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Wenn Ehepaare die Säule 3a nicht ausschöp­fen

"Lueg der mol die a. Stürbars ikomme höher als eusi beid Löhn zäme aber zahles 3a nöd voll ih."

"Ja die wösses nöd besser."

"Mol, er zahlt ja CHF 6'826 ih aber sie nur CHF 5'700."

Diese Woche habe ich auf Instagram eine Story von einer Steuererklärung geposted, wo man nur die einbezahlten Beiträge in die Säule 3a sieht. Ja, sowas nervt mich. Mehr als es mich sollte. Viel mehr. Wenigstens ihr fandet es witzig.

Säule 3a für Ehepaare

Wie du mittlerweile (hoffentlich) weisst, kannst du auch im Jahr 2020 maximal CHF 6'826 (CHF 7'056 ab 2023) in die Säule 3a einbezahlen, wenn du Angestellt bist und an der Pensionskasse angeschlossen bist. Wenn du dir nicht sicher bist, ob du in der zweiten Säule versichert bist, kann ich dir vielleicht helfen. Verdienst du mehr als CHF 21'330 im Jahr? Ja? Dann bist du definitiv in der Pensionskasse angeschlossen.

Wenn du nicht in einer Pensionskasse angeschlossen bist, kannst du aber auch in die Säule 3a einzahlen, wenn du ein AHV-pflichtiges Einkommen hast. Zum Beispiel wenn du ein Teilzeitpensum hast und weniger als CHF 21'330 verdienst. Dann darfst du maximal 20% deines AHV-Lohnes in die Säule 3a einzahlen. Als Beispiel: Du verdienst CHF 20'000, dann darfst du CHF 4'000 in die Säule 3a einzahlen. Ob das jetzt finanziell möglich ist, ist eine andere Diskussion.

Arbeiten beide Ehepartner, beide sind in einer beruflichen Vorsorge angeschlossen, können auch beide voll in die Säule 3a einzahlen.

Steuerprogression

Warum ist das so wichtig?

In der Schweiz haben wir eine Steuerprogression auf unser Einkommen. Wenn du CHF 80'000 verdienst (leicht über dem Median Lohn der Schweiz), bezahlst du CHF 11'242 an Steuern. Verdienst du aber CHF 160'000, also das doppelte, sind deine Steuern aber mehr als doppelt so hoch, nämlich CHF 35'954. Also 3.2x soviel. Crazy oder?

Dieses Problem können wir also nicht wirklich umgehen. Aber: Nur sehr wenige verdienen in der Schweiz alleine CHF 160'000. Zu zweit, also wenn du verheiratet bist, kann das aber ziemlich schnell passieren. Das wäre dann die sogenannte Heiratsstrafe, da man zusammen in eine viel höhere Steuerprogression kommt. Fairerweise möchte ich hier noch anfügen, das verheiratete einen günstigeren Steuertarif haben, nützt aber nicht wenn das Einkommen soviel höher ist zusammen. Aber schau selbst:

Steuerprogression
Steuerprogression

Bei der Zeile Grenzsteuersatz siehst du, wieviel Rappen du pro verdienten Franken an Steuern bezahlen musst. Wenn du 32.7 Rappen pro Franken an Steuern bezahlst, ist das eine Menge Geld. Wenn du also eine Möglichkeit hast, Steuern zu sparen, dann mach das bitte auch.

Bezahlen beide in diesem Falle die vollen CHF 6'826 ein, sind das zusammen CHF 13'652 weniger steuerbares Einkommen, auf denen sie die 32.7 Rappen nicht mehr bezahlen müssen. Was denkst du, was das ausmacht? Sage und schreibe CHF 4'481 weniger an Steuern.

Steuern nach 2x Säule 2a Maximaleinzahlung
Steuern nach 2x Säule 2a Maximaleinzahlung

Warum mich sowas nervt

Beim konkreten Fall war das steuerbare Einkommen noch viel höher. Leisten konnten sie es sich auch, ohne Problem. Das Paar wusste scheinbar auch, wie hoch der Maximalbetrag war. Einer davon, hat ja alles davon einbezahlt.

