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Maklermandat

Versi­che­rungs­be­ra­ter oder Makler

Letzte Woche wurde ich gefragt, was ein Makler eigentlich anders macht als ein Versicherungsberater und wozu es ein Maklermandat braucht.

Versicherungsberater - Freund oder Feind

Zugegeben der Untertitel ist provokativ. Soll anscheinend gut sein für die Leserschaft und Spannung aufbauen. Nichtsdestotrotz, eine berechtigte Frage. Ich kann sie natürlich mit einem Wort beantworten: beides!

Vorneweg, ich war selbst einmal Versicherungsberater, ich weiss wie das System funktionier (oder eben nicht) und warum viele Kunden mit ihrem Berater nicht glücklich sind.

Versicherungsberater arbeiten für Provisionen. An jedem Abschluss verdienen sie Geld. Und nur am Abschluss. Das ist der Kern des Problems. Womöglich haben sie auch noch einen Grundlohn, der ist in der Regel aber sehr tief. Und mit sehr tief meine ich, sehr tief. Unter CHF 2'000 ist keine Seltenheit. Ein weiteres Problem ist die Abhängigkeit von ihrem Arbeitgeber. Du wirst von deinem Versicherungsberater nur Produkte ihrer Gesellschaft offeriert bekommen. Es gibt aber auch weniger Versicherungen, die mit anderen Anbietern zusammenarbeiten. Zum Beispiel die Mobiliar Versicherung mit der Swiss Life.

Der Makler und das Maklermandat

Machen wir uns nichts vor, auch der Makler ist daran interessiert, Geld zu verdienen. Je nach dem, läuft aber ein anderes System im Hintergrund. Und dieses entwickelt sich momentan weiter.

Zum einen gibt es Makler, die auf Provisionen arbeiten. Sprich sie erhalten pro Verkauf eine einmalige Entschädigung. Im Gegensatz zum Versicherungsberater können sie aber Offerten aller Gesellschaften anbieten. Ein riesen Vorteil.

Weiter gibt es die Courtagenentschädigung. Anders als die Provision ist sie nicht einmalig sondern wiederkehrend. Meist jedes Jahr. Dieses Sysetm legt den Fokus auf ein langjährige Zusammenarbeit. Daher liegt es hier nahe, dass der Makler nicht einfach einen Abschluss (das Wort suggeriert ja schon, dass er mit dem Kunden abschliessen will) will, sondern eine langjährige Kunden- und Geschäftsbeziehung aufbauen.

Wenn der Makler nach dem Courtagensystem arbeitet, ist er vor allem an einem Maklermandat interessiert. Sein Vorteil, ergal woher die Versicherungspolice kommt und wer diese damals dem Kunden verkauft hat, er verdient ab sofort Courtagen daran. Der Kunde wird nicht mehr vom Versicherungsberater sondern neu vom Makler betreut. Er verdient also Geld, ohne das er dem Kunden etwas kündigen muss und etwas neues zu verkaufen. Und das ist ein Vorteil. Er kann getrost sagen, du bist gut versichert, lassen wir das ganze so, bis sich etwas an deiner Situation verändert.

Die Vorteile des Maklermandat

Sagen wir es so, du hast zumindest keine Nachteile, sofern dein Makler etwas taugt. Eine Person die für dich zuständig ist, die nicht an einem Neuverkauf interessiert ist und die von allen Produkten jeder Gesellschaft das passende für dich raussucht, kann ein riesen Vorteil für dich sein.

Versicherungsberater oder Makler

Auch wenn ich jetzt etwas harsch mit den Versicherungsberatern war, möchte ich auf keinen Fall alle in den selben Topf schmeissen. Ich kenne sehr viele Berater die einen super Job machen, mehr als zuverlässig sind und auch top ausgebildet sind. Da kann ich dir wirklich ein paar Leute empfehlen. Achte darauf, wie lange sie schon im Business sind. Wenn es darum geht eine Hausratversicherung abzuschliessen, dann spielt es keine grosse Rolle, bei wem du es machst. Bei einer Lebensversicherung willst du aber wissen, dass dein Berater weiss, von was er spricht. Lass dich ruhig auch von mehreren Beratern und Gesellschaften beraten.

Auch beim Makler gilt es, auf die Erfahrung zu schauen. Versicherungsmakler ist kein geschützter Beruf, jeder kann das werden. Wirklich jeder. Wie gesagt, wichtig ist es zu wissen, arbeitet er auf Provision oder Courtage und will er ein Maklermandat von dir.

Was du bei beiden auch beachten solltest, ist was er vor dem Geschäftsgang (also Versicherungen verkaufen) alles in die Beratung einfliessen lässt. Jeder Versicherungsberater und Makler ist verpflichtet, dir ein VAG 45 abzugeben. Ohne VAG 45 hast du gute Chancen, deinen Berater wegen Falschberatung zu verklagen. Und es zeigt sofort, ob er seriös ist oder nicht.

Auch ob die Makler bei der FINMA angeschlossen sind oder nicht, sagt viel über sie aus.

Weiter habe ich noch nie verstanden, wie man eine Versicherung verkaufen kann, ohne vorher den Bedarf zu analysieren. Evtl. braucht es ein paar Versicherungen garnicht, weil du doppelt versichert bist. Sind ja auch ein grosser Teil deiner Fixkosten. Speziell bei Lebensversicherungen gilt, ohne Vorsorgeanalyse keine Police. Und halte dich nicht mit Fragen zur Analyse zurück. Prüfe wie schnell dein Gegenüber ins schwitzen kommt.

Good news btw: bald kommt ein Programm, dass die ganze Vorsorgeanalyse digitalisiert und du sie selber machen kannst. Ohne Berater, ohne Makler. Ich halte dich auf dem laufendem.

-Hr. Marchesin

Ps. kennst du meinen Youtubekanal schon? Ich wäre dir dankbar, wenn du ihn abonnierst.

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