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Schweizer Münz und Banknoten

Von den Reichen lernen wir sparen – leider

Sehr lange war es eines meiner Lieblingszitate, weil es irgendwie stimmt. Heute hat sich meine Meinung dazu aber ein wenig geändert.

Lass dein Geld für dich arbeiten

Reiche Leute sparen nicht nur, sie nutzen ihr Geld, um mehr Geld zu machen. Sie lassen ihr Geld für sich arbeiten. Daher kommt die Redewendung: die erste Million ist die schwerste.

Wieso lernen wir also sparen von reichen Leuten, statt wie man mehr Geld aus Geld macht? Genau, weil wir nicht über Geld reden, die wohlhabenden sowieso nicht. Sie haben Angst vor Neidern. Ihre Angst verstehe ich, wieso das man neidisch auf Menschen ist, die mehr haben als man selbst, das verstehe ich nicht. Geht es mir besser, wenn diese Leute auch weniger Geld haben? Nein. Könnte ich etwas von ihnen lernen? Ja, garantiert.

Das Geheimnis reicher Leute

Ich habe sie gefragt, die wohlhabenden Menschen, die ich in meinem Leben kreuzen durfte. Von ihnen habe ich mehr gelernt, als Herr Marchesin in all seinen Ausbildungen. Oder zumindest interessanteres.

1. Reiche Menschen haben mehr als eine Einkommensquelle.

Solange Du einen Job hast, bleibst Du genau da wofür ein Job steht. Just Over Broke. Selbst wenn Du genug verdienst und jeden Monat etwas sparen kannst, Du wirst nicht weiterkommen. Deswegen wird auch mehr Lohn deine Geldprobleme nie lösen. Deine Möglichkeiten sind einfach zu beschränkt.

Ich selbst habe neben meinen nine to five Job (Nein ich beginne nicht erst um 9:00 Uhr. Meist um 7:15 oder 7:45, je nach dem welcher Zug ich erwische) noch Nebenjobs. ÜK-Leiter, Prüfungsexperte, Massanzüge, Trainings, usw. Jeden Monat merke ich den Unterschied, wenn meine Nebenjobs noch etwas in die Kasse gespült haben. Selbst wenn es nur CHF 400 sind. Das Geld aus dem zusätzlichen Einkommen ist nicht in meinem Budget berücksichtigt, deswegen bemerke ich es am Ende des Monats, weil ich mehr gespart habe als sonst.

Stell Dir vor, was passieren würde, wenn ich noch mehr solche Einkommen generieren würde. Vorgestellt habe ich es mir. Umgesetzt auch. Eines kann ich sagen: es ist geil. Es ist monetär.

2. Reiche Menschen kaufen Vermögenswerte und keine Verbindlichkeiten

Vermögenswerte und Verbindlichkeiten entscheiden über Deinen finanziellen Erfolg. Als erstes musst Du verstehen, was Verbindlichkeiten und was Vermögenswerte sind. Du musst diese zwei Begriffe verinnerlichen. Wenn Du sie verstehst und verinnerlicht hast, dann lebst Du sie.

Verbindlichkeiten sind all jene Dinge, die Geld kosten ohne je Geld zu generieren. Ich weiss nicht genau, was schlimmer ist an Verbindlichkeiten. Das sie an Wert verlieren sobald man sie gekauft hat oder das sie Dich sogar noch jeden Monat Geld kosten, wenn Du sie einmal besitzt. Deine teuerste Verbindlichkeit wird sicher dein Auto sein. Ausser Du besitzt noch ein Boot, die ziehen dir die Kohle so richtig aus der Tasche.

Vermögenswerte haben die nette Eigenschaft, Geld zu generieren. Das können Aktien, ETF und Immobilien sein. Natürlich gibt es noch mehr.
Eine Wohnung, die Du besitzt und selbst bewohnst, ist kein Vermögenswert. Es ist eine Verbindlichkeit. Sehr viele Menschen haben den Trugschluss, dass dies ihr grösster Vermögenswert ist. Zu einem Vermögenswert wird es leider erst, wenn Du die Wohnung vermietest. Ansonsten kostet sie einfach jeden Monat. Hypozinsen, Nebenkosten, Steuern usw. Meine Wohnung ist zurzeit eine Mischung aus Vermögenswert und Verbindlichkeit. Sie kostet mich zwar jeden Monat Geld generiert aber auch welches, weil ich ein Zimmer auf Airbnb vermiete. Seit gut drei Monaten mache ich dieses Experiment und kann Euch zwei Dinge sagen: ich habe keine schlechten Erfahrungen mit Gästen gemacht und ich merke, dass ich eine weitere Einnahmequelle habe.

Jetzt wissen wir auch warum die erste Million die schwierigste ist. Wenn Du einmal eine Million hast und dir Vermögenswerte zulegst, dann arbeitet deine Million für Dich. Das Spiel beginnt aber viel früher, man kann auch mit weniger Geld anfangen, Vermögenswerte zu kaufen.

3. Reiche Menschen reden offen über ihr Geld untereinander.

Vor ein paar Jahren hatte ich das Glück, bei wirklich wohlhabenden Menschen auf einer Yacht eingeladen zu sein, für ein verlängertes Wochenende. Die Tage waren kurzweilig, es war jeden Tag eine grosse Party. Beim Abendessen, ich weiss nicht ob es am Alkohol lag oder einfach an der guten Stimmung, redeten alle sehr locker über Geld. Damals wurde die Mindestgrenze für den Euro gerade abgeschafft und die reichen Leute sprachen offen über die Probleme, welche sie dadurch für sich und ihre Firmen sahen. Sie diskutierten aber auch über neue Chance, diskutierten Geschäftsideen und neue Anlagestrategien, tauschten Erfahrungen und Meinungen aus. Herr Marchesin machte sich fleissig Notizen, weil er hier mehr lernte als an irgendeiner Finanztagung. Heute frage ich mich oft, wieviel Geld wurde in dieser Nacht verdient, nur weil man über Geld redete.

Diese Erfahrung hat mir gezeigt, dass wir von den Reichen nicht lernen sollten, wie wir sparen, sondern wie wir mehr aus unserem Geld machen können.

Bis dahin, wir sehen uns nach fünf Uhr, dann wenn wir wirklich Geld verdienen.

-Fabio

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