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Schweizer zwanziger Noten

Was die Miete kosten darf

1/3 des Lohnes für die Miete ist schon zu viel

Viele halten sich an die gängige Regel, dass die Wohnungsmiete nicht mehr als ein Drittel ihres Lohnes ausmachen darf. Das klingt soweit ganz ok. Aber hier fängt bereits die Diskussion an. Vom Nettolohn oder vom Bruttolohn? Wir erinnern uns: brutto = brutal viel, netto = net so viel.

Ich persönlich gehe vom Nettolohn aus. Auch Philipp geht vom Nettolohn aus, für ihn spielt aber nicht die Miete, sondern die totalen Wohnkosten eine Rolle. Nach einer langen Diskussion, muss ich ihm recht geben.

Philipp: «Bei CHF 6'000 Nettolohn bezahlt man nach dieser Theorie CHF 2'000 für die Miete inkl. Nebenkosten. Das ist schon sehr viel. Aber dazu kommt noch der Parkplatz, weitere CHF 120. Vergessen wir TV und Internet zu Hause nicht, nochmals CHF 100. Hinzu kommt noch die Billag, welche Du allein bezahlen musst, rechnen wir CHF 40. Die Hausrat-und Privathaftpflichtversicherung bezahlst Du auch allein, weitere CHF 30 im Monat. Abfallmarken, Lebensmitteleinkäufe, Essen, welches Du leider wieder wegwerfen musst, weil Coop und Migros immer noch nicht verstanden haben, dass es immer mehr Single-Haushalte gibt als vierköpfige Familien. Die Ausgaben summieren sich.»

Das Ganze relativiert sich aber in einer Wohngemeinschaft. Sobald man mit dem Partner zusammenwohnt oder sogar in einer WG mit mehreren Leuten, kann man die Kosten teilen. Bis auf die Miete für den Parkplatz.

Aus eigener Erfahrung kann ich Euch sagen, man spürt die Billag und die Hausratversicherung im Portemonnaie. Zumindest in den Monaten, in welchen die Rechnung auf uns im Briefkasten wartet. Internet und TV hat mir Philipp verboten. Bei uns gibt’s nur Netflix. Der Handy Hotspot reicht dafür. Auch für 4K Streaming. Deswegen verhandelt Philipp heute noch über einen Rabatt bei der Billag.

Damals in der WG habe ich CHF 1'100 inkl. Parkplatz bezahlt. Wir waren zu dritt. Nein ich rede nicht von Philipp und Herr Marchesin. Es waren zwei echte, nicht imaginäre, schizophrene Persönlichkeiten. In den CHF 1'100 war auch TV und Internet, sowie ein Überschuss einberechnet. Mit diesem Überschuss haben wir Rechnungen wie die Billag und Versicherungen bezahlt, sowie wichtige Anschaffungen für die Wohnung.

Allein wohnen ist scheissteuer. Heute bezahle ich für meine Eigentumswohnung, wenn ich alles einberechne (Hypozins, Nebenkosten, Steuern durch Eigenmietwert (ich fluche gerade laut) sonstige Kosten), CHF 960. Also eigentlich CHF 140 weniger. Aber all die anderen Fixkosten, die sich summieren, kann ich nicht mehr aufteilen. Unter dem Strich bezahle ich etwa gleich viel. Bei einer Mietwohnung würde das aber ganz anders aussehen. Das würde wirklich weh tun.

Überlegt Euch gut, ob Ihr das Nest Eurer Eltern wirklich schon verlassen wollt. Und wenn doch, ob es am Anfang nicht auch eine WG tut. Ein Drittel wird nie Eure Kosten decken. Und spätestens nach den ersten Rechnungen, schätzt Ihr Hotel Mama mehr denn je.

Die Formel für die optimalen Mietkosten

Unsere Empfehlung für eine eigene Bude lautet: rechne von deinem Nettolohn einen Drittel aus. Von diesem Drittel ziehst Du den Parkplatz ab und dann noch pauschal CHF 250 – CHF 300. Soviel darf die Miete kosten, damit Du einen Drittel nicht übersteigst.

Wer von Euch wurde von den Kosten des allein wohnen überrascht? Musste jemand sogar zurück zu den Eltern?

-Fabio und Philipp

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