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Was wir von Mono­poly lernen können – Teil 2

Es ist schon 2 Jahre her, als ich das erste Mal Parallelen zwischen dem beliebten Brettspiel und finanzieller Bildung gezogen habe.

Wer nur über Start geht, verliert

Monopoly, ein Spiel das Freundschaften zerstörte und doch immer wieder ein Highlight war. Ich habe es wahrlich geliebt. Je älter ich werde und umso mehr ich mit finanzieller Bildung auskenne, desto mehr glaube ich, Monopoly wurde dafür gemacht, unsere Kinder finanziell zu bilden.

Man Gehe über Los und ziehe CHF 4'000 ein

Trotzdem haben wir beim Erwachsen werden vergessen, was uns Monopoly alles beigebracht hat. Auf was ich hinaus will? Würdest du heute darauf verzichten, Häuser zu bauen beim Monopolyspiel? Nur Geld beziehen, wenn du über Los gehst?

Nein? Warum machst du das im echten Leben so? Immer am 25. des Monats, gehst du über Los und beziehst deinen Lohn. Dann drehst du wieder eine Runde auf dem Board, quasi den ganzen Monat lang, bis du wieder über Los gehst.

In deinem Kopf rattert es jetzt vielleicht schon. Sehr gut, Ziel erreicht. Wie willst du im Monopoly gewinnen, ohne Häuser zu bauen? Wieso erwartest du vom echten Leben, dass du dort gewinnst, wenn du nur über Los gehst?

Da ist noch mehr

Ich habe mir die Mühe gemacht und mein Monopoly wieder nach vorne geholt, um die einzelnen Karten anzuschauen. Ja, es bringt und wirklich sehr vieles bei, was uns im echten Leben finanziell weiterbringt. Hier ein paar Karten und ihr Bezug zur Realität.

Zahle für allgemeine Reparaturen und zahle für Strassenreparaturen

Wer in Monopoly die meisten Grundstücke und Häuser besitzt, gewinnt in der Regel das Spiel. Der Cashflow ist einfach zu hoch, um verlieren zu können. Es gibt allerdings zwei Karten, die den Besitzer in die Enge treiben können. Genau diese zwei Karten, werden von allen Eigenheimbesitzern zuerst massiv unterschätzt.

Monopoly
Monopoly Spielekarten

Wie oft höre ich von Eigenheimbesitzern, sie bezahlen nur CHF 400 im Monat für ihr Haus. Erhöhte Steuern durch Eigenmietwert und Nebenkosten werden ausgeblendet. Das irgendwann Renovationen für Heizungen, Fenster, Dächer oder sogar eine neue Küche fällig ist, wird ausgeblendet. Stell dir vor, die Heizung steigt aus und du musst auf die Schnelle CHF 20'000 locker machen.

Wer diese Kosten ausblendet wird wie im Spiel Monopoly in die Enge getrieben. Wie lösen wir das Problem im Spiel? Wir verpfänden Häuser und Grundstücke, um von der Bank Geld zu holen. Im echten Leben gehen wir zur Bank und erhöhen die Hypothek.

Du siehst, Monopoly lernt uns, Geld für unvorhergesehenes auf die Seite zu legen. Ich nenne das auch Notgroschen, was du auch schon gefühlt hundertmal auf diesem Blog gelesen hast.

Zahle für Spitalkosten

Monopoly hat eine Karte, bei der du CHF 2'000 für Spitalkosten bezahlen musst. An was erinnert uns das nur? Ahja, an die Franchise. Franchise ist der Teil in der Krankenkasse, den du zuerst selber bezahlen musst.

Hast du eine Franchise von maximal CHF 2'500, solltest du auch so viel Geld auf der hohen Kante haben. Ein Problem, dass viele, vor allem junge Menschen, unterschätzen. Die Prämie der Krankenkasse wird zwar um einiges günstiger, trotzdem sollte das Geld vorhanden sein. Siehe da, wir haben das schon im Kindesalter bei Monopoly gelernt.