Mich nervt die Gleichgültigkeit. Das nicht darum kümmern. Die Eigenverantwortung nicht wahrnehmen.

Klar, als Finanzplaner muss ich froh sein, gibt es Leute die nicht auf diese "Kleinigkeiten" schauen und mich dafür bezahlen. Auf der anderen Seite nervt es mich als FinanzFabio extrem, weil mir dann immer wieder bewusst wird, wieviel Arbeit wir noch vor uns haben, um das ganze Finanzsystem der Schweiz zu erklären.

Darf ich dich also bitten, deine letzte Steuererklärung noch einmal anzuschauen und zu prüfen, ob du selbst den vollen Betrag einbezahlt hast und ob es auch deine bessere Hälfte so gemacht hat? Wenn nicht, liegt es daran, weil ihr euch es nicht leisten könnt? Dafür habe ich Verständnis, möchte dir aber hier einen Arschtritt geben und dir sagen, überdenk bitte deine Prioritäten. Wenn du pensioniert bist, hast du nämlich noch weniger Kohle zur Verfügung, da würde das Geld aus der Säule 3a wirklich helfen.

Fehlende Übersicht in der Säule 3a

Auch wenn ich kein Verständnis hat, warum man nicht den vollen Betrag einzahlt (wenn man es sich leisten kann), denke ich einen Stolperstein gefunden zu haben.

Wer mehrere Konti gleichzeitig bespart, speziell wenn noch eine Säule 3a Police von einer Lebensversicherung dabei ist, kann möglicherweise die Übersicht verlieren.

Hier hilft nur eins: Schauen wie hoch die Prämie bei der 3a Lebensversicherung ist und dann den Rest bei der Bank einzahlen. Nur so stellst du sicher, dass du das Maximum aus der Säule 3a rausholst.

Bis bald,

FinanzFabio

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12 Kommentare

  1. Salü Fabio
    Was mich noch interessieren würde wäre, wie das genau mit der 3. Säule und Selbständig funktioniert.
    Die Regel ist ja 20% vom steuerbaren Einkommen.
    Die 3. Säule muss man bis am 31.12. einzahlen. Bei Selbständigen weiss ich irgendwann im Verlaufe des nächsten Jahres wie hoch konkret das steuerbare Einkommen ist.
    Was geschieht wenn ich zu viel resp. zu wenig einbezahlt habe?
    Nehme mal an bei zu viel, kann ich halt nur die 20% in Abzug bringen. Bei zu wenig hab ich halt nicht alles ausgenutzt. Beides nicht wirklich befriedigend.
    Oder gibt es einen Trick?

    Noch eine andere Frage: Welchen Steuer-Rechner benutzt du?? Kann man den auch haben?

    Besten Dank und Grüsse
    Roberto

    1. Ciao Roberto

      Nein, die Regel sind nicht 20% des steuerbaren Einkommen bei selbstständigen, sondern 20% des AHV-Einkommens. Wenn du selbstständig bist, gibst du der AHV ja am Anfang des Jahres bekannt, wieviel du dieses Jahr gedenkst zu verdienen.

      Die Einzahlung in die Säule 3a gilt immer fürs laufende Jahr, da kannst du im nächsten Jahr nichts korrigieren. Lieber zu viel einzahlen, als zu wenig 😉

      Bis bald,

      FinanzFabio

  2. Hallo Fabio

    Ich sehe nur positive Artikel über die 3a Säule. Jetzt wollte ich aber mal fragen ob das wirklich so ist.

    Nehme wir an ich spare mit meiner Frau 13652 CHF. Wenn ich das jetzt 30 Jahre so mache sollten wir >410 000 CHF. Evtl kommen noch Zinsen. Wieso soll ich das Geld nicht lieber investieren anstatt tot zu sparen? Würde das nicht mehr bringen z.B durch Dividenten etc.

    Also konkret ist meine Frage bist du Überzeugt das diese 13652 CHF nicht besser investiert werden können?

    1. Hallo Muhamed

      Spannende und wichtige Frage.

      Das schöne daran, du kannst ja beides machen.

      Dein 3a Geld kannst du zum Beispiel in 97% Aktien investieren mit Viac. Dann fliessen die Dividenden quasi in deine Säule 3a.

