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Geld und Beziehungen

Geld und Bezie­hun­gen

Geld ist leider ein Tabuthema. Auch wenn ich mit Freude feststelle, dass plötzlich viel mehr Menschen über Geld mit mir sprechen, ist es in der Gesellschaft immer noch ein Tabuthema. Hier sollte es aber keines sein. Bei Geld und Beziehungen.

Schatz, was verdienst du so?

Sicher nicht der beste Einstieg. Nach ein paar Monaten Beziehung glauben die meisten auch, diese Frage ziemlich gut beantworten zu können. Jedoch habe ich schon viele Paare gesehen, die sich extrem verschätzt haben, einfach weil der Partner so sparsam war. Die Philipps unter uns scheinen überall zu sein.

Natürlich ist es absolut verständlich, wissen zu wollen, was die bessere oder schlechtere Hälfte verdient. Wichtiger ist aber in erster Linie, dass man überhaupt über Geld spricht. Dazu gehören auch die finanziellen Ziele, die man als Paar anstrebt. Wollt ihr den klassischen Schweizer Traum von Familie und Eigenheim leben oder soll es die grosse langjährige Weltreise werden? Arbeitet ihr bis 64/65 oder habt ihr eigentlich heute schon genug und euer goldenes Ziel ist es mit 59/60 aufzuhören?

Beim Essen über Geld reden

Gerade Eltern sollten offen über Geld reden. Am besten beim Essen. Nur so lernen die Kinder etwas über Geld und dass es leider nicht auf Bäumen wächst. Wenn ich Eltern höre, die das Gefühl haben für ihre Kinder nur noch ein Bancomat zu sein, wundert es mich nicht, wenn die Kinder keine Ahnung haben, wieviel Arbeit hinter jeder hunderter Note von Mama und Papa steckt. Wieso sagt man dem Kind nicht am Geldautomaten, dass man für diese blaue Note mehr als drei Stunden arbeiten musste? Oder, dass man mit Geld nicht nur Spielsachen, sondern auch ganze komische Rechnungen wie Strom, Steuern und Versicherungen bezahlen muss?

Und wenn ihr gerade dabei seid, dies umsetzen zu wollen, tut mir den Gefallen und streicht Sätze wie: "das kann ich mir nicht leisten" und "mir ist Geld nicht wichtig" aus diesen Konversationen. Du kannst es dir leisten, wenn du länger als fünf Minuten darüber nachdenkst und Geld ist wichtig. Auch für dich.

Fangt bei der Vorsorge an

Ein lockerer Einstieg ermöglicht das Gespräch über die Säule 3a. Das konnte ich schon öfters feststellen. Diese selbst scheint kein Tabuthema zu sein. Ende letztes Jahr war ich im Pub und die Freundin eines gutes Freundes erzählte mir, sie habe Hr. Marchesins Beitrag übers 3a gelesen, welcher sie erinnerte, sie müssen noch einzahlen. Dies tat sie am selben Tag noch. Sehr lobenswert. Amüsant war der Blick ihres Freundes. "Wie du bezahlst in das 3a Konto?"

Das Gespräch wurde fortgesetzt und die Einkommen der beiden wurden auch laut ausgesprochen. Wer mehr verdient, ist total egal. 2019 wird auch ihr Freund in die dritte Säule einbezahlen.

Woher stammt das Geld

Die Hosen runterlassen, nicht nur beim Einkommen, sondern auch beim Bankkonto selbst, ist genau so wichtig. Bei grossen Unterschieden finde ich es wichtig, dass man auch darüber spricht, woher das Geld stammt. Ist es Erspartes, eine Schenkung oder ein Erbe, der grosse Bonus vom letzten Jahr usw. Auch hier spielt es keine Rolle, wer mehr hat, sondern nur, dass man darüber spricht.

Anlagen gehören auch dazu

Gerade diese Woche habe ich mit einem Freund über Anlagen gesprochen. Wir sprachen über nachhaltige Anlagen, die ihm wichtig sind und auch über die Lösung der VIAC. Hast du bei der VIAC einmal einbezahlt und ein Portfolio eröffnet, kannst du mit echtem Geld testen, wie es ist an der Börse mitzuspielen. Im App siehst du die täglichen Kursschwankungen und ob es dich stresst oder ob du cool bleibst dabei.

Bei einer Zugfahrt habe ich ihm auch von einer anderen Anlageidee erzählt. Er ist begeistert, aber traut der Sache noch nicht so ganz. Fair enough. Später trafen wir seine Freundin am HB und weitere Kollegen am Züri Fäscht. Züri <3

Später nahmen wir zusammen den Zug nach Hause und die beiden Sprachen über die Anlage. Nicht einmal acht Stunden später hat er ihr schon alles erzählt und auch wieviel er gedenkt zu investieren. Für mich ein Zeichen, dass in dieser Beziehung alles bestens funktioniert. Spricht ihr über Geld, vertraut ihr euch und habt nichts zu verstecken.

Geld und Beziehungen - ein Grund weniger zu streiten

In vielen Beziehungen wird leider über Geld gestritten. Warum? Man hat nie gelernt, darüber zu reden. Bis zur ersten gemeinsamen Steuererklärung wusste man nicht, was der Mann oder die Frau verdient und dann kamen die Vorwürfe, wer zuviel Geld für irgendwas ausgibt. Tut das nicht. Lernt heute, darüber zu sprechen und lasst Geld nie, wirklich nie, ein Grund sein einen schönen Tag nicht zusammen geniessen zu können.

-Fabio

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2 Kommentare

  1. Hallo Fabio,
    so trifft man sich ausserhalb von Instagram wieder 😉
    Ich finde, es macht auch viel mehr Spaß, wenn beide dann zusammen das Thema Investieren angehen und man gemeinsam bespricht, in welche Aktien, ETFs o.a. man investieren möchte. Natürlich kann da auch jeder seine Meinung haben. So lange man nicht verheiratet ist, ist es dann auf jeden Fall auch sinnvoller, wenn jeder sein eigenes Wertpapierkonto hat.
    Aber alleine schon darüber zu sprechen, macht schon Spaß und es ergeben sich ganz neue Gesprächsthemen 🙂
    Liebe Grüße,
    Anke

    1. Hallo Anke

      Schön hast du den Weg zu meinem Blog gefunden 🙂

      Auch bei verheirateten kann es Sinn machen, getrennte Portfolios zu haben. Schon nur der Diversifikation zu liebe 🙂

      Aber ja, reden darüber zu reden ist immer Schritt eins.

      lg FF

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