Jetzt ist es aber so, dass uns Monopoly nicht nur beibringt, welche Kosten im Leben auf dich warten. Es lernt uns auch, dass wir auch anders zu Geld kommen.

Du erhältst Zinsvergütung, die Bank zahlt Dividende, du machst eine Erfindung

Mein Monopoly-Set ist von 1990 oder so, dass erklärt, warum auf der Karte steht, du erhältst Zinsvergütung CHF 500. CHF 500 Zinsen gibt es wohl schon seit Jahren nicht mehr. Trotzdem zeigt es auf, dass sich Geld vermehrt, wenn man es arbeiten lässt. Halt einfach nicht auf dem Sparkonto.

Die Bank zahlt Dividende von CHF 1'000 ist da schon einiges realistischer, auch heute noch. Sie zeigt aber auch auf, dass schon damals Aktien rentabler waren, als das Sparkonto. Wenn du also nicht auf mich hörst, höre auf Monopoly und eröffne endlich dein Wertschriftendepot bei der Swissquote.

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Fairerweise muss ich sagen, dass ich als kleiner Junge die Karte auch nicht verstanden habe. Ich habe verstanden, dass ich Geld erhalte, aber nicht was eine Dividende ist. Meine Eltern haben mir das auch nie erklärt. Ich werfe es ihnen nicht vor, auch ihnen wurde keine finanzielle Bildung mitgegeben.

Spannend finde ich die Karte mit der Erfindung. Es ist auch heute noch so, dass man sich mit Patenten ein schönes passives Einkommen aufbauen kann. Aber zu Erfindungen gehören für mich nicht nur Patente, sondern auch Geschäftsideen oder Ebooks, usw. Alles, was einem neben dem Lohn, noch Geld in die Kasse spülen kann.

Monopoly
Monopoly Spielekarten

Die Bank hat sich zu deinen Gunsten geirrt, du erhältst Steuerrückvergütung

Ehrlich gesagt, habe ich etwas mühe, die Karte der Bank, sie habe sich geirrt, zuzuordnen. Ich kann mir gut vorstellen, dass 1935 als Monopoly erfunden wurde, die Banken immer wieder Fehler bei den Buchungen gemacht haben. Schön, wenn es dann unerwartet einen Zustupf gab.

Die Steuerrückvergütung allerdings kenne ich gut. Wir bekommen die provisorische Steuerrechnung, bezahlen diese ein und haben dann vielleicht mehr Abzüge als sonst. Die Steuerbehörde meldet uns dann, dass wir zu viel bezahlt und Geld zu gute haben. Der schönste Brief überhaupt im Jahr.

Die Frage ist, was machen wir, mit bereits abgeschriebenem Geld? Natürlich ist es immer verlockend, sich mit dem Geld etwas zu gönnen. Das ist auch nicht falsch oder verwerflich. Trotzdem wäre es finanziell schlau, etwas davon zu investieren und zum Beispiel einen ETF damit zu besparen.

Du hast Geburtstag und du machst eine Erbschaft

Witzig, wie man auch als Erwachsener immer wieder Geld auf den Geburtstag geschenkt kriegt. Man kann sich damit was kaufen, auf die Seite legen oder investieren. Da habe ich nicht viel dazu zu sagen.

Bei der Erbschaft allerdings wird es immer sehr spannend. Je nachdem wieviel oder was es ist, tun sich verschiedene Möglichkeiten auf. Kommt die Karte im Spiel immer überraschend (Glück/Zufall), wissen wir im echten Leben, dass wir irgendwann etwas erben. Ja ich weiss, manche erben nichts, die Mehrheit aber schon.

Monopoly
Monopoly Spielekarten

Wieviel man erbt, ist für viele aber immer eine extreme Unbekannte. Manche erben hunderttausende von Franken und habe keine Ahnung davon. Andere rechnen mit Millionen und gehen leer aus. Zumindest erlebe ich das bei meinen Finanzplanungskunden immer wieder.

Mein Tipp: Spricht dieses Thema einmal in der Familie an. Natürlich will niemand gierig wirken oder den Eindruck hinterlassen, man will, dass die Eltern bald sterben. Trotzdem hilft es, wenn man für den Fall der Fälle etwas planen kann. Du erbst eine Wohnung und solltest deine Geschwister auszahlen, fang an zu sparen.