      Weiter kannst du die sofort-Rendite, sprich deine Steuerersparnisse ja auch in ETFs und Aktien investieren, ausserhalb der Säule 3a. Dann holst du das Maximum raus.

      Du darfst auch nicht vergessen, dass nur sehr wenige Menschen wirklich aktiv ihr Geld investieren. Für die ist die Säule 3a ein Segen.

      Bis bald,

      FinanzFabio

      1. Hi Fabio

        Was mich interessieren würde: wenn du mit der Säule 3 Aktien besparst, musst du nicht auf diesen Kapitalzuwachs Steuern bezahlen ganz im Gegensatz zu einer Privatanlage (solange ohne Dividenden)?
        Höre hier gerne auch Tips und Tricks und deine Meinung.
        Liebe Grüsse, Kristina

  3. Hallo Fabio

    Ich bin per „Zufall“ auf deinen Blog gestossen und finde deine Artikel echt spannend. Und verständlich geschrieben für einen „nicht-Finanzheini“ 😉 Vielen Dank dafür!

    Eine Frage hätte ich an dich und zwar bin ich letztens auf einen Artikel zur 3. Säule gestossen (https://www.truewealth.ch/point-of-view/saeule-3a-achtung-vor-der-steuerfalle/) Hast du diesen schon gelesen? Mich würde sehr interessieren, was du dazu sagst.
    Sie schreiben in dem Artikel, dass man mit der 3. Säule zwar Steuern spart, aber dass diese nur aufgeschoben sind, bis man den Betrag rauslöst. Nun bin ich etwas verunsichert, ob ich weiterhin in die Säule 3a einzahlen soll oder ob ich besser gleich in Aktien investiere. Was ich übrigens ohnehin schon tue…

    Merci für deine Hilfe und liebe Grüsse
    Seraina

    1. Hallo Seraina

      Die Problematik ist relativ neu, da wir bis vor nicht alzu langer Zeit, garnicht soviel in Aktien invetsieren konnten.

      Die ganze Geschichte ist auch sehr theoretisch. Du musst wirklich Jahr für Jahr einzahlen und das Geld liegen lassen. Viele die das Geld aus der Säule 3a nehmen für Wohneigentum, müssten wieder eine ganz andere Rechnung machen.

      Dazu kommt, gerade weil du so wenig Möglichkeiten hast, an dein Geld in der Säule 3a zu kommen, erzielst du diese Renditen. Könntest du frei darüber verfügen, würdest du das Geld evtl. irgendwann für was anderes brauchen. Habe hier mal ein paar Berechnungen gemacht:

      https://www.finanzfabio.ch/wieviel-geld-pro-bezug-saeule-3a/

      bis bald,

      FF

  4. Hallo Fabio,
    vielen Dank für deine Aufklärungen!

    Frage: Mann, verheiratet und zahlt ins 3a voll ein. Frau schafft nur Teilzeit. Da sie unter 8 Stunden pro Woche schafft, ist sie an keiner Pensionskasse angeschlossen. Sie wird dadurch Pauschal mit 5% (Hausangestellte SVA) Quellensteuer besteuert. Kann sie 20% von ihrem Lohn von n die 3a Säule einzahlen und wenn ja wie spart sie steuern? Kann sie eine Quellensteuerkorrektur machen? Bzw. wäre hier ein ETF 30/70 besser geeignet? Danke und alles gute! LG Matthias

    1. Hi Matthias

      Ob sie eine Stunde, acht Stunden oder 40 Stunden die Woche arbeitet, ist nicht relevant für Beiträge an die Pensionskasse. Lediglich, ob sie im Jahr mehr als CHF 22’500 verdient. Die acht Stunden sind nur für die Nicht Berufsunfall Versicherung wichtig. Nur, damit es hier keine Missverständnisse gibt.

      Sie darf 20% von ihrem AHV-Lohn einzahlen. Die Quellensteuer wird dann rückvergütet.

      Ein ETF kann, je nach Alter, mehr Sinn machen. Ist aber sehr individuell und müsste man genauer durchrechnen.

      Bis bald,

      FinanzFabio

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