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Nachkauf-DUFN-FinanzFabio

Zwei Metho­den für Nach­käufe

"PTRA isch recht gsunke, jetzt bi USD 8.89!"

"Ja bi dene ben i -45%, debi händ die so Potenzial!"

"Ja i han bi USD 9.50 nakauft."

"I wör der übrigens empfehle emmer de glich Geldbetrag investiere, nöd glichvel Aktie."

Manchmal kauft man eine Einzelaktie und sie performt einfach nicht so, wie du es gerne hättest. Schlechtes Investment oder vielleicht die Chance, günstig nachzukaufen?

Aktiennachkäufe

Für Aktiennachkäufe gibt es viele Gründe. Der wichtigste ist sicher, dass du nach wie vor an die Firma glaubst. Dann spielt es keine Rolle, ob der Kurs gestiegen ist oder gerade gesunken. Ist er gestiegen, nervst du dich, dass du nicht von Anfang an mehr gekauft hast. Ist er gefallen, braucht es doch etwas mehr Mut, die Aktie noch einmal zu kaufen.

Ich habe zwei Gründe, um Nachkäufe zu tätigen bei Einzelaktien. Entweder ich kaufe ein neues Apple Produkt, dann kaufe ich für denselben Betrag auch wieder Apple Aktien. Der andere Grund: Ich habe mich über eine Firma informiert, deren Aktie gekauft und die Kurse sind gefallen. Ich informiere mich noch einmal über die Firma, sehe immer noch Potenzial und kaufe deswegen nach.

Jetzt gibt es zwei Methoden, wie man die Nachkauft. Entweder ich kaufe die gleiche Anzahl Aktien zum günstigeren Preis ein, oder kaufe für die gleiche Summe mehr Aktien ein.

Gleiche Investitionssumme

Gerne erkläre ich die Unterschiede anhand eines persönlichen Beispiels:

Am 09. März dieses Jahres habe ich 150 PTRA Aktien gekauft (obwohl sie damals noch einen anderen Namen hatten). Pro Aktie habe ich USD 16.80 bezahlt. Zum Glück lassen sich diese Dokumente bei Swissquote so einfach wieder auffinden. Die Aktie steigt innert kurzer Zeit, wage mich zu erinnern ein Plus von 15% gehabt zu haben.

Danach fiel die Aktie extrem. Kennst du ja sicher auch. Gestern war ich bei -47%. Ich checkte die Parameter und denke auch heute noch, hier geht noch was. Ich habe 275 Aktien zum Preis von USD 9.01 nachgekauft.

Berechnung bei gleicher Anzahl Aktien

Natürlich hätte ich auch einfach die gleiche Anzahl Aktien kaufen können. Dann wäre die Berechnung wie folgt.

150 x 16.8 = 2520

150 x 9.01 = 1'351

3871 / 300 = 12.90

So hätten mich die Aktien im Schnitt USD 12.90 gekostet.

Aktinscode-Swissquote-MKT_FINANZFABIO
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Berechnung bei gleicher Investitionssumme

150 x 16.8 = 2520

275 x 9.01= 2477

4'997 / 425 = 11.76

Die Aktien haben mich im Schnitt nun also USD 11.76 gekostet.

Wenn der Kurs steigt

Wie du siehst, holst du mit der gleichen Summe nicht nur einen tieferen Preis raus bei gefallen Kursen, du besitzt danach auch wesentlich mehr Aktien. Dies führt dazu, dass du viel schneller wieder eine positive Rendite erreichst. Vorausgesetzt, der Kurs steigt wieder an natürlich.

Bei 300 Aktien hätte ich USD 3'871 investiert. Wert sind sie heute USD 2'703. Ich muss also USD 1'168 Kurs gut machen. Das sind 43.21%.

Bei 425 Aktien habe ich USD 4'997 investiert. Diese sind jetzt USD 3'829 wert. Der Kurs muss also um USD 1'167 ansteigen, was "nur" 30.48% sind.

Du siehst, wenn du die gleiche Summe wieder investierst und dafür mehr Aktien erhältst, erholt sich der Kurs schneller.

Informieren, informieren und nochmals informieren

Wer sich für Einzelaktien statt ETF entscheidet, entscheidet sich damit auch für einen viel grösseren Aufwand. Eine der Gründe warum ich ein grosser Fan von ETF bin.

Um mich aber immer wieder daran zu erinnern, kaufe auch ich ab und zu Einzelaktien. Und Rege mich dann darüber auf, wenn sie um 47% fallen. Ist mir nämlich bei einem ETF noch nie passiert, nicht mal bei der Corona Korrektur.

Du informierst dich aber nicht nur beim Aktienkauf selbst, sondern du behältst die Einzelaktie immer im Auge. Immer wieder prüfst du, ob die Aktie noch so viel versprechend ist wie du beim Kauf gedacht hast. Speziell beim Nachkauf musst du dich besonders gut informieren. Einmal Geld verlieren ist doof, zweimal ist schon scheisse.

Bis bald,

FinanzFabio

Ps: lass mir gerne ein Herzchen da, wenn du was zum Thema Nachkäufe gelernt hast.

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1 Kommentar

  1. Hallo Fabio,

    grosse Korrekturen bei Aktien sind Fluch und Segen zugleich und manchmal braucht es einen laaaangen Schnauf.

    Wer hätte Anfangs 2002 gedacht, dass ABBN unter 10 fällt, ja sogar später für unter 2 zu haben sein wird. Dann aber bis Ende 2005 braucht, um wieder über 10 zu kommen. Und heute sind wir bei ü34.

    Oder UBSN dreht bei mir nach sieben Jahren in den grünen Bereich .. 😉 .. gut, zwischenzeitlich wurden jeweils die Zukäufe auch mal wieder verkauft, denn die Kurse haben immer wieder Rücksetzer.

    Gruss Mike

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