Vorwärts auf Start

Eine sehr beliebte Karte. Speziell wenn das Spiel fortgeschritten ist und man gerade keine Liquidität hat, um das Hotel beim Zürich Paradeplatz zu bezahlen. Man überspringt einen grossen Teil des Spiels und bekommt noch einmal CHF 4'000. An was erinnert dich das?

Genau, an den 13. Monatslohn oder an einen Bonus. Anders als im Spiel, weisst du aber, wann der dreizehnte kommt. Diesen kannst du einplanen in deinen persönlichen Finanzplan, was ich dir sehr empfehle. Stell dir vor, du hättest deinen 13. für dich und gibst ihn nicht gleich für die Steuern ab.

Beim Monopoly spielen, lernst du verhandeln

"Ich tausche Zürich Paradeplatz gegen Biel und Freiburg, wenn du noch die vereinigten Bergbahnen AG drauflegst." "Träum weiter, du gibst mir die Überlandbahnen dazu, wenn du beide Grundstücke willst, so sieht’s aus!" Kommt dir das bekannt vor? Das, mein Freund, waren die ersten Verhandlungsversuche in deinem Leben.

Verhandeln zu können, ist ein Skill der dich im Leben so viel weiter bringt, als deine nächste Lohnerhöhung. Es ist meistens auch der Grund, warum du überhaupt eine Lohnerhöhung kriegst.

Spielerische finanzielle Bildung für Kinder und Erwachsene

Ich höre immer wieder die Frage, wie man seine Kinder finanziell bilden soll. Beginn mit Monopoly. Auch wenn wir es vergessen haben, wir lernen hier soviel. Speziell jetzt, wo du weisst, auf was du achten musst. Sobald die Kinder in die erste Klasse kommst, kannst du ihnen einzelne Karten erkläre. Zum Beispiel, was eine Dividende ist oder warum sie ihr Geburtstagsgeld für ihren Kindersparfonds abgeben müssen.

Wenn auch dich jetzt gerade die Lust gepackt hat, Monopoly zu spielen, kannst du es bei Orell Füssli oder Buchhaus.ch bestellen. Wobei Buchchaus.ch einiges günstiger ist. Ist ein Affiliate Link, damit unterstützt du den FinanzFabio Blog 🙂

Bis bald,

FinanzFabio

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7 Kommentare

  1. Hallo Fabio
    Besten Dank für deinen nicht alltäglichen Beitrag, den ich mit Genuss gelesen habe . Es ist wirklich so, dass Monopoly viele parallelen hat bzw. das wirkliche Leben abbildet. Das war mir gar nicht bewusst. Früher haben wir es oft gespielt, aber es konnten nicht alle Gewinner sein. Seither wird das Spiel von gewissen Familienmitgliedern boykottiert. Es ist aber wieder an der Zeit das alte Spiel hervor zunehmen und einen Neuanfang zu wagen. Lang lebe Monopoly.
    Danke und Gruss Marco investblog.ch

    1. Hallo Marco

      Ja, bei Monopoly geht es nicht um Familie und Freundschaften, sondern um Geld. Da kann man sich leicht verstreitten. Auch wie im echten Leben 😉

      Viel Spass beim spielen!

      Bis bald,

      FF

  2. Hallo Fabio,

    da fällt es einem nach soooo langer Zeit doch wie Schuppen von den Augen, was man in jungen Jahren schon alles über die Beziehung zu Geld gelernt hat. Besten Dank für den coolen Refresh,

    Gruss Mike

  3. Hallo.
    Zumindest in Deutschland ist das Thema Finanzen in der Schule nicht präsent. Umso wichtiger ist es den Kindern alles was mit Geld zu tun zu Hause beizubringen. Leider haben auch die meisten Eltern keine Ahnung was finanzielle Vorsorge und Altersabsicherung ist. Wer hätte gedacht, dass Monopoly zur Aufklärung beiträgt 🙂

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