aktienregister-Eintragung sowie persönliche Beratung – Punkte, die Saxo schlicht nicht hat.
Mein klarer Tipp: Wenn du bereits PostFinance-Kunde bist und das Banking dort behalten willst, eröffne zusätzlich Saxo für dein Hauptvermögen. Beides parallel kostet dich nichts (Saxo ist gratis) und gibt dir die Vorteile beider Welten. Wer noch keine PostFinance-Beziehung hat und zwischen den beiden wählen muss: Saxo ist die ökonomisch klar bessere Wahl. Beratungs-Bedarf? Dann lieber einen guten Honorarberater suchen, der nicht durch Bankprovisionen voreingenommen ist – das ist günstiger als der PostFinance-Aufpreis über 25 Jahre.
Weiterführende Quellen
- FINMA – Aufsicht über Saxo und PostFinance
- esisuisse – Einlagensicherung Schweiz (CHF 100'000)
- PostFinance E-Trading – offizielle Webseite
- Moneyland – Online-Broker-Vergleich Schweiz
- FinanzFabio – ETF Sparplan Schweiz Vergleich 2026
- FinanzFabio – Saxo vs Yuh Schweiz
- FinanzFabio – Saxo vs neon invest
- FinanzFabio – Saxo AutoInvest im Detail
- FinanzFabio – Beste ETFs für Saxo AutoInvest
- FinanzFabio – Saxo Bank Gebühren
- FinanzFabio – Für wen lohnt sich das Saxo-Depot?
- FinanzFabio – Saxo Aktienregister & Proxy Voting
- FinanzFabio – Saxo Bank Lombardkredit Schweiz
- FinanzFabio – J. Safra Sarasin Saxo Übernahme
Bis bald, FinanzFabio
Über den Autor
Fabio Marchesin
Eidg. dipl. Finanzplanungsexperte, Gründer von FinanzFabio (seit 2018). Vater, lebt in Lenzburg AG. Über 258'000 Follower-Community. Bekannt aus NZZ, Tagesanzeiger, Blick, 20 Minuten, Handelszeitung und Finews. Ich nutze sowohl Saxo als auch PostFinance selbst und teste mit eigenem Geld. Affiliate-Partnerschaften (Saxo) beeinflussen meine Bewertung nicht – auch nicht im Vergleich zur traditionellen Schweizer Bank. Dieser Artikel ist keine individuelle Anlageberatung.
Hinweis zur Transparenz: Dieser Artikel wurde von mir konzipiert und redaktionell verantwortet. Bei der Recherche und Strukturierung kamen KI-gestützte Tools zum Einsatz. Alle Gebühren- und Angebotsangaben wurden manuell gegen die Anbieter-Webseiten (saxo.com/ch, postfinance.ch), unabhängige Reviews (becomewealthy.ch, schwiizerfranke.com, thepoorswiss.com, extraetf.com/ch) und Moneyland verifiziert (Stand Mai 2026). Konditionen können sich ändern – aktuelle Werte direkt beim Anbieter prüfen.